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    Die Geschichte einer Fehlgeburt und von den Gefühlen, die sie auslöst
    Melina erzählt von ihren Erfahrungen und plädiert für mehr Offenheit bei dem Thema

    Eine Statistik besagt, dass 10 bis 20 Prozent aller Schwangerschaften in den ersten drei Monaten mit einer frühen Fehlgeburt enden (Zeit). Das ist viel. Und es ist völlig normal. Nur leider ist der Schmerz der damit einhergeht kein normales Gefühl, denn es tut weh. Und es hinterlässt Spuren.

    Melina Veronika ist Mama von ihrem kleinen „Regenbogenkind“ wie sie selbst sagt. Aber zu diesem Kind war es ein langer Weg, denn bevor es zur Welt kam, erlitt sie eine Fehlgeburt über die sie hier sprechen möchte und damit ihren Beitrag leisten möchte, das Thema zu enttabuisieren und vor allem anderen Frauen zu helfen, denen ähnliches passiert. Denn sie möchte Mut machen drüber zu sprechen. Bei Melina war das Teil ihres Heilungsprozesses. Und sie möchte sich dafür einsetzen, die Gefühle, die damit einhergehen nicht herunterzuspielen. Auch wenn es so vielen Frauen passiert.

    Schwanger werden. Das allein ist schon eine Kunst für sich.

    Wenn man nachliest, was alles zusammenkommen und passieren muss, damit dieses Wunder geschieht, ist das schon ziemlich überwältigend und faszinierend. Als wir uns dazu entschlossen hatten die Spirale zu ziehen und es darauf ankommen zu lassen ging es ganz schnell. Im folgenden Zyklus wurde ich schwanger. Welch‘ ein Wunder! Wo das doch meine größte Sorge im Leben war, nicht schwanger werden zu können. Siehe da – war ja ganz einfach.

    Leben und Tod liegen nah beieinander

    So richtig klar war mir das dennoch erstmal nicht. Leben und Tod liegen nah beieinander, so sagt man doch. So geschah es. Am 25.04.2019 verstarb meine nun bald schon 99 jährige Oma im Altersheim. Mit ihr bin ich in unserem großen Familienhaus aufgewachsen, dementsprechend war die Trauer groß. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin bei der Frauenärztin und war nun in der 8. SSW. Ich ging alleine hin, ich hatte ja nicht geahnt, dass es ein so besonderer Tag werden würde. Die Frauenärztin zeigte mir über den Ultraschall unser kleines Baby. Das Herz schlug fest.

    Gefühlschaos..

    Ich wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen. Mir liefen ein paar Tränen herunter. Meine Oma war am Tag zuvor gestorben und mein Traum, dass sie ihr Urenkel noch in den Armen halten würde, würde nicht mehr wahr werden. Somit war die Freude erstmal nicht so riesig. Völliges Gefühlschaos.

    .. und Organisatorisches

    Neben meiner sehr starken und dauerhaften Übelkeit musste ich mich nun auch noch rechtzeitig um eine Hebamme, ein Krankenhaus etc. kümmern. Doch eine weitere große Sorge war unsere Wohnsituation. Ich lebe mit meinem Freund in einer 1-Zimmer-Wohnung. Für uns beide reicht es, wir besitzen und brauchen nicht viel. Außer im Winter, da fehlt ein gemütliches Wohnzimmer und eine Badewanne. Also begann ich mich auf die Suche nach einer neuen Wohnung. Kurze Zeit später habe ich unsere Traumwohnung gefunden. Wir waren beide direkt verliebt und irgendwie war ich mir auch ziemlich sicher, dass wir sie bekommen. Pustekuchen. Mein Geheule war groß.

    Die 13. SSW

    Der nächste Frauenarzttermin fand erst in der 13. SSW Woche statt. Eine Stunde vor dem Termin wurde ich leicht nervös. Ich schrieb das meinen Mädels und auch, dass es mich nicht wundern würde, wenn unser Baby nicht mehr lebt. Ich hatte es anscheinend irgendwie geahnt. Zu diesem Termin nahm ich das erste Mal meinen Freund mit. Ich hatte mich die Tage zuvor schon sehr darauf gefreut, dass er nun auch unser Kind und das kleine schlagende Herz sehen würde. Mit den neuen Ultraschallbildern wollten wir es dem Rest der Familie und Freunden verkünden.

    Als ich auf dem gynäkologischen Stuhl lag machte die Frauenärztin ein komisches Gesicht. Mein Freund, der hinter mir stand, streichelte mir über den Arm. Es sah nicht gut aus. Kein intaktes Herz zu sehen. Das Baby so klein wie in der 8. SSW und die Plazenta wucherte. Es war nun klar, dass unser Baby bereits in der 8. SSW, irgendwann nachdem ich das kleine Herzchen am 26.04.2019 flimmern sah, verstarb.

    Danach ging alles ganz schnell und ich nahm mir genügend Zeit die Geschehnisse zu verarbeiten.

    Warum?

    Der histologische Befund sagte aus, dass ich an einer Partialmole litt. Hierbei wurde eine Eizelle von zwei Spermien befruchtet. Somit gab es die doppelte Menge an väterlichen Chromosomen und der Embryo hätte sich nie richtig entwickeln können. Die Natur hat entschieden und gehandelt und ich sehe es als Zeichen, dass wir noch nicht so weit waren. Ich bin mir aber absolut sicher, dass diese kleine Seele als Regenbogenkind zur richtigen Zeit wieder zu uns zurückkommt.

    Was hilft

    Ich bleibe stark und versuche mich auf all das Positive an dieser Situation zu fokussieren. Ich bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung und überhaupt schwanger geworden zu sein. Und auch dafür, dass es keine ernsthafte Blasenmole war. Und natürlich für meinen tollen Freund, Freunde und Familie, die immer für mich da waren und sind.

    Was bleibt

    Es verändert einen definitiv. Ich fühle mich stärker, mutiger und reifer als je zuvor. Dennoch ist es das Traurigste und gleichzeitig das Schönste, was mir je passiert ist. Aber leider auch das Normalste der Welt, der Natur.

    Keine Frau sollte sich dafür schämen oder sich alleine gelassen fühlen. Offen darüber zu reden und damit umzugehen kann wirklich sehr helfen – es sollte kein Tabuthema mehr sein!

    Ich möchte kein Mitleid. Ich möchte nur Mut machen darüber sprechen zu können und dieses Thema nicht herunterspielen zu lassen. Danke.

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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