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    Hilfe, mein Kind isst nicht!
    Ab wann wird eine einseitige oder zu geringe Nahrungsaufnahme gefährlich und wie kann ein vielseitiger Speiseplan gefördert werden?

    Sowohl bei Babys, die schrittweise an die Beikost herangeführt werden, als auch bei älteren Kindern läuft das Thema Essen nicht immer reibungslos. Dein Kind isst nur Nudeln mit Soße oder nimmt gefühlt ausschließlich Saft zu sich? Ab wann wird eine einseitige Ernährung oder eine zu geringe Nahrungsaufnahme gefährlich und wann wird es Zeit, zum Arzt zu gehen? Was kann ich tun, damit mein Kind besser isst? Das sind alles Fragen, die sich auch schon unsere Gastautorin und Zwillingsmama Katrin Winkler gestellt hat und sie hat Antworten gefunden.

    Wieviel Nahrung braucht mein Kind?

    Der Nahrungsbedarf deines Kindes hängt von seiner Größe, dem Aktivitätsniveau und dem Wachstum ab. Als Orientierung kannst du dich an folgenden Werten orientieren:

    • 1 Jahr: Das Kind kommt täglich mit ca. 850 Kalorien aus (Bandbreite 550 – 1100)
    • 2 Jahre: Der durchschnittliche Kalorienbedarf liegt bei 1050 (Bandbreite 700 bis 1400)
    • 3 Jahre: Dein Kind benötigt etwa 1250 Kalorien am Tag (Bandbreite 850 bis 1650)
    • 4 Jahre: Das Kind braucht im Durchschnitt etwa 1000 bis 1800 Kalorien am Tag

    Diese Zahlen können erheblich variieren, wenn dein Kind beispielsweise viel Sport treibt oder im Gegenteil oft im Sitzen spielt.

    Warum isst mein Kind nicht?

    Es gibt im Grunde genau drei Gründe, warum dein Kind nicht isst: Die angebotenen Mahlzeiten schmecken ihm nicht, es hat keinen Hunger oder es ist krank. Oftmals hast du vielleicht auch nur das Gefühl, dass dein Kind wenig isst, weil es sich seine Energie aus kleinen Zwischenmahlzeiten wie Joghurts, Bananen oder Süßigkeiten holt. Auch Säfte können satt machen. Wenn dein Kind also nur noch eine Mahlzeit zu sich nimmt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass es seinen Kalorienbedarf anderweitig gedeckt bekommt.

    Kann mein Kind auch mal eine Zeit lang ausschließlich Nudeln ohne Soße essen?

    Kinder haben schon mit dem ersten Löffel Beikost einen eigenen Geschmack. Dieser wird bereits im Mutterleib geprägt. Wenn du während der Schwangerschaft viel Gemüse gegessen hast, stehen die Chancen gut, dass dein Kind dies auch von Anfang an mag. Es ist aber absolut normal, dass Kinder bestimmte Lebensmittel ablehnen – das kann sich in der nächsten Woche schon wieder vollständig ändern.

    Fast jede Mama und jeder Papa kennt die Phase, in der das Kind gefühlt nur Nudeln, Pizza oder Joghurt essen möchte. Haben Kleinkinder erst einmal ein Lieblings-Lebensmittel gefunden, möchte sie das gerne nur noch essen. Du kannst in diesem Fall ein paar Tricks anwenden, um die einseitige Ernährung anzureichern. Koche das Nudelgericht beispielsweise mit Vollkornnudeln oder mische Reis unter. Pizza kannst du mit deinem Kind selbst mit frischen Zutaten belegen und für eine ausreichende Vitaminzufuhr sorgen frisch pürierte Smoothies am Nachmittag.

    Tipps und Tricks, wie du dein Kind an Obst und Gemüse heranführst

    • Vorbild sein
      Dein Kind macht dir unbewusst vieles nach. Wenn du ganz selbstverständlich selbst regelmäßig zur Gurke oder zum Apfel greifst, dann wird dein Kind es dir mit etwas Glück nachmachen.
    • Sortenvielfalt anbieten
      Dein Kind lehnt Brokkoli konsequent ab? Dann biete ihm doch eine Alternative an. Vielleicht geht ihr gemeinsam auf den Markt, damit sich dein Kind etwas vom Gemüsestand aussuchen kann, das ihm optisch zusagt. Lass es bei der Zubereitung helfen – dann sind schon die besten Voraussetzungen geschaffen, das Gemüse zumindest zu probieren.
    • Gemüse für Kinder
      Es gibt Gemüsesorten, die besonders gut für Kinder geeignet sind. Dazu gehören beispielsweise Süßkartoffeln, Pastinaken, Kohlrabi, Paprika und Kürbisse. Wenn du die Möglichkeit hast, dann pflanze die heimischen Sorten gemeinsam mit deinem Kind im Garten an, gieße sie, ernte sie und bereite sie gemeinsam mit dem Nachwuchs zu.
    • Gemüse roh anbieten
      Dein Kind lehnt gekochtes Gemüse konsequent ab? Dann versuche doch mal, es klein zu schneiden und roh als Fingerfood anzubieten.
    • Smoothies zubereiten
      Flüssige Nahrung isst sich für Kinder oft leichter als harte Stückchen. Versuche es doch mal mit einem leckeren Smoothie aus Obst oder Gemüse.

    Was sollte ich vermeiden, wenn mein Kind nicht isst?

    Du machst dir Sorgen um dein Kind und wünschst dir sehnlich, dass es regelmäßig gesunde Mahlzeiten zu sich nimmt. Das ist mehr als verständlich. Trotzdem ist es nicht förderlich, wenn du dein Kind beim Essen unter Druck setzt oder sogar Strafen androhst. Das hat bei Kindern oft ein gegenteiliges Verhalten zur Folge und das Problem verschlimmert sich nur weiter.

    Auch Versprechungen sind oft nicht der richtige Weg. Das Kind isst dann nur noch, wenn es dafür länger aufbleiben darf oder ein Geschenk bekommt. Essen sollte aber etwas Ungezwungenes sein, an dem dein Kind Freude hat. Das sollte das oberste Ziel bleiben. Versuche stattdessen vielleicht, einen Rhythmus zu finden und feste Essenszeiten einzuführen.

    Ab wann redet man von einer Störung?

    Wenn die einseitige Ernährung länger anhält, dann solltest du deinen Kinderarzt um Rat fragen. Auch wenn du merkst, dass dein Kind an Gewicht verliert, blass wirkt oder nicht mehr spielen möchte, solltest du unbedingt deinen Kinderarzt aufsuchen. Manchmal haben Essstörungen auch eine körperliche Ursache, die sich gut behandeln lässt. Auf jeden Fall kann der Arzt dein Kind gründlich untersuchen und dir bei den Essproblemen mit deinem Kind eine hilfreiche Stütze sein.

     

     

     

    Photo by Providence Doucet on Unsplash

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