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    Was kann ein familienfreundliches Unternehmen für mich tun?
    Vereinbarkeit muss stärker auf Seiten der Unternehmen platziert werden. Wir haben beim Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie" nachgefragt, wo genau wir gerade stehen.

    Wahrscheinlich kennen wir das alle: Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht bei uns ganz oben auf der Wunschliste, im Idealfall herrscht im Unternehmen, in dem wir arbeiten, auch eine familienfreundliche Unternehmenskultur. Wir Eltern wollen heute alles haben: Zeit für uns, Zeit für die Familie und natürlich auch Zeit für den Job oder gar für eine Karriere. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter. Auch wenn wir es vielleicht um uns herum noch gar nicht so sehr spüren oder sehen, haben sich viele Unternehmen das Thema Vereinbarkeit bereits auf die Fahne geschrieben. Unterstützt werden sie dabei vom Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“. 2007 vom DIHK und dem Bundesfamilienministerium aus der Taufe gehoben, hat man sich dort zum Ziel gesetzt, Familienfreundlichkeit zum Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen. 

    Wie gelingt Verienbarkeit? Wo steht Deutschland in der Entwicklung und was genau kann man eigentlich von einem familienfreundlichen Unternehmen erwarten?

    Im Gespräch mit Erfolgsfaktor Familie wechseln wir die Perspektive und wollen wissen, was Unternehmen auf ihrer Seite für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun können bzw. in vielen Bereichen heute schon aktiv tun. 

    Was genau steckt hinter dem Netzwerk Erfolgsfaktor Familie? Die Erfolge für uns als Familie werden also über sie auf Seite der Unternehmen angestrebt. Sie arbeiten quasi aktiv an der Quelle. Wie genau?

    E.F.: Unser Netzwerk hat inzwischen 7.400 Mitglieder und wächst kontinuierlich. An dieser positiven Entwicklung  erkennt man das Engagement der deutschen Wirtschaft für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir wollen für den Nutzen einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie  sensibilisieren und bieten Firmen konkrete Unterstützungsangebote. Unser Netzwerkbüro agiert als kompetenter Partner für Unternehmen, Kammern und Multiplikatoren, wenn es um Fragen zu familienfreundlicher Personalpolitik geht. Zu unserem Service gehören unterschiedlichste Veranstaltungsformate zu Themen wie Arbeitszeitgestaltung, Beruf und Pflege, Unternehmenskultur und andere. Mit Hilfe von praxisnahen Publikationen wie z. B. Leitfäden oder Checkheften bereiten wir online und offline aktuelles Wissen gerade für kleine und mittlere Unternehmen auf. Unsere Mission ist es also, Vereinbarkeit bei Unternehmen auf den Tisch zu bringen und gemeinsam Ideen und Möglichkeit der Umsetzung zu entwickeln. 

    Wir präsent ist das Thema Vereinbarkeit gerade in den Familien?

    E.F.: Die Wünsche von Beschäftigten – insbesondere Eltern – haben sich in den letzten Jahren durchaus stark verändert. Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht in der Prioritätenliste ganz oben und dazu gehört auch eine familienfreundliche Unternehmenskultur. Eine Umfrage unter GeschäftsführerInnen macht das umso deutlicher: Während 2003 nur 47 Prozent der Meinung waren, Vereinbarkeit sei ein wichtiges Thema, waren es 2012 bereits 81 Prozent. Bis heute dürfte die Zahl weiter angestiegen sein und ist zudem nicht mehr nur ein reines Frauenthema. 


    Wie sehr betrifft das denn auch Männer, bzw. Väter?

    E.F.: Seit der Einführung des Elterngelds und der Partnermonate im Jahr 2007 hat sich der Anteil der Väter, die mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, mehr als verzehnfacht. Und 80 Prozent der Paare in Deutschland geben an, dass beide PartnerInnen erwerbstätig sein sollen – für die meisten Eltern stellt sich diese Frage aus finanziellen Gründen sowieso nicht. 60 Prozent der Erwerbstätigen jedenfalls wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung von Beruf und Care Arbeit. Unternehmen erkennen mittlerweile auch Väter und pflegende Angehörige als neue Zielgruppen der Vereinbarkeit.

    Viele Unternehmen gehen heute schon mit gutem Beispiel voran und wollen Beschäftigten eine familienfreundliche Unternehmenskultur bieten –  in Zeiten von Digitalisierung, Fachkräftesicherung und dynamischen Märkten eigentlich auch der einzig sinnvolle Schritt. Wie steht es aktuell um die familienfreundliche Kultur in Unternehmen?

    E.F.: Natürlich gibt es noch viele Firmen, denen wir noch ein wenig unter die Arme greifen müssen, denn es hat sich gezeigt, dass das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker bei Führungskräften oder dem Management verankert werden muss. Es muss klar sein, dass ein pünktlicher Feierabend nichts mit fehlendem Engagement zu tun hat und dass eine Unternehmenskultur erforderlich ist, die Flexibilität und Selbstverantwortung unterstützt und in der sich die Leistungsbereitschaft aller Beschäftigten entfalten kann. Damit sinkt auch gleich der Anteil an unzufriedenen Beschäftigten. 

    Wie kann denn dann heute die Zukunft von Unternehmen eigentlich konkret aussehen?

    E.F.: In Zukunft werden diejenigen Unternehmen im Wettbewerb um Fachkräfte am erfolgreichsten sein, die jedem bzw. jeder Beschäftigten individuelle Angebote für die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Berufsleben machen – ganz egal ob gerade eine akute Vereinbarkeitsherausforderung besteht oder nicht. In den letzten Jahren zeigt sich immer deutlicher, dass familienfreundliche Unternehmen Fachkräfte an sich binden können – wenn diese Möglichkeiten haben, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. 

    Wie genau geht dann Vereinbarkeit von Beruf und Familie? 

    E.F.: Zuallererst hilft es schon, die Themen Vereinbarkeit, Beruf und Privatleben bei Führungskräften ins Gespräch zu bringen. Sie sind damit ein fester Bestandteil des Unternehmens. Es gibt bereits Unternehmen, die eine familienfreundliche Kultur in ihrem Unternehmen gut umgesetzt haben – zum Beispiel in Form eines Familienservices, der bei der Suche nach einer Betreuung unterstützt oder bei Problemen hilft. Auch Angebote wie Gesundheitstrainings, Fachvorträge und generelle Transparenz können helfen – die Wahrnehmung wandelt sich. Auch dahingehend, dass Karriereziele nicht mehr strikt linear verlaufen müssen. Bosch beispielsweise bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, Stunden zu reduzieren, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

    Und wie können sich Unternehmen selbst für eine familienfreundliche Unternehmenskultur engagieren?

    E.F.: Zuallererst sollte den Unternehmen klar sein, dass Familien eine wichtige Rolle spielen. Unternehmen sollten ihren Fachkräften die Möglichkeit bieten, sich zu entwickeln, flexibel zu sein und sich selbst zu organisieren.

    Ein sehr gutes Beispiel, wie eine familienfreundliche Unternehmenskultur aussieht und welche Schritte ein Unternehmen gehen könnte, um diesem Ziel näher zu kommen, zeigt das Erfolgsfaktor-Familie-Unternehmensporträt des Hotels Upstalsboom. Noch mehr Infos und positive Beispiele und Entwicklungsmöglichkeiten finden sich auch in der Studie Familienfreundliche Unternehmenskultur von Bundesfamilienministerium und „Erfolgsfaktor Familie“. 

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