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    Wie wichtig ist eine Mama-Auszeit?
    Drei Tage nur Zeit für sich! - Zwillingsmutter Katrin über das Für und Wider von kleinen Freiheiten und wer alles davon profitiert.

    Der Alltag mit kleinen Kindern kann nervenaufreibend sein. Kann bei allem Glück, den er bietet, sehr anstrengen, zehren und den Wunsch nach Pausen hervorrufen. Und auch, wenn wir uns diese immer wieder gönnen sollten – sei es auch nur, um einmal am Tag richtig durchzuatmen und zumindest einen Kaffee noch heiß zu trinken – kann das Bedürfnis nach einer etwas längeren Auszeit entstehen. Einfach weil die Akkus leer sind oder eben übervoll mit Kinderkram und allem was dazu gehört und eine tiefer gehende Erholung benötigen. Gast-Autorin Katrin steht kurz vor ihrer einmal jährlichen “Großen Pause”. Drei Tage fährt sie mit ihren Freundinnen ans Meer, um einfach auszuspannen und nur tun zu können, wonach ihr ist. Doch obwohl sie weiß, wie wichtig ihr das ist und wie gut es allen tut, stellt sie sich die Frage: Darf ich das?

    Mich beschäftigt seit geraumer Zeit die Frage, warum Mütter, die sich ab und an Zeit für sich nehmen, so stark in der Kritik stehen. In den Medien und auch im privaten Umfeld begegne ich oft genug der kontroversen Diskussion, ob Müttern eine Pause von ihren Kindern zusteht oder nicht. Darf ich mir als Mama eine Auszeit nehmen oder anders gefragt: Darf ich mir überhaupt wünschen, mal für eine kurze Zeit allein zu sein und nur etwas für mich selbst zu tun? Darf ich so egoistisch sein, drei Tage zu verreisen – ohne Kind, Mann und Feuchttüchern in der Handtasche? Für mich persönlich gibt es auf diese Frage nur ein klares JA und ich möchte in diesem Beitrag erklären, warum ich als Mutter ohne schlechtes Gewissen kleine Pausen aus dem Mutteralltag mache.

    Darf ich als Mama allein verreisen?

    Nächsten Monat werde ich mit zwei Freundinnen für ein paar Tage nach Hiddensee fahren. Ohne meine Kinder, ohne meinen Mann und mit einem Koffer, in dem sich nur meine eigenen Klamotten und mein Kindle befinden. Ich werde mir eine kleine Auszeit gönnen, Wellness mit den Freundinnen, einmal im Jahr, drei Tage lang.

    Als ich mir das erste Mal eine kurze Mama-Auszeit genommen habe, waren meine Kinder 2,5 Jahre alt. Ich hatte zusammen mit der Schwangerschaft wie viele andere Mamas eine wilde Zeit hinter mir, in der naturgemäß die eigenen Bedürfnisse nach Schlaf, warmen Mahlzeiten und einer Dusche am Morgen zurückstehen mussten. Meine Zwillinge forderten viel, ich war die Woche über mit ihnen durch Papas Berufstätigkeit allein und wir drei segelten gemeinsam durch viele Abenteuer des Alltags. Mein Wunsch, drei ganze Tage nur für mich zu haben, wurde von meiner Tagesmutter damals scharf kritisiert und ohnehin ist die Sehnsucht vieler Mütter, auch mal Zeit für sich zu haben, ein kontroverses Thema. Das macht mich wütend. Sich selbst eine Pause zu gönnen, bedeutet doch nicht automatisch, man wäre als Mutter überfordert, sei egoistisch und wohl eben keine Mama mit Leib und Seele. Ich denke, das Gegenteil ist der Fall, denn wer wirklich mit Leib und Seele Mama sein will, braucht eine Kraftquelle. Eine Mama-Auszeit, in der die Batterie wieder mit neuen Superkräften aufgeladen wird.

    Und wo sind deine Kinder in der Zeit?

    Diese Frage wird Müttern fast immer gestellt, wenn sie allein verreisen. Meine Kinder sind während meiner Mama-Auszeit bei Papa und tagsüber in der Kita bei ihren Freunden bestens aufgehoben. Ich sperre sie nicht in den Keller oder setze sie im dunklen Wald aus mit ein paar Brotkrumen in der Tasche. Sie müssen in dieser Zeit nicht hungern und frieren; es geht ihnen gut. Sie werden Süßigkeiten essen und abends bis in die Puppen aufbleiben dürfen, weil sonst Mama immer diejenige ist, die mahnend auf die Uhr sieht oder ihnen die Schokolade wegnimmt. Auch meine Kinder haben in diesen Tagen eine Auszeit von ihrer Mama.

    „Wer wirklich mit Leib und Seele Mama sein will, braucht eine Kraftquelle."

    Aber werden die Kinder dich nicht furchtbar vermissen?

    Ja, und noch viel mehr werde ich sie vermissen. Natürlich ist eine Mama-Auszeit immer auch mit einem kurzen Abschied, mit einer Zeit der Trennung und veränderten Gewohnheiten verbunden. Ich werde meinen Kindern am Abend keinen Gute-Nacht-Kuss geben können, nicht mitten in der Nacht das Gespenst verjagen und sie am Morgen als erstes fragen können, ob sie von unserer Traumwolke durch den Schlaf getragen wurden. Und vielleicht werden deswegen sogar ein paar Tränen fließen – auf beiden Seiten. Aber: Es sind drei Tage und eine absehbare Zeit. Außerdem denke ich, dass auch das Vermissen ein Gefühl ist, das Kinder erfahren sollten und lernen müssen, damit umzugehen. Es wird in ihrem Leben später noch viele Trennungen geben – umso besser, wenn sie lernen können, dass es nach einer Trennung auch ein Wiedersehen gibt, auf das man sich freuen kann.

    Warum brauchst du überhaupt eine Auszeit?

    Mamas, die sich so wie ich diese Pausen gönnen, müssen sich vielen Fragen gefallen lassen. Meine Tagesmutter hatte damals so gar kein Verständnis dafür, warum ich eine solche Pause brauchte. Es suggeriert automatisch Überforderung und mangelnde Motivation, für seine Kinder da zu sein. Für mich ganz persönlich ist meine Sehnsucht nach etwas freier Zeit das offene Eingeständnis, dass Kinder pures Glück, aber auch unendliche Anstrengung sein können. Man ist doch irgendwie immer on, horcht in der Nacht, ob die Kinder noch atmen, muss Argumente finden, warum im Winter keine Sandalen getragen werden und nach Lösungen suchen, wenn das Kind am Morgen eines wichtigen Arbeitstages mit Fieber aufwacht. Ich möchte Energie dafür haben, ausgeglichen sein und all das auch genießen können. Und das ist in meinen Augen nur möglich, wenn man auch auf sich selbst achtet und die eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst nimmt.  

    Was machst du denn so ganz ohne Kinder?

    In meiner kommenden Mama-Auszeit werde ich tief durchatmen bei langen Strandspaziergängen, abends vor dem Kamin ein Buch lesen und vermutlich den Rest der Zeit auf der Suche nach einem tollen Mitbringsel sein, das meinen Kindern Freude bereitet. Ich werde mit meinen Freundinnen mal über andere Themen als Kindererziehung plaudern, mir am Morgen die Zeit für eine heiße Dusche nehmen und so unvernünftig sein, bis 4 Uhr in der Früh aufzubleiben, weil der Roman gerade so spannend ist. Ich werde in diesen Stunden Kraft schöpfen für die 362 darauffolgenden Tage mit meiner Familie. Drei Tage Zeit nur für mich zu haben, bedeutet eben nicht nur, in dieser Zeit nicht mit meinen Kindern zusammen zu sein. Es bedeutet vor allem, den Rest des Jahres mit Leib und Seele Mama zu sein.

    Zwei Monate später werde ich wieder für einen Kurzurlaub nach Hiddensee fahren, in das kleine gemütliche Ferienhaus mit Kamin und Blick aufs Meer. Diesmal mit meinen Kindern. Wir werden Fahrradfahren üben, Steine bemalen und im Seegras-Weitwurf gegeneinander antreten. Darauf freue ich mich mindestens genauso sehr wie auf meine kleine private Auszeit einmal im Jahr.

    „Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze." – Oscar Wilde

    Photo by Ryan Moreno on Unsplash

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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