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    Leben mit der Angst
    Alex Jeanne hat die Diagnose Angststörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung und erzählt sehr einfühlsam von ihrem Leben und wie sich Betroffene helfen lassen können

    Angststörungen sind die häufigsten psychischen Erkrankungen. Allein in Europa leiden rund 60 Millionen Menschen daran, ungefähr zwölf Millionen sind es in Deutschland, Frauen deutlich häufiger als Männer. Aktuelle Statistiken sagen, dass sogar 25% der Bevölkerung in Deutschland irgendwann einmal in ihrem Leben unter einer Angststörung leiden.

    Alex Jeanne hat mit 19 Jahren das erste Mal Angststörungen erlebt. Zudem hat sie eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. Sie kann heute sagen, sie hat einen konstruktiven und bereichernden Umgang mit der Erkrankung gefunden. Alex Jeanne ist Moderatorin, Mental Health Speakerin und Psychologie Studentin. Ihr ist es eine Herzensangelegenheit in der Gesellschaft ein anderes Bewusstsein rund um das Thema Mental Health zu schaffen und deswegen setzt sie sich bewusst für Entstigmatisierung und Enttabuisierung von psychischen Erkrankungen ein und beantwortet heute all unsere Fragen zu ihrer Geschichte und ihren Erfahrungen.

    Auf ihrem Blog alexjeanne.de klärt sie über das Thema auf, gibt Tipps und möchte mit ihrem Wissen andere Betroffene unterstützen. Ihren Podcast „Mein schönes Leben mit Borderline“ findet man auf Spotify, iTunes und überall, wo es Podcasts gibt. Auch auf Instagram kann man ihr hier folgen.

    Unser 8. FÜR SIE College powered by mother.NOW findet am 27. Oktober zum Thema Mentale Gesundheit: Angststörungen statt. Gemeinsam mit unserem Partner Selfapy möchten wir Hürden abbauen und gemeinsam die Möglichkeit bieten, das Thema offen zu besprechen. Alex Jeanne wird dort eine unserer Speakerinnen sein! Wir freuen uns unglaublich auf sie!
    Ihr könnt euch jetzt HIER kostenlos für den 27.10.2021 um 17:30 Uhr anmelden und seid bei unserem Zoom Webinar dabei!

    Liebe Alex, wann hast du gemerkt, dass irgendetwas anders ist mit dir bzw. deinen Gefühlen? 

    Tatsächlich ist bei mir als Kind bereits aufgefallen, dass ich ich viel emotionaler und  sensibler bin als andere Kinder. 

    Ich bin mit 4 Geschwistern aufgewachsen und so habe ich schon im Kindesalter  festgestellt, dass meine Geschwister irgendwie nicht so waren wie ich. Ich habe mehr geweint und hatte mehr Wutausbrüche. 

    Von Bezugspersonen im Kindergarten, in der Schule oder auch in der Familie habe ich  häufig Kommentare gehört wie, „Alex, sei nicht so empfindlich.“ „Du musst lernen Dich mehr anzupassen, sonst wirst du es im Leben schwer haben.“ „Reiß dich doch mal zusammen, das ist doch alles halb so wild.“ Diese Kommentare waren natürlich gut gemeint, da meine Eltern, Verwandten oder auch  Lehrer nur das Beste für mich wollten, allerdings hat es dazu geführt, dass ich die  Erfahrung gemacht habe, meine vielen Gefühle sind nicht richtig. 

    Ich bin komisch, ich bin anders als andere. Ich bin falsch so wie ich bin. Ich habe dann angefangen (nicht bewusst, aber unbewusst) mich zu hassen, so wie ich  bin und meine echten Gefühle nicht mehr zuzulassen oder sie zu unterdrücken. Ich wollte nicht anders sein, ich wollte nicht falsch sein. Ich wollte dazugehören und ich wollte, dass mich meine Eltern lieben. 

    Was war dann der Auslöser den Schritt in eine Therapie zu gehen und wann war das? 

    Ich war damals 19 Jahre alt und bin für das Studium in eine andere Stadt gezogen. Es war das erste Mal, dass ich komplett auf mich alleine gestellt war, bin ich doch in einer  Großfamilie aufgewachsen. 

    Ich war auf dem Weg in die Uni, als ich im Winter in einem überfüllten, stickigen Bus einen Kreislaufzusammenbruch hatte. Ich bin einfach ohnmächtig geworden. Es ist nichts weiter  passiert, aber diese Erfahrung hat bei mir unbewusste Ängste getriggert: Ich fing an ab dem Zeitpunkt Busfahrten zu meiden.  

    Ehe ich mich versah bin ich in einen negativen Angst-Vermeidungs-Kreislauf geraten. Ich vermied nicht nur Busfahren, sondern auch Bahn- und Zugfahren. Nach und nach  kamen weitere Dinge dazu, die ich vermieden habe.  

    Das alles ging wahnsinnig schnell und es hat keine 2 Monate gedauert bis es so schlimm war, dass ich nicht mehr zur Uni gehen konnte und das Haus nicht mehr alleine verlassen  konnte. Das war dann der Anlass für mich mir Hilfe zu suchen. 

    Ich habe mich zuerst meinem Hausarzt anvertraut, der mich dann nachdem ich körperlich für gesund erklärt wurde, an eine Kollegin, die Psychiaterin und Psychotherapeutin war, weiterverwiesen hat. Bei ihr habe ich dann zunächst ein Medikament gegen meine Ängste bekommen. Als ich etwas stabiler war haben wir gemeinsam in einer Psychotherapie meine Ängste  aufgearbeitet. 

    Das war 2007, damals war es bei weitem nicht so schwer wie heute einen Platz beim  Therapeuten zu bekommen. 

    Wie schnell gab es eine Diagnose? Und war es für dich selbst hilfreich diese zu haben?

    Die Diagnose Angststörung habe ich bereits zu Beginn des Jahres 2008 bekommen, ein paar Wochen nachdem ich die Therapie bei meiner damaligen Psychotherapeutin und  Psychiaterin begonnen habe. 

    Ehrlich gesagt konnte ich anfangs nicht viel mit der Diagnose anfangen. Für mich war  Therapie ja Neuland, was genau das bedeutet wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar  nicht. Einerseits war ich froh, dass mir geholfen wurde, andererseits hat sich offiziell eine „Diagnose“ zu haben, als etwas Schlechtes angefühlt. Hatte ich ja jetzt offiziell die Bestätigung, dass ich „gestört“ bin. 

    Im Jahre 2016 kam dann noch die Diagnose „Borderline-Persönlichkeitsstörung“ hinzu. Zu dem Zeitpunkt galt ich von der Angststörung als geheilt, da ich die Ängste gut im Griff  hatte und die Verhaltenstherapie, die ich bezüglich der Angststörung gemacht hatte Wirkung zeigte. 

    Allerdings hatte ich massive Probleme mit dem Umgang meiner anderen Emotionen, starke Stimmungsschwankungen, sowie starke Schwankungen in meinem  Selbstwertgefühl, als auch innere Anspannungszustände unter denen ich sehr litt. Als ich die Diagnose „Borderline“ bekam war es für mich einerseits eine Erlösung, da ich endlich einen Namen für all das hatte ,was ich fühlte, andererseits war ich erschrocken über all die negativen und stigmatisierenden Blogbeiträge, Videos und Bücher, die ich dazu  gefunden habe. 

    Ich dachte mir immer wieder „Ich bin doch kein böser und schlechter Mensch. Ich habe doch nichts falsch gemacht. So viele Dinge die hier über Menschen mit Borderline und  psychischen Erkrankungen stehen sind doch nicht wahr.“ 

    Das war für mich Anlass mich ganz genau mit der Borderline Erkrankung auseinanderzusetzen und öffentlich über meine psychischen Erkrankungen zu sprechen  und aufzuklären. 

    Was ist genau eine Borderline-Persönlichkeitsstörung? 

    Die Borderline Störung ist eine Störung der Emotionsregulationskontrolle.Wir Betroffenen haben ein 9-fach erhöhtes emotionales Erregungsniveau im Vergleich zu  psychisch gesunden Menschen. Das ist eine neurologische Besonderheit, die bedeutet, dass wir Emotionen intensiver wahrnehmen als andere Menschen, sie bei uns schneller wechseln und länger anhalten.

    Deswegen spricht man von einer „Achterbahnfahrt der Gefühle“ die wir Betroffenen jeden  Tag wahrnehmen. Das bezieht sich sowohl auf angenehme, als auch auf unangenehme Emotionen. Mit diesen intensiven, stark wechselnden Emotionen konstruktiv umzugehen ist schwer. Da wir es als Kinder nicht richtig gelernt haben die starken Gefühle angemessen zu regulieren, da früh in-validierende Erfahrungen gemacht wurden („ich bin falsch so wie ich  bin mit meinen vielen Emotionen“), sowie durch andere traumatische Erfahrungen entsteht eine für Borderline typische „innere Anspannung“, die häufig ein Mix aus unterschiedlichen Gefühlen ist und wirklich so unerträglich ist, dass wir Betroffenen alles tun, um diese Anspannung zu beenden.  

    Das ist häufig der Grund, warum zu selbstschädigendem Verhalten (Alkoholkonsum,  Drogenkonsum, Selbstverletzung, zu viel/ zu wenig Essen ,etc., Hochrisikoverhalten, etc.)  gegriffen wird. In Therapien kann man aber lernen mit seinen intensiven Gefühlen auch konstruktiv  umzugehen. 

    Was hat dir aus der Angst heraus geholfen? 

    Es waren mehrere Dinge. Einerseits hat es mir sehr geholfen zu verstehen, was bei Angst sowohl in unserem Körper als auch psychisch passiert.  

    Eine Emotion, in dem Fall Angst, zeigt sich immer sowohl in unserem Körper, als auch in dazugehören Gedanken, sowie in unserer Wahrnehmung und in unserem  Handlungsimpuls. All diese verschiedenen Kanäle können wir nutzen, um eine Emotion abzuschwächen. Das ist nämlich das Gute: Wir können zwar nicht beeinflussen, wann eine Emotion kommt, aber wir können entscheiden, wie wir mit unseren Emotionen umgehen. 

    Gerade bei Ängsten ist es ganz wichtig nicht ins Vermeidungsverhalten zu gehen. 

    Also  nicht dem Handlungsimpuls zu folgen! Das war ja genau das, was ich ganz zu Beginn meiner Angststörung gemacht hatte: Ich bin in das totale Vermeidungsverhalten gegangen. Dadurch verselbstständigen sich die Ängste, sie werden nur größer. Das führte bei mir dann ja letztendlich dazu, dass ich  vor lauter Ängsten das Haus nicht mehr verlassen konnte. Es ist besser, sich bewusst zu machen, dass das, was wir gerade spüren eine Emotion ist. Die kommt wie eine Welle und geht auch wieder. 

    Wir können lernen starke Angst besser auszuhalten, indem wir die Emotion etwas  abschwächen.

    Zum Beispiel können wir uns körperlich lockern und Anspannung im Körper lösen, dass schwächt die jeweilige Emotion ab. Das ist einer der Gründe, warum ich mich besonders viel körperlich bewege und Sport mache. Besonders bei Angst hilft es mir Joggen oder ins Fitnessstudio zu gehen. Danach bin ich körperlich entspannter und auch meine Angst ist abgeschwächt. 

    Wir können Angst auch über unsere Wahrnehmung abschwächen.  

    Unsere Aufmerksamkeit ist kapazitätsbegrenzt. Das bedeutet wir können uns nicht auf mehrere Dinge gleichzeitig fokussieren. Mir hilft es zum Beispiel bei starker Angst eine Achtsamkeits- oder Atemübung zu machen. Atemübungen sind toll, da wir uns über unseren Atem direkt beruhigen können.

    Auch über unsere Gedanken können wir lernen Ängste abzuschwächen. Zum Beispiel können wir lernen negative Angst-Gedanken-Spiralen zu unterbrechen. 

    All das kann man in Verhaltenstherapien erlernen. Ich kann jeder*m die/der unter starken Ängsten leidet zusätzlich empfehlen mit  Achtsamkeitsübungen oder Mediation zu beginnen. Achtsamkeit bezüglich seiner Ängste zu entwickeln, wann sie kommen und sie rechtzeitig zu erkennen ist so wichtig für einen konstruktiven Umgang mit der Angst. 

    Dann kann ich noch empfehlen sich eine Sportart die einem Freude bereitet (egal ob  Tanzen, Joggen, Fitness und Co.) zu suchen, über die auch körperlich Anspannung  abgebaut werden kann. 

    Desweiteren bin ich davon überzeugt, dass im Leben nichts ohne Grund geschieht. Auch unsere Emotionen haben eine Berechtigung. Wenn wir unter sehr starken Ängsten leiden, würde ich auch immer empfehlen aufzuarbeiten, warum die Ängste kommen. Mich zum Beispiel haben die starken Ängste auf unbewusste Dinge aufmerksam gemacht. Durch die Ängste habe ich erkannt, dass mein Leben so wie es damals war, für mich nicht stimmig war. Ich habe 2007 Medizin studiert. Die Ängste haben mich darauf aufmerksam gemacht,  dass ich das selbst eigentlich gar nicht will, sondern das nur mache, um meinen Eltern zu  gefallen. Als ich das dann erkannt habe, einige Dinge in meinem Leben verändert habe, wurden auch die Ängste weniger.

    Wie hast du die Einnahme von Medikamenten empfunden oder wie beurteilst du sie für dich persönlich? 

    Zu dem Zeitpunkt, als ich mir erstmals professionelle Hilfe gesucht hatte war ich psychisch so instabil, dass meine damalige Psychotherapeutin, die gleichzeitig auch Psychiaterin war, mir zunächst ein Antidepressivum gegen Ängste verschrieben hat, um erst mal eine Grundstabilität herzustellen. Diese Grundstabilität ist notwendig, um überhaupt mit einer Psychotherapie beginnen zu können. Wenn man zu instabil ist, dann kann eine Psychotherapie nicht wirken. Als ich dann stabiler war haben wir gemeinsam eine Verhaltenstherapie begonnen und nach ca. einem Jahr konnte ich das Medikament wieder absetzen. 

    Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich damals das Medikament bekommen habe. Aus meiner eigenen Kraft hätte ich es damals nicht geschafft, diese starken Ängste zu  überwinden. Nicht, weil ich schwach war, sondern weil es eine psychische Erkrankung war, die ich  hatte. 

    Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen. Sie sind kein persönliches Versagen. 

    Es ist okay sich Hilfe zu suchen und es ist auch okay in Krisenzeiten Medikamente zu  nehmen. Ich bin kein Fan davon einfach wahllos Medikamente wie Bonbons zu schlucken. Wir sollten uns immer bewusst sein, dass Psychopharmaka Medikamente sind und jedes Medikament seine Nebenwirkungen hat. Dieses Bewusstsein ist wichtig. Sobald es machbar ist würde ich auch immer empfehlen psychotherapeutisch zu arbeiten. Aber es gibt psychische Erkrankungen, da reicht eine Psychotherapie alleine nicht aus oder es fehlt eben die nötige Grundstabilität. Manchmal ist es daher auch notwendig, je nach Schwere und Art der Erkrankung medikamentös zu arbeiten. Psychopharmaka grundlegend zu verteufeln finde ich nicht richtig, dass ist sehr einseitig  betrachtet und meiner Ansicht nach sollte man da differenzierter rangehen.  

    Wie ging es dir nach der Therapie? 

    Nach der Therapie ging es mir gut. Die Therapie dauerte ungefähr 1,5 Jahre. In der Zeit konnte ich ganz viel über meine Ängste lernen, mich nach und nach ihnen stellen und vieles in meinem Leben so verändern, dass es sich für mich wieder gut und stimmig angefühlt hat. Das war bei weitem nicht einfach, aber es hat sich gelohnt, sich mit mir auseinanderzusetzen und an den Themen zu arbeiten. Nach den 1,5 Jahren war ich frei von den Angstsymptomen und wieder psychisch stabil.

    Wie gehst du damit um, wenn heute Angst in dir hochkommt? 

    Ich mache mir zunächst bewusst, dass Angst nur eine Emotion ist, die wie eine Welle  kommt und auch wieder geht. Ich selbst bin aber mehr als meine Angst, mehr als meine Gefühle. Durch Achtsamkeitsübungen konnte ich lernen genau das zu erfahren und auch meine  Gefühle rechtzeitig zu erkennen. 

    Ein Gefühl kommt immer, weil es dir etwas mitteilen möchtest. Je eher du es identifizierst und annimmst, umso schneller geht es wieder. Wenn wir Gefühle unterdrücke, sie versuchen wegzuschieben oder zu ignorieren, machen wir sie nur umso größer. Wenn ich also merke, dass ich eine leichte Angst spüre, dann lasse ich die Angst gar nicht erst so groß werden, sondern frage mich: 

    „Okay, liebe Angst, warum bist du da? Was möchtest du mir sagen?“ Dann horche ich in mich hinein. 

    Dann wirke ich der Angst entgegen. Ich mache Sport oder eine Atemübung, um mich erst mal wieder zu erden. 

    Dann gehe ich nicht ins Vermeidungsverhalten, sondern versuche mich genau der  Herausforderung die gerade da ist zu stellen. 

    Oft arbeite ich hierzu noch mit meinem inneren Kind (einem psychologischen Anteil, den jeder Mensch besitzt), nehme mein innere Kind bei der Hand und dann stellen wir uns der  Angstsituation. In Angstsituationen haben wir ein großes Bedürfnis nach Sicherheit. Ich gucke, dass ich mir und meinem inneren Kind so gut es geht Sicherheit geben kann. 

    Wie würdest du deine Angst genau beschreiben? Wie und wo spürst du sie? Was fühlst du? 

    Das ist unterschiedlich, je nachdem wovor ich genau Angst habe. 

    Ich gucke mir aber immer die 4 verschiedenen Kanäle an. Eine Emotion ist ja ein Konstrukt und zeigt sich in den 4 Kanälen: 

    1. Meine Gedanken: Was genau habe ich gerade für Angstgedanken?
    2. Meine Wahrnehmung: Wie nehme ich meine Umgebung gerade wahr?
    3. Mein Körper: Wo spüre ich gerade Anspannung? Was bemerke ich körperlich?
    4. Mein Handlungsimpuls: Was möchte die Angst mich jetzt gerne machen lassen? 

    Ich habe häufig mal Angst die Kontrolle zu verlieren oder auch Verlustangst. Diese Ängste  hängen mit einem Kindheitstrauma von mir zusammen. Ich kenne aber auch Prüfungsangst, Flugangst oder die Angst plötzlich zu sterben. Wenn ich mich sehr ängstlich fühle, möchte ich mich häufig im Bett verkriechen und zusammenkauern und habe ein großes Bedürfnis nach Sicherheit. Häufig spüre ich dann mein Herzklopfen und einen Kloß im Hals. Ich kann dann kaum oder nichts essen. Ich fühle mich total unsicher und hilflos und wünsche mir einen Menschen, der auf mich aufpasst. 

    Was würdest du anderen empfehlen, die immer wieder starke Ängste fühlen? 

    Falls du dich in manchen Momenten ängstlich fühlst, mache dir bewusst, dass das, was  du gerade spürst nur eine Emotion ist. Du wirst nicht an einer Emotion sterben. Du bist nicht deine Emotion. Du bist soviel mehr als das. Vergegenwärtige dir das Bild einer Welle. Deine Angst ist wie eine Welle. Sie kommt und  sie geht auch wieder. Du kannst das aushalten. Du darfst vertrauen. Du schaffst das. 

    Erinnere dich immer wieder daran, dass das Gefühl vorübergehen wird. Um die Emotion besser auszuhalten kannst Du verschiedene Dinge machen. Du kannst dich zum Beispiel ablenken durch einen Film, ein Buch, du kannst Sport  machen oder eine Atemübung. Auch eine geführte Meditation zum Thema Vertrauen kann ich empfehlen. Versuche so gut es geht nicht ins Vermeidungsverhalten zu gehen, sondern dich lieber  behutsam Schritt für Schritt den Ängsten zu stellen. Hier kann es auch hilfreich sein, sich professionelle Unterstützung in Form einer Psychotherapie zu suchen. 

    Wenn nach einer Angstsituation deine Angst abgeklungen ist, versuche zu reflektieren, warum die Angst da war. Gab es einen Auslöser? Was wollte die Angst dir sagen? Gibt es etwas was du hieraus für die Zukunft lernen kannst? Hab Vertrauen in dich und das Leben. Das Leben gibt dir diese herausfordernden Situationen, damit du daran wachsen kannst.

    Liebe Alex, wir danken dir von Herzen für’s Teilen deiner Geschichte und wünschen dir alles, alles Gute!

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