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    Glücklich durch die Pubertät – und zwar gemeinsam
    Wie wir Kinder in dieser Zeit unterstützen und was das mit Selbstfürsorge zu tun hat

    Jeder hat so seine Vorstellungen, Erinnerungen und Erfahrungen von, an und mit der Pubertät. Wer damit nur Positives verbindet, dem wollen wir ganz herzlich gratulieren. Wie toll! Bei wem es nicht so ist, der sollte nicht verzweifeln, auch wenn er wieder mittendrin steckt (mit den eigenen Kindern) oder schon Angst hat, dass sie beim Nachwuchs bald einsetzen könnte. Aber Diskussionen, Wut und Überforderung in dieser Zeit müssen nicht sein. Wir haben einen Profi gefragt, wie es anders laufen kann oder wir einfach mehr zueinander finden und vor allem wo wir ansetzen können?

    Melanie Hubermann ist selbst Mutter von drei wundervollen Mädchen, systemische Familientherapeutin, Geschäftsführerin des Berliner Therapiezentrums balagan und Autorin des kürzlich erschienenen Buches „Leuchtturmeltern“. „Jeden Tag stehe ich wie viele andere auch vor der Herausforderung, Job, Familie, Ehe und mich im Gleichgewicht zu halten. Oftmals gelingt es, aber ich erlebe auch diese Katastrophentage, an denen sich die Frage stellt, wie ich das alles schaffen soll und vor allem warum!“

    Der Zwiespalt bei Eltern – besonders von Kindern in der Pubertät

    Wie oft fühlen wir uns als Versager, weil uns unser Alltag maßlos überfordert?

    Oft schwirrt uns der Kopf, weil wir versuchen, Job, Kinder, Haushalt und Paarbeziehung unter einen Hut zu bekommen! Wie oft wissen wir nicht, was wir zuerst von unseren vielen To Dos abarbeiten sollen? Und wie oft haben wir das Gefühl, absolut nichts und niemandem mehr gerecht zu werden?!

    Spielen wir selbst überhaupt noch eine Rolle in unseren Gedanken?

    Eigene Bedürfnisse, die Sehnsucht nach kleinen und großen Auszeiten – dürfen die gedacht werden? Leben wir diese aus? Oftmals nicht! Gerade in sogenannten Krisenzeiten verzichten wir als Erstes auf unsere Selbstfürsorge.

    Wie in Zeiten der Pubertät, wenn es in Familien zu häufigen Diskussionen, Rückzug, Wut und Streit kommt. Hier erleben wir Hilflosigkeit, Unsicherheiten und Überforderung. Doch es ist viel zu kurz gedacht, wenn wir nur der neuen Phase, der Pubertät , die Schuld für unsere Selbstaufgabe geben. Denn oft ist die Ursache nicht das Verhalten der Kinder, sondern das der Eltern.

    Es geht um die Haltung! Wir müssen Leuchttürme sein

    Als systemische Familientherapeutin, erlebe ich in meiner Praxis in Berlin tagtäglich kompetente und liebende Eltern, die sich als völlige Versager sehen. Sie sind verunsichert, fühlen sich hilflos und allein. Es fehlt ihnen etwas ganz Grundsätzliches: Vertrauen in ihr Bauchgefühl, in ihren Instinkt und Unterstützung.

    Kein Wunder, wer heute Kinder großzieht, hat einen komplexen Job. Eltern sind Manager, Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen, am besten auch noch Experten für Gesundheit, Sport und Ernährung. Kinder sollen sozial kompetent sein, neugierig auf die Welt, offen für Neues, eine eigene Meinung haben, reflektiert und selbstbewusst sein.

    Viele Einflüsse und Vorbilder aus einer virtuellen Welt

    Zugleich verändert das Internet unser gewohntes Leben. Vorbilder sind heute Influencer und Blogger aus einer virtuellen Welt. Kommunikation hat eine neue Heimat auf den Plattformen von Social Media gefunden und das bestimmt zum Teil die soziale Interaktion unserer Kinder. Für viele Eltern eine fremde Welt. Eine Welt, die wir Eltern mit unseren Werten, Regeln und Visionen mit gestalten, um unsere Kinder liebevoll und sicher zu begleiten.

    Bei diesen Herausforderungen und auch hohen Erwartungen an uns selbst und unseren Kinder, kann der Kopf schon mal schwirren und das Gefühl zu versagen ist kaum zu verhindern.

    Doch tatsächlich fehlt vielen Eltern vor allem der Blick auf sich selbst.

    Selten bis gar nicht stellen Eltern sich die Frage, wie es ihnen geht. Was sie gerade bräuchten. Selbstfürsorge, Auszeiten, Momente des Auftankens sind Begriffe, die viele unter Egoismus verbuchen und nicht als Notwendigkeit, um starke Eltern zu sein.

    Selbstfürsorge als Eltern ist ebenso wichtig, um Überforderung zu vermeiden

    Ich möchte darauf hinaus, dass viele Eltern die gleichen Probleme haben. Sie sind mit dem Gefühl „Ich schaffe es nicht und mir ist alles zu viel!“ gar nicht so allein wie sie vermeintlich denken!

    Für diese Überforderung und Hilflosigkeit habe ich eine Haltung und Methode gefunden, die an verschiedenen Schlüsselpunkten Eltern stärkt! Eine Haltung die ihre elterliche Präsenz stärkt und die geprägt ist durch eine positive Bindung mit ihrem Kind.

    Wie Eltern gestärkt werden können

    Doch bevor wir die Bindung zum Kind stärken, stärken wir deine Bindung zu deinem eigenen inneren Ich. Denn du musst entscheiden wer du bist und wie du dein Leben leben willst. Dann kannst du auch entschlossen, selbstbewusst und reflektiert dein Kind begleiten.

    Auf der Suche nach einem Lösungsansatz kam mir folgendes Bild in den Sinn: Stell Dir einen Hafen ohne Leuchtturm vor, in dem also ein klarer, fester Orientierungspunkt fehlt. Das mag bei schönem Wetter einigermaßen funktionieren, aber wenn ein Sturm aufzieht, das Meer unruhig und der Himmel düster wird und die Wellen höher gehen, gibt es Probleme. Heimkehrende Boote können den Weg in den Hafen und zu ihrem Anlegeplatz nicht finden, auslaufende Schiffe stampfen ohne Sichthilfe aufs offene Meer hinaus und drohen in der rauen See verloren zu gehen.

    Kinder sind wie Boote, sie brauchen Orientierung, einen Rahmen und klare Strukturen. Es ist völlig natürlich und in Ordnung, dass sie hinausziehen und die Welt entdecken wollen, aber dazu brauchen sie unsere Anleitung. Eine sichere Bindung zu ihren Eltern gibt ihnen Halt, starke Eltern zeigen ihnen den Weg durch ruhige wie unruhige Zeiten, wie zum Beispiel auch die Pubertät, wir sind der Leuchtturm im Leben unserer Kinder.

    Wenn es diese Rahmenbedingungen nicht gibt, entsteht Chaos.

    Denn Orientierungslosigkeit und unklare Entscheidungen verunsichern das ganze Familiensystem. Kinder verlieren sich, können übertrieben laut, hippelig, aggressiv oder sogar depressiv werden, wenn sie sich bei ihren Eltern nicht sicher, nicht klar angeleitet fühlen.

    Sicherheit kann nur der vermitteln, der selbst sicher ist.

    Wenn wir wissen, wo wir gerade stehen, wie es uns geht und was uns wichtig ist, sind wir immer öfter in der Lage, sowohl uns als auch andere liebevoll und gelassen durchs Leben zu navigieren – wie ein Leuchtturm, der zuverlässig sein Licht über das Wasser wirft.

    Das völlig normale Chaos im Familienlleben – auch in der Pubertät

    Ich erzähle im Buch „Leuchtturmeltern“, vom völlig normalen Alltagschaos, der täglichen Überforderung und Machtlosigkeit. Und ich zeige wie es gelingen kann, dass Eltern ihr Bauchgefühl finden. Wie Eltern in schwierigen Situationen gelassen handeln, ohne die Beziehung zu ihrem Kind zu gefährden. Und ich zeige Wege für Beziehungsarbeit auf. Wie wichtig Beharrlichkeit und wachsame Sorge für das Kind sind. Ich werbe für transparente Kommunikation und zeige auf, wie bedeutend die Gemeinschaft ist. Keiner muss sein Kind allein großziehen! Und wer für das Großfamilienkonzept nichts übrig hat, kann sein ganz eigenes Unterstützer-Netzwerk aufbauen.

    Zu guter Letzt ist die Selbstfürsorge der Eltern entscheidend für eine Leichtigkeit im Familienalltag.

    Denn nur wenn der Leuchtturm auf festem Fundament steht, kann er dazu beitragen, dass die Schiffe sicher im Hafen beherbergt werden.

     

    P.S.: Wenn dich das Thema Pubertät gerade beschäftigt, interessiert dich vielleicht auch unser Artikel darüber, ob sich die Pubertät im Laufe der Jahre und Jahrzehnte verändert hat. Im Gespräch mit dem Pädagogen und Komiker Matthias Jung gingen wir der Frage auf den Grund und wurden ermahnt, selbst öfter mal zu chillen. Seltsam? Ganz im Gegenteil. Lies selbst! Hier kommst du zum Artikel

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