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    Was sind meine Bedürfnisse?
    Mamapsychologin Isabel Huttarsch hilft dir, deine Bedürfnisse zu erkennen und erklärt, warum dies überlebenswichtig ist

    Kennst du als Mama deine Grundbedürfnisse? Klar, wirst du jetzt vielleicht denken. Essen, Schlafen, Trinken, Atmen. Das muss doch jede*r. Nicht selten entgleitet uns mit dem Mamasein die Kontrolle über diese banalen, lebensnotwendigen Grundbedürfnisse auf körperlicher Seite. Wir trinken zu wenig. Essen Dinge, die uns nicht wirklich nähren und Schlaf – was war das doch gleich?! Doch neben diesen körperlichen Grundbedürfnissen gibt es eine Reihe von psychischen Grundbedürfnissen, deren Erfüllung für unser (Über-)Leben mindestens genauso bedeutsam ist, wie zu essen, zu trinken und zu schlafen. Das Wissen über psychische Grundbedürfnisse ist weitaus weniger verbreitet als das über ihre körperlichen Kollegen. Und das ändern wir jetzt mal! 

    Deine psychischen Grundbedürfnisse – ja, es gibt sie wirklich!

    Der Psychotherapieforscher Klaus Grawe hat einen Großteil seines Lebens damit verbracht, herauszufinden, welche psychischen Grundbedürfnisse wir Menschen in uns tragen. In seiner jahrelangen Arbeit kam er dabei auf 4 übergeordnete psychische Grundbedürfnisse, die für uns Menschen bedeutsam sind, wenn wir ein zufriedenes Leben führen wollen. Es sind die Bedürfnisse nach Bindung, nach Lustgewinn & Unlustvermeidung, nach Selbstwertschutz & Selbstwerterhöhung sowie nach Autonomie. Ziemlich viele unsexy Fachbegriffe in nur einem Satz. Dabei sind sie für unser alltägliches Leben als Mamas so bedeutsam. Lass uns also mal einen tieferen Blick wagen, was hinter all diesen Begriffen tatsächlich steckt und wie es im Mama-Alltag um sie bestellt ist. 

    Das Bedürfnis nach Bindung

    Wir Menschen sind soziale Wesen und streben danach, uns mit anderen Menschen zu verbinden. Und mit großer Wahrscheinlichkeit ist das eines der Bedürfnisse, das dein Kind dir gegenüber ziemlich klar einfordert. Ich erinnere mich noch sehr genau an die Baby- und Kleinkindzeit, in der meine Kinder quasi auf mir gelebt haben. Ein berechtigter Versuch, die körperliche Verbindung im Mutterleib weiter zu führen. Dieses Bedürfnis begleitet aber auch uns Mamas im Alltag. Fühlst du dich manchmal einsam, seit du Mama bist? Mit dem Mamawerden kommt oft (zumindest zeitweise) die Isolation, so ganz alleine zu Hause mit dem Kind. Ein Zustand, den viele Mamas kennen und der sehr schwer wiegt, da er diesem Grundbedürfnis widerspricht. Manchmal erleben wir als Mamas aber auch das Gegenteil. Alles ist zu eng. Wir sind zu verbunden und streben nach Eigenständigkeit – das Autonomiebedürfnis meldet sich zu Wort!

    Das Bedürfnis nach Autonomie

    Du kennst Kinder zwischen 2 und 5 Jahren? Dann hast du das Autonomiebedürfnis mit Sicherheit schon live erlebt – mit all seiner Wucht. Dinge selbst tun. Selbst entscheiden, was wir wann wo tun und lassen. Danach strebt das Autonomiebedürfnis. Und damit haben wir so einiges mit unseren Kindern gemein: Als Mamas sind wir in vielen Momenten alles andere als unabhängig und autonom. Unsere Kinder brauchen uns. Zu manchen Zeiten 24/7. Selbst entscheiden, wann wir wie lange duschen? Fehlanzeige. 

    Das Bedürfnis nach Lustgewinn & Unlustvermeidung

    Bei diesem Bedürfnis geht es um die simple Tatsache, dass wir Menschen grundsätzlich angenehme Erfahrungen anstreben und unangenehme Erfahrungen, wenn möglich, vermeiden. Das gelang uns in unserem bisherigen Leben mal mehr, mal weniger gut. Aber spätestens mit dem Mamasein stellt uns dieses Bedürfnis vor eine massive Herausforderung. Da gibt es plötzlich Aufgaben, die getan werden müssen und Situationen, die sich nicht vermeiden lassen. Nicht jede Mama wickelt gerne, spielt gerne, kocht gerne und mag es, sich so ausufernd mit „Babykram“ auseinanderzusetzen. Hobbies? Haben oft nur begrenzt Raum und unserem vollen Mama-Alltag. 

    Das Bedürfnis nach Selbstwertschutz und Selbstwerterhöhung

    Im Laufe unserer Erfahrungen auf dieser Welt bekommen wir eine Idee davon, wie viel wir eigentlich wert sind als Mensch. Diese Einschätzung ist in hohem Maße abhängig von dem Wert, den andere Menschen uns (un)bewusst durch ihr Denken, Fühlen und Handeln spiegeln. Unabhängig davon, wie hoch dieser Selbstwert im einzelnen ausgeprägt ist, streben wir danach, diesen Wert zu erhalten oder gar zu erhöhen. Niemand von uns möchte plötzlich mit der Erkenntnis aufwachen, wertlos zu sein. Und das prägt auch unser Verhalten als Mamas. Wir kaufen Dinge, die wir unserem Kind als „gute Mutter“ nicht vorenthalten möchten. Und wir tun Dinge, die „man als gute Mutter“ eben so tut, unabhängig davon, ob sie zu uns, unsere Kinder oder unserer aktuellen Situation passen. 

    Und jetzt?

    Bislang eine ziemlich frustrierende Aufstellung, findest du nicht auch? Das Leben als Mama stellt uns vor die ein oder andere Herausforderung, wenn es darum geht, gut für uns selbst und unsere eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Nicht zuletzt deswegen, weil wir mit der Geburt unserer Kinder plötzlich nicht mehr „nur“ für unsere eigenen Bedürfnisse verantwortlich sind, sondern auch für die dieser so kleinen, abhängigen Wesen. Doch die Verantwortung zu tragen bedeutet nicht, dass wir es sind, die diese Bedürfnisse alle im Alleingang erfüllen müssen. Nicht umsonst heisst es, dass es ein Dorf braucht, um ein Kind groß zu ziehen. Als Mama unterstützt zu werden, entspricht unserer menschlichen Natur. Ich wünsche dir den Mut, dir dein eigenes Dorf zu gründen. Denn du bist es wert, unterstützt zu werden. Aus einem leeren Brunnen kann niemand schöpfen. Selbstfürsorge ist kein Luxus. Sie ist die Basis für ein bewusstes Leben – mit uns und mit unseren Kindern. Und das wünsche ich uns sehr. 

    Check deine Bedürfnisse!

    Du hast nun Lust bekommen, deinen eigenen Grundbedürfnissen näher zu begegnen? Dann nutze doch unsere Bedürfnis-Checkliste, um mehr Klarheit darüber zu bekommen, was du gerade wirklich brauchst. Mach den TEST – Hier geht`s zum Bedürfnisrad >>

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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