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    „Warum wird Kindererziehung weniger geschätzt als ein Beruf?“
    Vera Hübner ist 5-fach Mutter und möchte und muss sich nicht rechtfertigen und dabei hat sie unsere volle Unterstützung. Ganz im Gegenteil sollte endlich anerkannt werden was Eltern, die den Großteil der Erziehung stemmen alles leisten! Ein Einblick

    Erst letzte Woche hatten wir hier einen Artikel bei dem es darum ging, wie uns das Mutter-werden verändert und was es aus uns macht. Und vor allem, dass diese Geburt einer Mutter ein Prozess ist! Er passiert nicht über Nacht und er passiert auf mehreren, wenn nicht sogar sämtlichen Ebenen: Viele Lebensbereiche, das Emotionale, das Zwischenmenschliche und sogar das Psychische sind beeinflusst. Wir wollen helfen, dass auch die gesellschaftliche Erwartungshaltung an und Vorstellung von Müttern – auch die an und von Müttern an sich selbst – diesen Wandel anerkennt und vor allem was da alles zugehört. Denn es ist anstrengend, es ist nicht leicht und ja es ist auch nicht immer schön und trotzdem ist es in der Regel voller Liebe. Denn ansonsten wären wir Mütter zu dieser Überleistung vielleicht auch gar nicht fähig!?

    In diesem Zusammenhang wollen wir heute eine Mama vorstellen, die in relativ wenigen Jahren, relativ viele Kinder bekommen hat und die meiste Zeit bei ihnen zuhause ist. Sicherlich keine leichte Aufgabe. Wir sehen das. Aber tuen das alle anderen auch? Und muss sie sich trotz 5 Kindern dafür rechtfertigen? Und wie schafft sie das überhaupt organisatorisch, logistisch, nervlich und überhaupt immer für alle da zu sein? Lernen wir Vera Hübners Leben einmal besser kennen…

    Ich bekomme keine Luft..

    Da war es. Zum ersten Mal in meinem Leben, das Gefühl die Kontrolle über mich zu verlieren. Ich bin Vera, 38 Jahre jung, Mama von 5 Kindern, Ehefrau, Schauspielerin und auch einfach eine Frau.

    Unsere erste Tochter kam 2009, also vor 12 Jahren zur Welt, dann folgten 2012, 2015, 2017 und 2019 unsere weiteren Kinder. Vier Töchter und ein Sohn. Mein Mann und ich sind gesegnet mit 5 wunderbaren Kindern.

    „Wie macht ihr das bloß?“

    Das ist mit Abstand wohl die häufigste Frage, die uns gestellt wird, wenn wir Menschen begegnen. Wir leben in Potsdam in einer Art Villa Kunterbunt, sind glücklich und unser Leben ist mehr als bunt. Nach der Geburt von Charlotte, unserer ersten Tochter war klar, dass sie nicht als Einzelkind aufwachsen soll. Ich selber habe eine Schwester, mein Mann zwei Brüder. Wir beide genießen die Bindungen zu unseren Geschwistern und schätzen diese sehr. Es folgte die Geburt von Heidi, dann Elena und wir beschlossen nach 10 Jahren wilder Ehe zu heiraten. Unsere Blumenmädchen für die Kirche hatten wir ja bereits.

    Ein Jahr nach unserer Hochzeit folgte Eddie und die Kirsche auf der Sahnetorte war  die geplante Hausgeburt unserer kleinsten Tochter Mascha im Januar 2019.

    Nun waren es fünf Kinder: Eine Hand voll Liebe.

    Was ist also unser Geheimnis?

    Als mein Mann und ich uns kennenlernten war ich auf der Spitze meines beruflichen Erfolgs. In einer Serie von RTL begann ich als Schauspielerin meinen Traum zu leben. Ich war Teil einer Kinderband, hatte tolle Kolleginnen, mein eigenes Einkommen.

    Ich war einfach davon überzeugt, dass ich alles erreichen kann, wenn ich nur will.

    Ein für mich rückwirkend betrachtet wichtiger Punkt, denn durch die Geburten unserer Kinder wurde die Arbeitswelt für mich immer blasser und rückte weitestgehend in den Hintergrund. Man könnte sagen, wir lebten die meiste Zeit das „klassische Familienmodell“. Mein Mann ging arbeiten und ich schmiss die kleine, aber immer größer werdende Firma zuhause. Das war zu keinem Zeitpunkt ein Thema für mich, da ich wusste, ich hatte schon einmal arbeitstechnisch viel erreicht und fühlte mich demnach nie minderwertig. In meinem Umfeld gibt es viele Familien, in denen diese Aufteilung entweder finanziell nicht umsetzbar ist, meistens jedoch die Frauen unglücklich werden, weil sie sich irgendwann die Frage stellen – warum habe ich überhaupt studiert, wenn ich jetzt nur noch zuhause bin und unser Kind erziehe?

    Die Frage ist doch aber, warum wird Kindererziehung, einen Haushalt führen, den Alltag für die Familie mit Liebe und Kraft füllen weniger geschätzt als ein Beruf?

    Wir alle wissen doch was es bedeutet, ein Baby, Kleinkind, Kind, Teenager bis hin zu einem erwachsenen Menschen zu begleiten. Wie viele schlaflose Nächte, Sorgen, Ängste… ein Stresslevel, was vielleicht nicht mal der heftigste Beruf mit sich bringt. Wie viel Gehalt wäre für diesen Job denn angebracht? Wir wären ja alle Millionäre bei dieser Aufgabe mit dieser immensen Verantwortung. Ist es nicht auch eine Art Berufung für uns Menschen, ein Nest zu schaffen, in dem Kinder sich angenommen, gewollt und ernst genommen fühlen?

    Keine leichte Aufgabe, wenn ihr mich fragt, aber machbar.

    Nur muss man um Liebe geben zu können, auch sich selbst lieben und das wird besonders den Müttern in der heutigen Zeit nicht leicht gemacht. Woran liegt das?

    Warum ist es nicht genug durch eine Schwangerschaft zu gehen, eine Geburt zu erleben, Leben zu schenken und dieses Leben zu begleiten, damit der kleine Mensch in der Welt ankommt und zu einem glücklichen Menschen heranwachsen kann? Es sollte doch sogar mehr als genug sein, wenn man diese Phasen als Frau durchlebt, denn wir sind nun mal diejenigen die schwanger werden, gebären und zu Beginn für das Baby an erster Stelle stehen. Jede Frau ist gut genug in diesen Bereichen, denn sie ist eine Frau. Unser Körper, unser Geist, unser Wesen ist dazu angelegt Kinder zu bekommen.

    Wir brauchen Leichtigkeit

    Ich möchte nicht behaupten, dass mir immer alles leicht gefallen ist, aber die Leichtigkeit spielt doch eine große Rolle in diesem Alltagswahn, der mir mit fünf Kindern oftmals begegnet. Und auch ich komme an meine Grenzen, aber nicht weil ich fünf Kinder habe, sondern weil die Welt sich manchmal zu schnell dreht.

    Dann bekomme ich wirklich physisch keine Luft, muss mich besinnen und atmen. Deshalb habe in diesem Jahr angefangen zu meditieren, gehe zum Yoga und laufe durch die Natur. Ich treffe Freunde, tausche meine Ideen und Erfahrungen aus oder habe einfach mal alleine Spaß.

    Schneller, höher, weiter – ohne mich

    Ich drehe immer mal wieder, weil ich meinen Beruf liebe und auch vermisse. Aber ich lasse mich nicht unter Druck setzten. Besser sein, schneller sein, höher und weiter kommen schreit die Welt uns entgegen, dabei sollten wir genug sein, Zeit genießen, unsere Wurzeln kennen und zu uns selbst finden.

    Verantwortung abgeben

    Um zu mir zu finden, scheue ich mich überhaupt nicht davor mal die Verantwortung für meine Kinder an eine Babysitterin oder meine Eltern abzugeben. Ich muss dann neue Kraft schöpfen, alleine sein, um einen Teil meiner Kraft dann wiederum weiterzugeben an die wichtigsten Menschen in meinem Leben. Meine Kinder.

    Kraft tanken und in Liebe umwandeln.

    Was ist mehr Wert als die Liebe zwischen uns und unseren Kindern? Nichts! Das ist vielleicht unser Geheimnis.

    Genug Liebe für uns haben und wissen, dass dann auch genug Liebe bei unseren Kindern ankommt. Mit diesem Wissen starten wir seit 12 Jahren in jeden Tag, mal mit mehr Mut und Zuversicht, mal mit weniger.

    Keinen Tag möchte ich missen, aber die eigene Freiheit und Leichtigkeit behalte ich gerne dabei im Blick.

    Kräfte auftanken ist wichtig

    Wo wir in der Welt beruflich oder familiär stehen sollte nicht im Fokus sein, sondern das wir bei uns sind. Im Geist, im Herzen, in unserer Seele und in unseren Körpern. Wir sind gut genug, denn wir sind! Was eine wunderbare und erfüllende Berufung. Mensch sein, Mama sein! Vielen Dank für die tolle Möglichkeit meine Gedanken mit Euch zu teilen!

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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