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    So kann dir Hormon-Yoga helfen
    PMS Beschwerden, unerfüllter Kinderwunsch oder Hormonschwankungen - das können spezielle Übungen für dich tun

    Jede von uns kennt das. Diese Tage vor den eigentlichen Tagen, in denen einige Frauen unerträglich werden, in dunkle Löcher fallen oder wilde Fressattacken bekommen. Die Hormone in unserem Körper sind für vieles zuständig und erledigen einen hervorragenden Job – außer sie sind nicht im Gleichgewicht. Dann können sie uns wirklich große Schwierigkeiten bereiten, uns ausbremsen und ins Unglück stürzen. Der Markt ist voll mit Tabletten, Cremes und Versprechen, wie der Hormonhaushalt ausgeglichen werden kann. Aber hilt das wirklich? Wir sprechen mit Yogalehrerin Kirste Kappenberger, denn die hat eine Wunderwaffe, von der wir bisher noch nichts gehört haben.  Sie hat sich auf Hormon-Yoga spezialisiert und erzählt uns, wie es funktioniert. 

     

    Liebe Kirsten, du unterrichtest schon seit vielen Jahren Yoga, hast selbst drei Kinder und kennst dich aus mit dem weiblichen Zyklus und mit seinen Schattenseiten. Schwangerschaft, Geburt, Muttersein – das sind alles schon ziemlich große Veränderungen im Leben einer Frau. Und sie gehen oft einher mit einem hormonellen Wandel und Stress. Wie kann Hormon-Yoga da helfen? Wie funktioniert das überhaupt?

     

    Kirsten: Ja genau, „hormoneller Wandel“ und „Stress“, das sind genau die beiden Punkte, an denen die Hormon-Yoga-Therapie ansetzt: Zunächst geht es darum, den hormonellen Wandel als solchen zu erkennen, ihn zu akzeptieren und dann in angemessener, selbstbestimmter Form darauf zu reagieren. Also letztlich Bedingungen zu schaffen, die den Wandel sanft geschehen lassen. Wir sollten uns vielleicht ganz allgemein mehr mit der Idee des Wandels anfreunden. Alles verändert sich ständig, wird nicht besser, nicht schlechter, sondern anders. Gerade als Mütter ist das doch etwas, was wir ständig sehr gut beobachten, erleben und lernen können, während wir unsere Kinder beim Großwerden begleiten. Was den Stress betrifft, der kann eine regelrechte Negativspirale auslösen. Sind wir gestresst, dann sinken unsere weiblichen Hormone, was zur Folge hat, dass wir uns noch gestresster fühlen, was dann wiederum die Hormone noch weiter sinken lässt… Aber – Good News – da können wir aussteigen! Im Hormon-Yoga gibt es einerseits eine spezielle dynamische Asana-Übungsreihe, die den Hormonspiegel ansteigen lässt bzw. ihn harmonisiert (wenn fleißig und regelmäßig geübt wird). Andererseits besteht Hormon-Yoga aus einer ganzen Reihe von Atem- und Konzentrationsübungen, die helfen, Stress zu reduzieren. 

     

    Richtig spannend mit den Hormonen wird es für die meisten Frauen erst so ab Mitte 40, wenn der Hormonspiegel ganz natürlich sinkt oder Karussell fährt. Unterschiedliche Wechseljahresbeschwerden können da auftreten, mehr oder weniger massiv. Interessanterweise passiert das oft in einer Zeit, in der die eigenen Kinder in die Pubertät kommen und sie Ähnliches wie wir durchleben. Ihre Hormone steigen rapide an, während unsere abfallen. Naja, das kann dann auch eine schöne Gelegenheit sein, um sich gespiegelt zu erleben und Mitgefühl zu praktizieren: Empathie für die Kinder und – ganz wichtig – Empathie für uns selbst zu entwickeln. Hier könnte es dann sogar zu einer Positivschleife kommen.

     

    Das klingt so, als hättest du das am eigenen Körper erlebt? Wie hast du Hormon-Yoga für dich entdeckt?

     

    Kirsten: Ich persönlich wurde genau in dieser Lebensphase mit dem eben beschriebenen Szenario auf die Hormon-Yogatherapie aufmerksam und hatte dann die tolle Gelegenheit, meine Ausbildung direkt bei Dinah Rodrigues zu machen, der Begründerin dieser Therapieform. Sie ist Brasilianerin und war, als ich sie erlebte, fitte und lässige 91 Jahre jung. Bei ihr wirkt Hormon-Yoga auf jeden Fall wie ein Jungbrunnen. Auch lange nach Ende der Wechseljahre erfrischt es Körper und Geist. Für mich ist Dinah Rodrigues auch eine Art Rollenmodell dafür, wie Frauen anders „alt“ werden können.  

     

    Das ist sehr ermutigend und es hört sich fast an, als wäre Hormon-Yoga so eine Art Geheimwaffe. Hilft es denn auch gegen das Schreckgespenst PMS? 

     

    Kirsten: Hormon-Yoga kann auch schon lange vor den Wechseljahren viel bewirken. Bei PMS kann es in der Tat sehr hilfreich sein. Die Übungen zielen darauf ab, den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Ein sogenannter doppelter Feedbackmechanismus zwischen den hormonproduzierenden Drüsen der Frau (also Hypophyse, Schilddrüse, Nebennieren und Eierstöcke) wird wieder harmonisiert. Auch junge Frauen und Mädchen können und sollten zur Linderung ihrer Beschwerden bei PMS Hormon-Yoga ausprobieren. Außerdem können auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch davon profitieren. Nach vielen Versuchen und Anstrengungen, um schwanger zu werden, sind sie oft völlig gestresst und aus ihrer Mitte geworfen. Da kann dieser Ansatz wieder neues Selbstvertrauen geben und entkrampfend und beruhigend wirken.

     

    Yoga also als Mittel zur Selbsthilfe?! Kannst du uns Übungen verraten, die man zu Hause auf dem Sofa machen kann, wenn es einem mit seiner PMS so richtig mies geht?

     

    Kirsten: Ein Mittel zur Selbsthilfe, ganz genau. Das finde ich so toll an Yoga im Allgemeinen und ganz besonders am Hormon-Yoga. Es ist keine Hormonersatztherapie, die eventuell unser ganzes Hormonsystem noch zusätzlich durcheinanderbringt. Nichts von außen einwerfen, keine unerwünschten Nebenwirkungen, sondern von innen, aus und mit unserem Körper agieren. Das macht uns selbstbestimmt, darüber lernen wir uns und unseren Körper besser kennen und im besten Fall gelingt es uns, mit uns selbst Freundschaft zu schließen und eine positive Haltung den Veränderungen gegenüber einzunehmen. Hormon-Yoga kann uns ermächtigen, ins Handeln zu kommen, weg vom Jammern und dem Gefühl des Ausgeliefertseins, hin zu mehr Lebensfreude und Energie. Und mehr Ruhe und Gelassenheit können Einzug in unser Leben halten. Ins Leben aller Frauen, in eigentlich jeder Lebensphase. 

     

    Ganz wichtig aber, es gibt auch Kontraindikationen. Hormon-Yoga darf vor allem nicht praktiziert werden bei Brustkrebs und allen hormonbedingten Krebsarten. Außerdem nicht bei fortgeschrittener Endometriose. Vor einer Therapie muss immer der Gesundheitszustand der einzelnen Frau im Detail abgefragt werden. Ich würde jetzt hier sehr gerne allen eine tolle, einfache Übung als Wundermittel verraten, aber das geht leider so nicht. 

    „Yoga ist kein Aspirin“ hat eine meiner Lehrerinnen immer gesagt, nur stetiges Üben und Einsicht hilft. Die Übungsreihe der Hormon-Yogatherapie ist ein relativ komplexes System. Sie besteht aus dynamischen Asanas, die die einzelnen Hormondrüsen ansprechen und die in Verbindung mit speziellen Atemtechniken (Bastrika, Ujjayi) und einer tibetischen Energiezirkulation (eine Kombination aus Bhandas, Mudras, Visualisierung, Konzentration) ausgeführt werden. Da braucht es schon eine kompetente Anleitung in einem Workshop, einem fortlaufenden Kurs oder per Video, bevor frau dann zu Hause allein praktizieren kann. Dann ist es aber sogar möglich, kreativ damit zu werden und es auch mal in die Badewanne oder an den Beckenrand vom Schwimmbad zu verlegen. 

    Eine Atemübung – to go

    Eine einfache Atem- und Konzentrationsübung aus dem Hormon-Yoga kann ich aber trotzdem vorstellen. Das kann jede jetzt und hier sofort mal ausprobieren. Vielleicht nicht gerade auf dem Sofa liegend, besser aufrecht auf der Stuhlkante oder dem Boden sitzend. Vielleicht im Schneidersitz, wenn das geht. 


    Schließe die Augen, beobachte deinen Atem und beginne dann mit dem beruhigenden Pranayama: 

    Einatmen und dabei auf 3 zählen, Ausatmen und dabei auf 6 zählen, ein 3, aus 6, usw. So für ein paar Minuten fortfahren. Dann kann zusätzlich noch der rechte Daumen das rechte Nasenloch verschließen und die Konzentration auf einen Punkt links leicht oberhalb des Kopfes gerichtet werden. Und dann wieder Einatmen auf 3 und Ausatmen auf 6… 

    Das nennt sich dann Chandra Bhedana oder die Mondatmung – wir verlängern die Ausatmung und bewegen die Energie in der linken Körperhälfte und werden ruhig. 

    Viel Glück!    

     

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