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    Kind, ärgere dich nicht!
    So hilfst du deinem Kind, mit Gewinnen und Verlieren umzugehen

    Was passiert eigentlich im Kopf meines Kindes beim Gewinnen oder Verlieren? Wie viel Enttäuschung kann ich meinem Kind zumuten und wie schaffe ich als Eltern den richtigen Umgang mit Gewinnen und Verlieren? Wir haben bei einer Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche nachgefragt und lernen, wie wichtig wir mal wieder als Vorbild sind.

    Für manche Kinder scheint es eine große Herausforderung, geduldig zu sein. Die Emotionen im Griff zu behalten, will schließlich auch erst gelernt sein. Wenn die Legosteine nicht direkt aufeinander einrasten oder der Turm zu früh zusammenkracht, kann schon mal die ganze Spielkiste durchs Zimmer gepfeffert werden. Vor allem, wenn Kleinkinder mit ungefähr 4-5 Jahren mit den ersten angeleiteten Regelspielen starten, haben Eltern das Gefühl, ihrem Kind einen Gefallen zu tun, wenn sie es ständig gewinnen lassen. Bloß keinen Wutanfall provozieren. Andere Eltern werden von ihrem eigenen inneren Kind so sehr gestichelt und entwickeln plötzlich selbst einen sportlichen Ehrgeiz beim Gewinnen, wissen dann aber nicht, wie sie mit dem geschürten Ärger ihres Kindes umgehen sollen.

     

    Kinder spielen, um sich selbst und die Welt zu erschließen. Sie lernen ihre Fähigkeiten, Funktionsweisen, Gefühle und das Außen kennen. Je nach Alter wird das Spiel komplexer, kommunikativer und bezieht den anderen bewusst ein.  Es ist eine Art, Kategorien zu bilden, eine Ordnung entstehen zu lassen – sich die Welt begreifbar zu machen, um in dieser zurechtzukommen. 

    Besonders herausgefordert sind Kinder bei sogenannten Regelspielen. Spiele, die einem festen Regelwerk folgen und meist einen Gewinner hervorbringen. Ab ca. viereinhalb bzw. fünf Jahren zeigen Kinder mehr oder weniger Interesse, sich mit diesen Spielen auseinanderzusetzen. Dann sind sie geistig und emotional in der Lage, das Gewinnen und Verlieren, das Erkennen und Akzeptieren von Regeln und die Übernahme von Verantwortung für gemeinsame Vereinbarungen zu lernen. Auch die eigenen Fähigkeiten zu überdenken, Strategien zu entwickeln und in der Gruppe zu bestehen, können Lernaufgaben dieses Spiels sein.

    „Wie möchtest du, dass dein Kind beim Verlieren reagiert? Dann sei ihm ein Vorbild!”

    Regelspiele sind für Kinder und manchmal auch für uns Erwachsene sehr herausfordernd, keine Frage. Es lässt sie an sich selbst zweifeln, sie müssen sich gesetzten Grenzen unterwerfen und manchmal lernen, mit Enttäuschungen umzugehen. Im besten Fall überwiegt der Reiz an der Spannung, die sich aus einem Spiel entwickeln kann. 

    Wie kann ich den Spielverlauf in ruhige Bahnen lenken?

    Die Mitspieler, meist die Familie, können unterstützend und motivierend sein. Sie können Enttäuschungen auffangen, in dem sie sie zuerst benennen, verstehen und verdeutlichen, dass es ein Spiel ist und viele weitere Versuche möglich sind. Sind die Fähigkeiten der Kinder noch nicht so weit ausgebildet, dass ein Spiel auf Augenhöhe möglich ist, sollten die Kinder auch gewinnen dürfen. Nur enttäuscht zu werden, ließe sie die Lust am Spiel schnell verlieren. Anfänglich geht es doch mehr um die Einhaltung von Regeln und darum, eigene Strategien zu entwickeln und eigene Fähigkeiten kennen zu lernen.

    Motivierend und relativierend sollte der Fokus nicht ausschließlich auf den Ausgang des Spiels gelegt werden. Schließlich ist doch der Weg das Ziel und der gemeinsame Spaß, eine aufregende Zeit zu verbringen.

    Für ein Kind sollte es in diesem Alter sowieso nicht um Gewinnen oder Verlieren gehen müssen. Ein gutes Mittel sind hier vor allem Regelspiele, die keinen einzelnen Gewinner hervorbringen, sondern bei denen die Gruppe nur gemeinsam erfolgreich sein kann. So kann man sein Kind an Regeln heranführen, aber auch gleichzeitig den Teamgedanken fördern.

    Grundsätzlich gilt: Wie immer bist du mit dem eigenen Spielverhalten das beste Beispiel für dein Kind!

     

     

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