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    Wieviel Sex braucht eine Beziehung?
    Und spielt die Quantität wirklich eine Rolle? Sexologin Jana Welch erklärt worauf es wirklich ankommt – Kolumne

    Sexologin Jana Welch hat Antworten auf Fragen, die wir uns mit Sicherheit alle schon mal gestellt haben. Bei uns zieht sie dem Thema Sexualität den Zahn und macht aus einer Sache, die irgendwie immer noch hinter Sprachbarrieren steckt, endlich wieder einen Spaß, über den wir wieder gerne sprechen. So z.B. auch bei der Frage, wieviel Sex gut für eine Beziehung ist? Doch Quantität ist nicht Qualität. Diese und weitere wichtige Erkenntnisse, die dir sonst noch helfen können, den Sex in deiner Partnerschaft wieder für dich ins rechte Licht zu rücken, offenbart uns Jana.

    Erst kürzlich hatte ich für meine Verhältnisse eine recht sexarme Phase mit meinem Partner. Und obwohl ich ein umfangreiches Wissen habe, war ich in dieser Zeit einfach nur normale Frau – und nicht Sexologin. Ich war verunsichert und gekränkt. Denn ER hatte keine Lust. Mein inneres einsames Kind stellte sogleich die gesamte Beziehung in Frage. Ich fing an, mich kritischer im Spiegel zu betrachten und zog sogar kurzzeitig in Erwägung, einen ewig interessierten EX von mir anzurufen, um meine Unruhe zu beruhigen. KRASS. 

    Diese sexlosen Phasen sind natürlich absolut normal!

    Klar weiß ich, dass bei uns nicht gleich alles im Argen liegt – aber dennoch hat es mich getriggert. Schlussendlich habe ich das Thema angesprochen und erfahren, dass seine Lustlosigkeit nicht mit mir zusammenhängt – sondern er von seinem neuen Job einfach überanstrengt war. Dieses Gespräch hat dafür gesorgt, dass ich Klarheit hatte und er spürte, wie wichtig es mir ist, auch körperlich mit ihm verbunden zu sein. Die nächsten Tage hatte ich einfach Sex mit mir und meinem Kokosöl – und das war auch schön. Dann kam seine Lust zurück….!

    Worum geht es hier eigentlich und warum ist die Quantität von Sex kein Qualitätsmesser für eine Beziehung?

    Wir haben meist nie gleich viel Sex in einer Beziehung. Unsere Lebensumstände, unser Arbeitspensum, Kinder usw. bestimmen beängstigend mit, wie es um unser Sexleben steht. Wir sind anfällig für Störungen von außen. Je länger eine Beziehung andauert, desto eher verzichten wir mal auf Sex. Wir sind uns meist auch sicher, dass unsere Beziehung das schon einmal aushält. Tut sie ja auch. Schleichend wird es oft weniger und weniger und oft erinnert uns nur noch das schlechte Gewissen...wir müssen jetzt mal wieder miteinander schlafen – sonst….. an unsere früher so lustvolle Sexualität.

    STOPP!

    Jetzt wird es interessant und auch wichtig, darüber nachzudenken, wieviel Sex eine Beziehung und vielleicht auch DEINE Beziehung braucht. Was ist deine Motivation, um Sex zu haben? Was tut er dir Gutes? Körperlich nur für dich, aber auch im Kontakt mit deinem Partner? Wie geht es euch beiden nach einem wunderschönen sexuellen Erlebnis? Und was brauchst du heute und jetzt, um wirklich JA sagen zu können? 

    Ich verrate es dir.

    „Die Frage, wie viel Sex eine Beziehung braucht, stellt sich dann nicht mehr, wenn die sexuelle Begegnung mit dem Partner erfüllend ist.”

    Immer dann, wenn wir uns Gedanken oder auch Sorgen um die Quantität machen, können wir einfach nur an der Qualität „arbeiten“. Erleben wir die sexuellen Begegnungen mit unserem Liebsten als aufregend und geil, grübeln wir weniger darüber nach, wie oft er denn zu sein hat. Die Frage, wie viel Sex eine Beziehung braucht, stellt sich dann nicht mehr, wenn die sexuelle Begegnung mit dem Partner erfüllend ist. Unsere Sinne beflügelt. Wenn wir uns gesehen fühlen und wenn wir uns gegenseitig berühren. Nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Wenn Sexualität mehr als nur eine physiologische Entladung bedeutet. Immer dann stellt sich diese Frage NICHT. 

    Eher fühlen wir uns wie am Anfang einer Beziehung.

    Wenn die Hormone Lambada tanzen.

    Am Anfang sind wir uns ganz sicher, dass das für immer so sein wird. Dieses Feuer kann einfach nicht vorübergehen. Wir verfallen selig dem Glauben, dass die Erregung und die Lust, das leise fordernde Zucken in der Vagina, für immer bleiben werden. Wie schön oder vielleicht auch anstrengend wäre das. Die Realität zeigt, dass die meisten Deutschen zwischen 29 und 39 Jahren ca. 1,6 Mal in der Woche Sex haben. Was auch immer du jetzt denkst – vielleicht erinnert dich die Zahl eher an deinen Jahresdurschschnitt oder du merkst, dass ihr ja gar nicht „so schlecht“ seid. Aber wahrscheinlich sehnst du dich einfach nach „mehr“.

    Vielleicht aber ist dieses „mehr“ gar nicht unbedingt der reine sexuelle Austausch, sondern vielmehr die Intimität zwischen euch, die du beflügeln möchtest. Und ich meine damit die Intimität, die außerhalb des Bettes stattfinden kann. Es geht vielmehr um die Nähe, die du durch Gespräche herstellen kannst.

    Immer dann, wenn du deinem Partner wirklich reinen Wein einschenkst und ihm klar sagst, was du fühlst und brauchst und vermisst – immer dann kommt ihr euch ein Stück näher. Vielleicht hast du einfach gerade keine Lust auf Sex und vermeidest sogar die Umarmungen deines Partners (obwohl du die eigentlich über alles liebst). Einfach, weil du vielleicht Sorge hast, dass genau diese Körperlichkeit wieder zu Sex führen könnte, auf den du ja keine Lust hast.

    Wie wichtig ist es dann, dem Partner ehrlich mitzuteilen: Hey, deine Umarmung tut mir gerade unendlich gut – aber ich habe keine Lust auf Penetration. 

    Das Thema Sex wird dann nicht – wie ich es oft in meiner Praxis erlebe – totgeschwiegen oder zu einem „Must Do“, sondern darf sich ausweiten, darf andere Formen annehmen und kann dann wieder in Körperlichkeit enden. 

    Sexualität und Intimität sind die besten Freunde und beeinflussen sich gegenseitig. Versuche doch einmal, ob du dich traust, deinem Partner etwas von dir zu erzählen, was du vielleicht bis dato nur deiner besten Freundin erzählt hast. Diese neue Nähe, die du initiieren kannst, bringt euch wieder in den Kontakt.

    Damit ist die Frage, wie viel Sex eine Beziehung braucht, unerheblich.

    Denn was zählt ist, dass du glücklich bist und dich immer wieder traust, DEINE Wahrheit zu sprechen.

    Deine Jana

    JANAS ÜBUNG FÜR DICH

    Aufgabe 1: Finde (nur) 10 Gründe, warum du KEINEN Sex mit deinem Partner haben solltest. Schicke sie mir, wenn du Lust hast.

    Aufgabe 2: Finde 10 Gründe, warum du Sex mit deinem Partner haben solltest. Schicke sie mir, wenn du Lust hast.

    Lerne Jana kennen – Hier stellt sie sich vor:

    Ich bin ein sex-positiver Mensch und sehe eine erfüllte Sexualität als Kleber der Beziehung. Dieser Kleber ist nicht immer gleich stark, aber wenn er komplett seine Klebekraft verliert, so verliert man sich oft selbst und die Paarbeziehung leidet leise vor sich hin. Besonders dann, wenn einer mehr oder anderen Sex will. Mich hat das Thema Sexualität mit all seinen Facetten schon immer fasziniert, so sehr, dass ich es studiert habe.

    Dieses Wissen und meine persönlichen Erfahrungen als Mensch, der bereits viele Höhen und Tiefen überstanden hat, machen mich zu einer Sexologin, die nicht nur auf dem Feld der Sexualität viel zu geben hat, sondern auch gerne in Lebensfragen konsultiert wird.

    Und hier könnt ihr Jana erreichen:

    welch-sexologie.de

     jana@welch-sexologie.de

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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