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    10 Ideen für mehr Nachhaltigkeit
    So einfach kannst du Zero Waste mit deiner Familie umsetzen - Inspirationen von Expertin Marijana Braune

    „Gar keinen Müll produzieren? Wie soll denn das mit einer Familie mit Kindern funktionieren?" Natürlich schießt dieser Gedanke schnell in unseren Kopf hinein. Und so schnell wie er kam, schieben wir ihn vielleicht auch wieder weg, weil das Ziel für uns völlig unrealistisch ist. Dabei geht es doch eher darum, einfach mal irgendwie anzufangen und in der Familie ein paar festgefahrene Routinen zu lösen. Großes entsteht im Kleinen heißt es doch – und so kannst auch du mithelfen, eine bessere Welt für deine Kinder zu hinterlassen? Gemeinsam mit deinen Kindern – ohne großes Verbiegen und unangenehmen Verzicht.

    Wir haben die Nachhaltigkeitsexpertin Marijana Braune gebeten, ein paar Anregungen für uns zusammenzustellen, die wir zusammen mit unseren Kindern auch realistisch umsetzen können. So können wir alle dazu beitragen, unseren ökologischen Fußabdruck (zumindest ein bisschen) zu minimieren. 

    Zero Waste ist in aller Munde und kein Thema mehr, das nur eine kleine Gruppe der Bevölkerung betrifft. Es ist längst in der Politik und in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Durch aktuelle Klimaveränderungen, die wir alle selbst spüren und sehen, hat sich insgesamt ein kollektives Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickelt. Spätestens mit dem umfassenden Verbot von Plastikprodukten in der EU ab 2021 sind wir alle dazu angehalten, uns mit dem ökologischen Wandel vermehrt auseinanderzusetzen und nachhaltige Alternativen zu finden. 

    Marijana Braune ist moderne Eco-Lifestyle Mom und war jahrelang bei Lufthansa als Psychologin tätig, bevor sie zur Zero Waste Expertin und zum Nachhaltigkeits-Coach wurde. Sie ist Mutter einer Tochter und ihre Vision ist es, zu einer Welt beizutragen, in der es für jeden Menschen völlig natürlich ist, nachhaltig zu leben. Wenn sie anfängt zu erzählen, hört es sich plötzlich ganz einfach, logisch und unabdingbar an, auch im Familienalltag, ohne viel Schnickschnack seine Ökobilanz aufzubessern. Dabei ist Marijana aber besonders wichtig, ganz vorne anzufangen. Nämlich im Kopf. Es muss uns bewusst sein, dass es nicht nur darum geht, Müll zu vermeiden, sondern das Große Ganze zu verstehen. Das fängt bei unserer Einstellung und unseren Ansprüchen an Mobilität an, geht über ein Konzept für eine natürliche Ernährung und hört bei einem nachhaltigen Konsum auf.

    Wir haben aus unserem Gespräch mit Marijana nun 10 einfache Tipps für euch zusammengestellt, wie wir im eigenen Haushalt als Familie dem Thema Müll und Verschwendung an den Kragen gehen.

    10 Zero-Waste-Tipps für die ganze Familie

    1. Mindset verändern und Dinge kreativ umfunktionieren – querdenken & überdenken

    Die erste und wichtigste Übung zum Zero Waste sind zwei Dinge: Zum einen musst du bei dir anfangen, dein Mindset überdenken und verändern. 

    Zudem musst du dir klar machen, dass Zero Waste (leider) nicht bedeutet gar keinen Müll mehr zu produzieren, aber zumindest so wenig wie möglich. Dabei ist Kreativität im (Familien-) Alltag gefragt, in dem z.B. alte Dinge einen neuen Zweck bekommen statt in den Müll zu wandern. Leere Marmeladengläser werden zu Zahnputzbechern oder zu Brotdosen umfunktioniert etc.

    Denn alle Dinge nehmen nicht nur Platz in deinem Leben ein, sondern kosten auch Zeit. Wer mehr besitzt, hat auch mehr Arbeit damit (z.B. sie wegzuräumen). Auch das solltest du dir vor jeder Kaufentscheidung noch einmal durch den Kopf gehen lassen. 

    2. Dinge reduzieren, wiederverwenden, upcyclen oder am Ende kompostieren

    Vieles macht unseren Alltag so praktisch, z.B. Alufolie, Küchenrolle, Spülschwämme, unsere Cremes und Tigelchen im Badezimmer, aber brauchen wir das alles eigentlich wirklich? Wenn wir so richtig darüber nachdenken, oder vielleicht sogar einmal einen Selbstversuch starten, merken wir (okay, nach einiger Zeit vielleicht erst), so schwer ist es gar nicht ohne den ganzen Kram.

    Marijana Braune orientiert sich u.a. an den Grundsätzen von Olga Witts Buch:
    “Ein Leben ohne Müll”:
    refuse – verweigern
    reduce – reduzieren
    reuse – wiederverwenden
    recycle – stofflich verwerten
    rethink – überdenken
    relax – entspannen

    3. Eins für alles – Gläser und Mulltücher als Allrounder im Haushalt

    Wer kennt es nicht, für jede Oberfläche haben wir bestimmte Reinigungstücher und Mittelchen, alles ist spezifiziert. Aber eigentlich brauchen wir nur ein paar wenige Basics für den Haushalt, die dann vielseitig verwendet werden können. So gibt es zwei Dinge, von denen du nie genug im Haus haben kannst: Gläser und Tücher. Spüllappen, Bienenwachstücher, Windeln, Handtücher – all diese Funktionen stecken in einem Mulltuch. Das Gleiche gilt auch für Gläser. Sie dienen nicht nur als Trinkglas, sondern sind Kerzenhalter, Salatschleuder, Behältnis für Lebensmittel, Vase, Dessert- und Dekoglas in einem.

    4. Wasser NICHT aus Plastik / Glasflaschen

    Plastikflaschen stehen z.B. im Verdacht geringe Mengen an Östrogen (durch den Weichmacher Bisphenol A, kurz BPA) zu beinhalten und abzugeben –  extra Hormone? Nein Danke!

    Leitungswasser gehört zu den mitunter am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland und kann daher ganz unbedenklich direkt aus der Leitung getrunken werden. Wer Bedenken hat, ob vielleicht die alten Leitungen im Haus auch wirklich sauber sind und das Wasser daraus unbedenklich ist, kann sich ggf. einen speziellen Filter einbauen lassen. 

    5. Einkaufen in Unverpackt-Läden

    Möglichst viele Produkte unverpackt einkaufen, nicht nur Lebensmittel sondern auch Beauty-Produkte wie festes Shampoo/ Haarseife etc. Viele Lebensmittel aus dem Supermarkt sind doppelt und dreifach verpackt, was gerade bei Frischem, wie Obst und Gemüse, den langen Transportwegen geschuldet ist. Einige Supermärkte und vor allem spezielle Unverpackt-Läden bieten Lebensmittel ohne Verpackung an. Auch Beauty-Produkte wie festes Shampoo oder Haarseife gibt es in gut sortierten Unverpackt-Läden zu kaufen. Am Besten einen Einkaufskorb, Behältnisse zum Abfüllen (z.B. alte Marmeladengläser) und Obstnetze mitbringen. 

    6. “Capsule” Wardrobe

    Kleidungsstücke, die vielfältig zueinander kombinierbar sind, möglichst fairtrade und nachhaltig produzierte Kleidung kaufen, oder eben Secondhand. Als Psychologin weiß Marjana, dass Abschreckung eine wirksame Methode ist. Bei Fast Fashion funktioniert das gut anhand von Dokumentationen wie „The True Cost“, die z.B. auf Netflix frei verfügbar sind. Sich bewusst zu machen, wie wir die Umwelt, andere Menschenleben und letztendlich auch unsere eigene Gesundheit gefährden, wenn wir Fast Fashion tragen, ist schon mal ein guter Start und die beste Grundlage für ein Umdenken. 

    Wir müssen uns von innen nach außen arbeiten. Wir müssen erst unser Mindset ändern, um unser Verhalten langfristig und ernsthaft zu verändern. Außerdem kann man ganz bewusst Orte wie bestimmte Kleidungsgeschäfte vermeiden, die einen zum Konsum anregen würden, Lifestyle-Zeitschriften abbestellen und in den sozialen Medien niemandem mehr zu folgen, der einem zeigt, was er alles gekauft hat.

    7. Qualität statt Quantität – auch im Kinderzimmer

    Kinderzimmer zusammen mit dem Kind ausmisten, mehr Zeit miteinander verbringen, viel in der Natur unterwegs sein, Kinder in den Alltag einbinden um ein grünes Bewusstsein zu schaffen. Gemeinsam definieren, was euch als Familie wichtig ist.

    8. Körperhygiene

    Manchmal ist weniger eben doch mehr. Tägliches Duschen bringt nicht nur den natürlichen Hautschutz durcheinander, sondern verschwendet auch riesige Mengen an Wasser (160l pro Duschgang im Durchschnitt). Wer dann noch verschiedene Shampoos, Peelings und Duschgele benutzt tut nicht nur seiner Haut NICHTS gutes, sondern sorgt auch dafür dass kleinste Partikel und Chemikaliern (aus den Peelings z.B.), die nicht mehr heraus gefiltert werden können, in unser Grundwasser und somit in den Organismus/ unser Ökosystem gelangen. Anstatt der täglichen Dusche oder einem Bad lieber den Körper nur waschen, für eine gesündere Haut, die nicht (mehr) austrocknet. Das gleiche Motto gilt bei der Haarpflege: weniger waschen, mehr kämmen, z.B. Wildschweinborsten-Bürste, die das Sebum (natürliches, körpereigenes Fett) bis in die Spitzen verteilt und Spliss vorbeugt.  

    Weniger Produkte, was nicht gleich weniger Körperpflege bedeutet! Weniger Pflegeprodukte allgemein, und vor allem unverpackt kaufen, z.B. (Haar-)Seife, Mandelöl (statt Creme), spart nicht nur Platz, sondern schont auch den Geldbeutel. Zu viele Pflegeprodukte nehmen der Haut ihre natürliche Regenerationsfähigkeit, sodass die Haut z.B. ohne eincremen völlig austrocknet. 

    9. Bambus-Zahnbürste + Zahnputz-Tabletten

    Anstatt der Plastik-Zahnbürste lieber auf das Bambus-Modell umsteigen. Am besten alles 1 x im Jahr auf Vorrat einkaufen, die Bambus-Zahnbürste hält zwischen 3-4 Monaten, danach entweder im Geschirrspüler reinigen, upcyclen (z.B. Garten-, Bastelprojekte) oder kompostieren. Zahnputz-Tabletten sind genauso wirksam wie handelsübliche Zahnpasta, nur muss man sich am Anfang ein bisschen daran gewöhnen, so Marijana. 

    10. Menstruations-Tassen benutzen

    Verzicht auf die weit verbreiteten Damen-Hygiene-Artikel wie herkömmliche Binden, Slipeinlagen und Tampons, die zwar teilweise aus Baumwolle produziert sind, aber trotzdem nicht optimal für die Umwelt (und deinen Körper!) sind – deshalb rät Marinja: lieber auf die Menstruationstasse umsteigen. Da die Vaginalschleimhaut, sehr aufnahmefähig ist, werden auch die für die Herstellung von Tampons verwendeten Chemikalien wie beispielsweise Chlor dadurch aufgenommen. Unangenehme Vorstellung, oder?  Eine Frau verwendet im Durchschnitt 12.-17.000 Tampons im Laufe ihres Lebens, ziemlich viel Müll also, und die Herstellung der Baumwolle verbraucht Millionen Liter Wasser. Eine Menstruationstasse aus Silikon, Naturkautschuk oder Kunststoff hält dagegen deutlich länger (bis zu X Jahre) und ist hygienischer als sie im ersten Moment klingt.

    Photo by Markus Spieske on Unsplash.

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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