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    Hilfe, mein Kind lügt!
    Was du tun kannst, wenn dein Kind es plötzlich mit der Wahrheit nicht mehr so genau nimmt und dir Märchen erzählt

    Natürlich haben Kinder eine blühende Fantasie und bis eben war es doch auch noch ganz süß, wenn dein Kinder seine Geschichten etwas ausgeschmückt hat. Aber irgendwann ist immer das erste Mal, wenn du merkst, dass die Unwahrheit plötzlich ganz bewusst eingesetzt wurde. Ab einem gewissen Alter verdrehen Kinder die Wahrheit, denken sich Geschichten aus und flunkern die Eltern an, um sich bewusst dadurch einen Vorteil zu verschaffen, etwas zu vertuschen oder einer Strafe aus dem Weg zu gehen. Wie reagiert man als Eltern, wenn das Kind es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt? Wie bringt man ihm wieder Ehrlichkeit bei?

    Warum lügt ein Kind? 

    Kinder werden oft kreativ, wenn es um das Verdrehen von Tatsachen geht. Dabei erzählen sie ihre Fantasiegeschichten anfangs noch gar nicht bewusst. Ein Kind kann erst mit ungefähr vier Jahren unterscheiden, was Wahrheit und Lüge ist. Vorher vermischen sich Fantasie und Realität noch unbewusst: Da hat die Haare der Puppe eben der geheimnisvolle Zauberer abgeschnitten oder die Bonbons wurden vom Teddybären aufgefuttert. Bei solchen Flunkereien in diesem Alter solltest du dir keine großen Sorgen machen. Das ist ganz normal und hängt mit der geistigen Entwicklung des Kindes zusammen.

    Lügt dein Kind bewusst, so stecken meist folgende Gründe dahinter:

    • Austesten, ob es gelingt, die Eltern hinters Licht zu führen 
    • Angst davor, bei Fehlverhalten ausgeschimpft oder bestraft zu werden 
    • Dein Kind fühlt sich überfordert und denkt, den Anforderungen der Eltern nicht gerecht werden zu können 
    • Lügen aus Loyalität einem anderen gegenüber, um diesen in Schutz zu nehmen 

    Wie gehe ich jetzt mit dem kleinen Lügner um?

    Wenn Kinder lügen, so sollten sie auf keinen Fall bestraft werden. Natürlich sind Eltern enttäuscht und fragen sich, was sie falsch gemacht haben. Strafe führt jedoch nicht unbedingt dazu, dass dein Kind beim nächsten Mal die Wahrheit sagt. Führe in diesen Fällen lieber ein offenes Gespräch mit deinem Nachwuchs und frage nach Gründen, warum gelogen wird. Wenn dein Kind zugibt, es hätte sich nicht getraut, die Wahrheit zu sagen, so solltest du deinem Kind Mut machen, dass es dir immer alles erzählen darf. Wichtig ist in solchen Fällen, einfühlsam mit deinem Kind umzugehen und die Angst davor zu nehmen, die Wahrheit zu sagen. Durch Gespräche setzt du dich mit deinem Kindern aktiv mit dem Problem auseinander. Du kannst Fragen stellen, um den Kern des Problems zu ergründen: Was hattest du davon, dir eine solche Geschichte auszudenken? Dein Kind wird dadurch angeregt, sich mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen und lernt dadurch für zukünftige Situationen. 

    Als Eltern ein gutes Vorbild sein!

    Wenn Eltern sich wünschen, dass die Kinder immer ehrlich sind und bei der Wahrheit bleiben, so sollten sie sich stets auch in ihrem eigenen Verhalten hinterfragen. Neige ich selber manchmal zu Übertreibungen? Nehme ich es selber mit der Wahrheit manchmal nicht so genau, ohne dass es mir eigentlich bewusst ist? Du bist deinem Kind immer ein Vorbild im Verhalten und im Umgang mit anderen. Von daher gilt: eigenes Verhalten reflektieren, authentisch und ehrlich sein! Dein Kind lernt so automatisch den richtigen Umgang mit Wahrheit und Lüge. Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe können erlernt werden, was aber auch mit Vertrauen zu tun hat. Du solltest deinem Kind im Fall der Fälle immer einen Vertrauensvorschuss geben: Wenn dein Kind sagt, es hätte irgendetwas nicht gemacht, so vertraue ihm und glaube deinem Kind. Bohre nicht ewig nach. Nichts ist so schlimm, wie zu Unrecht beschuldigt zu werden. Hat dein Kind gelogen und ihm wird trotzdem geglaubt, so wird es selber mit seinem schlechten Gewissen zu kämpfen haben! Lass einer Sache auch Zeit. Manchmal kommt dein Kind auch erst ein paar Stunden später zu dir und will eine Situation aufklären. 

    Wann wird Lügen bedenklich?

    Wenn dein Kind jedoch permanent haarsträubende Geschichten erzählt, ständig die Tatsachen verdreht und in einer Art Scheinrealität lebt, kannst du dir auch Hilfe und Rat bei einer Erziehungsberatungsstelle holen. Schwierig wird es auch, wenn die kindlichen Fantasien zur ständigen Prahlerei werden. Dahinter steckt meist der Wunsch nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. In diesem Fall ist es wichtig, dass du deinem Kind Lob und Beachtung schenkst. Prahlereien solltest du als Eltern eher ignorieren und nicht darauf eingehen. Gib deinem Kind stattdessen die Möglichkeit, Erfolg zu haben und sich zu beweisen, damit es solche Prahlereien gar nicht mehr nötig hat. Dies ist besonders wichtig für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls! 

    Kommunikation ist alles!

    Viele Auffälligkeiten bei Kindern sind auch nur eine Phase, die ganz ihrer Altersentwicklung entspricht. Lass dich nicht direkt verunsichern, aber schau auch nicht einfach darüber hinweg. Wenn du gleich in den direkten Dialog gehst und ihr beide das aktuelle Phänomen beim Namen nennt, verschwindet es auch oft genauso schnell, wie es aufgetaucht ist.

    Foto: Unsplash/Janko Ferlič – @specialdaddy

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