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    LET’S TALK ABOUT SEX
    Nach der Geburt, im Familienalltag oder nur mit dir

    Sexualität gehört zu unserem Alltag – im besten Fall. Falls nicht, können wir ihr trotzdem nicht entkommen. Überall begegnet sie uns. Die Medien sind voller schlauer Tipps, die Vulva erlebt ihr „coming-out“ und jetzt „erwischt“ es euch auch hier. Auf mother.NOW.

    „Und darüber freue ich mich ganz besonders. Denn ich habe vor, DEINE Sexologin zu werden, deine Vertraute und „Sister“, wenn es um sexuelle oder auch um Beziehungsfragen geht.“ Sexologin Jana Welch bringt Sex wieder in deinen Fokus und beantwortet für mother.NOW in einer kleinen, heute startenden Reihe Fragen, die du dich vielleicht so gar noch nicht zu stellen gewagt hast.

    „Ich habe „das“ tatsächlich studiert – und habe einen Masterabschluss in Sexologie. Doch vielmehr als mein Studium und alle möglichen Ausbildungen (u.a. systemische Sexualtherapie, Gewaltfreie Kommunikation etc.) bin ich Mensch, Frau und Mutter. Ich bin geschieden, habe zwei Kinder (10 und 112 Jahre), die die meiste Zeit bei mir leben und habe einen Freund, der früher als „sexological bodyworker“ praktiziert hat und heute als Lebens-Coach arbeitet. Ich begleite Männer und Frauen in meiner Hamburger Praxis, aber auch immer mehr online über Skype.

    Mein eigenes Sexleben gleicht einer wundersamen Reise zu mir selbst. Über viele Jahre habe ich mir ehrlich gesagt wenig bewusste Gedanken über SEX gemacht. Ich hatte ihn einfach oder eben nicht. Mal war er besser, mal war er schlechter. In meiner Vorstellung lag es dann immer am jeweiligen Mann. Kannte ER sich gut aus, war auch mein Sex besser. Da gab es gute und schlechte Liebhaber, schöne und vermeintlich zu kleine Penisse und für mich lag es ganz klar immer am Mann, ob ich kam oder nicht. So ähnlich dachten auch meine Freundinnen, die nach einer ersten Nacht mit dem neuen Liebhaber klagten, dass der Sex mit dem Ex doch viel besser gewesen sei.

    Doch im Rückblick lag der mittelmäßige Sex eher daran, dass ich nicht in der Lage war, meine Grenzen selbstbewusst und achtsam zu setzen – einfach, weil ich sie vielleicht auch noch gar nicht kannte

    Weil ich oft glaubte, „das macht man halt so“ oder weil ich meinen Freund nicht verlieren wollte. Weil ich dachte, ach, das stört mich nicht wirklich. Ich war meist im Außen, bei ihm, habe mir vorgestellt, wie sich meine Vagina für IHN anfühlt.

    Im Grunde habe ich mich selbst nicht in den Fokus gerückt. Ich habe den Ruf meines Körpers oft nicht hören wollen und habe Dinge gemacht und erlebt, die ich heute anders erleben kann. Und siehe da – mein Sex ist so viel schöner geworden und er fehlt mir, wenn ich ihn mal nicht habe. Dabei verstehe ich unter „Sex“ sehr viel mehr als nur die reine Penetration.

    Wir Frauen können unsere eigenen MasterInnen of Sex sein. Eigenverantwortlich lieben und Lust empfinden.

    Darum wird es auch hier in dieser Reihe gehen.

    Auch als Sexologin habe ich manchmal keine Lust, fühle mich leer, einsam, verklemmt, schamvoll und überfordert. Das ist auch ok. Wichtig ist nur, dass wir einen Kompass im Leben haben, den wir immer wieder bei Bedarf rausholen können und der uns – wenn wir das möchten – einen möglichen Weg zeigen kann.

    Hast du Lust? …deinen Kompass in Beziehungs- und Sexfragen zu finden?

    Wie schön wäre es, wenn wir unsere eigenen Botschafterinnen werden, die auch sexuelles Wissen weitertragen. Denn obwohl unsere Welt so sexualisiert ist, begegnet mir gerade beim Thema Sex noch immer sehr viel Unsicherheit und auch Unwissen.

    Leider gibt es in der Schule noch kein Fach „Lustvoll Lieben“.

    Heute kann man – zumindest in den großen Städten – „alles“ sein, divers, lesbisch, bi oder auch asexuell. Wir sprechen nicht mehr nur von Mann und/oder Frau, sondern auch von männlichen und weiblichen Teilen oder Energien, die alle in uns sind. Nie zuvor war die sexuelle Welt pluralistischer und doch wissen wir oft wenig über die Dinge, die doch so wichtig wären, um ein erfülltes und ehrliches sexuelles Leben zu führen. Wie ist es bei dir?

    Für all die Frauen, die sich gerade angesprochen fühlen und die auch Lust haben, zu sich und ihrer eigenen Lust zu reisen, möchte ich hier in den kommenden Wochen ein paar spannende Fragen klären.

    Deine Jana

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