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    MOTHER.NOW

    Warum quengelt mein Kind nach der Kita immer?
    So kannst du dein Kind vor Reizüberflutung und Stress schützen

    Wer kennt diese Situation nicht? Man kommt nachmittags in die Kita, freut sich auf sein Kind und nimmt ein quängelndes, schlecht gelauntes und trotzdendes Häuflein Elend in Empfang, das direkt nach dem Schnuller fragt, obwohl es ihn den ganzen Tag über ohne Mama gar nicht gebraucht hat. Den ganzen Nachhauseweg lang wird geschrien und sich im Supermarkt auch noch verweigernd vor die Kasse geschmissen. Immer wieder fragt man sich als Mama in solchen Situationen, warum in der Kita anscheinend alle super läuft und der Nachmittag dann regelmäßig zur Katastrophe wird? Die Antwort ist ganz einfach. Dein Kind ist einfach fix und alle. Der Tag war so anstrengend, dein Kind musste so lange funktionieren und sich an Regeln halten, dass jetzt einfach mal der ganze Druck aus ihm herausbricht. Wenn wir verstehen, was die vielen Reizen und Einflüsse jeden Tag mit unserem Kind machen, können wir auch besser mit den Herausforderungen umgehen, die der Alltag für Kinder mit sich bringt. Unsere Sozialpädagogin Janine Klumper hat ein paar Erklärungen und vor allem Ideen, wie wir bei Reizüberflutung mit unserem Kind umgehen können.

    Die Welt ist voller (An-)Reize, besonders für Kinder. Kein Wunder also, wenn es manchmal einfach zu viel wird und Kinder in Tränen ausbrechen oder anderweitige Ventile suchen. Mit zu vielen Reizen können Kinder noch nicht umgehen. Sie versuchen sich dann, gegen diese vielen Reize zu wehren und möchten das auch zeigen. Besonders im Baby- und Kleinkindalter sollte auf das Angebot von Reizen Rücksicht genommen werden. Vielleicht hast du das auch schon einmal bemerkt, dass dein Kind nach der Kita besonders quengelig oder angestrengt ist. Mitunter kann der Weg nach Hause oder ein Einkauf dann schon das Fass zum Überlaufen bringen und einen kleinen Ausbruch bedeuten. Doch warum ist das eigentlich so und wie kannst du vorbeugen? 

     

    Reize werden von Kindern mit allen verschiedenen Sinnen wahrgenommen. Diese Reize bewirken überhaupt erst die kindliche Entwicklung. Denn durch Reize agieren Kinder. Sei es das Geräusch oder die Stimme, der sie folgen, das Spielzeug, das sie sehen oder auch das Material, das sie spüren. Reize sind für Kinder also unheimlich wichtig. Hierüber sammeln sie Erfahrungen. Doch manchmal kommt einfach der Punkt, da wird es zu viel. Es kommt zu einer Reizüberflutung. Es passiert sogar das Gegenteil: Kinder finden keine Ruhe, Dinge zu verarbeiten und zu verstehen. Und diese Zwischenzeit brauchen die Kinder so dringend. 

    Kinder erleben die Welt zum ersten Mal

    Was wir als Erwachsene mitunter nicht mehr sehen, hören und anders erfahren (wollen), das bemerken jedoch unsere Kinder. Vor allem, wenn sie es das erste Mal erleben. Es interessiert und begeistert sie. Und das kann man ihnen ansehen. Sie freuen sich über jede Kleinigkeit. 

    Als dein Kind geboren wurde, kannte es die Welt mit all seinen Besonderheiten, die Umwelt, Gegenstände, Geräusche und all diese Dinge natürlich noch nicht: Es hört das erste Mal die Kirchturmglocken, riecht frisches Gras, schmeckt eine Erdbeere, fühlt das Fell eines Hundes, sieht einen großen Laster auf der Straße, ist das erste Mal bei einem Fußballspiel im Stadion. Du wirst es sicher aus eigener Erfahrung kennen: Etwas Neues zu erleben, das dazu noch aufregend und spannend ist, muss auch von uns erst einmal verarbeitet werden. Wir sind schon daran gewöhnt, alles schneller und beiläufiger zu verarbeiten. Aber wie schön ist es auch für uns, sich mit einer Tasse Tee auf die Couch zu setzen und einfach ein paar Minuten für uns zu haben und inne zu halten. Dinge Revue passieren zu lassen oder nachzudenken. Gerade unseren Kindern sollten wir diese Verarbeitungszeit auch gönnen. Dazu kommt, sie können uns mitunter noch nicht sagen, dass sie Zeit für sich und ihre Gedanken brauchen. Diese Ruhezeit müssen wir ihnen geben. Jeder, der etwas zum ersten Mal erfährt, braucht eine längere Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, um es zu verarbeiten und daraus zu lernen. Damit wird auch der Mittags- oder Nachtschlaf für Kinder noch bedeutsamer. In dieser Ruhezeit verarbeiten sie Erlebtes. 

    Je jünger das Kind, desto weniger Reize

    Je jünger dein Kind ist, desto mehr Sicherheit und Nähe braucht es. Und desto weniger Reize braucht es auch. Sei lieber als Bezugsperson anwesend. Für dein Baby in den ersten Monaten ist es völlig ausreichend, wenn es in einem Kinderwagen liegt und dabei geschoben wird. Die große Sicherheit, der Körperkontakt, fehlt. Umso mehr braucht es aber die Sicht auf dich, seine Bezugsperson. Dann kann es auch entspannen und sich auf das Abenteuer „Kinderwagen fahren“ einlassen. Es braucht nicht den Himmel dabei zu sehen, der an ihm vorbeizieht und auch nicht noch drei bis fünf kleine Stofftiere, Schnullerketten und Glöckchen. Es schaut, riecht, hört und spürt – das ist genug. Babys reicht es vollkommen, die Luft mit all ihren Gerüchen wahrzunehmen, dich zu sehen und die Umgebungsgeräusche zu hören. Auch das kann schon sehr fordernd für ein Baby sein. Umso wichtiger auch hier wieder die Ruhephasen, die du deinem Kind in dieser Zeit geben kannst, damit es verarbeiten kann. Kinder die Zeit haben, das Erlebte zu verarbeiten, werden auch im Hinblick auf Kita und Schule deutlich ausgeglichener und entspannter sein. Durch jede Reizerfahrung, gekoppelt mit Ruhezeiten, lernen sie mit neuen Situationen und mitunter auch Herausforderungen umzugehen und sind folglich für Neues eher bereit und gewappnet. Du tust deinem Kind also nur Gutes, nicht zu viel zu geben und zu wollen

    Kinder brauchen Neues und Bekanntes gleichermaßen

    Natürlich braucht dein Kind Reize, um sich (weiter)zuentwickeln. Wenn es nichts Neues kennenlernt und sich damit auseinandersetzt, lernt es seine Vorlieben und Fähigkeiten auch nicht kennen. Es bekommt keinen „Anreiz“, sich auszuprobieren. Und um Dinge genauer zu erfahren und sich daran weiterzuentwickeln, braucht es Bekanntes und die Zeit für viele Wiederholungen. Auch hier wieder: Je mehr Ruhe du deinem Kind gibst, desto mehr möchte es entdecken und probieren. 

    Reizüberflutung – Weniger ist mehr

    Liegt dein Baby in einem Berg voller verschiedener Spielzeuge, wird es sich schwer entscheiden können, mit welchem Spielzeug es spielen möchte. Es ist dann einfach viel zu vielen Reizen ausgesetzt, denn die Umgebung in der es liegt, ist bereits ohne Spielzeug voller Reize. Den Teppich fühlen, dem Regen am Fenster lauschen oder herausfinden, wie der Ärmel seines Pullovers schmeckt. Keine Sorge, du bemerkst es, wenn sich dein Kind langweilen sollte. Auch dann erst kannst du ihm neue Reize in Form von Gesprächen, Materialien oder auch Spielzeugen anbieten, mit dem es sich beschäftigen kann.

    Doch weniger ist mehr: Weniger Spielzeug fördert das Ruhen und Weiterentwickeln des kindlichen Spiels. Dein Kind lernt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, Dinge immer weiter auszuprobieren und geduldig etwas zu üben, bis es das kann, was es möchte.

    Kinder äußern deutlich, wenn sie von etwas genug haben. Sie werden müde, sehr albern, schimpfen über den langen Weg, haben Hunger, weinen oder klammern sich sehr an Mama und Papa.

    Sei also darauf gewappnet, wenn dein Kind nach der Kita mitunter die verschiedensten Launen zeigt. In der Kita werden die Kinder natürlich den unterschiedlichsten Reizen begegnen und lernen den gesamten Tag über Neues kennen. Seien es die sozialen Kontakte, neue Spielsachen, Ausflüge oder auch Regeln und Verhaltensweisen. All das wirkt sich auf dein Kind aus. Für dich ist es natürlich nicht einfach, da du die Reize in der Kita nicht mitverfolgen kannst und so nicht sehen kannst, wann es mitunter zu viel wird. Aber auch in der Kita sind daher die Ruhezeiten verankert und so wichtig. Hab den Gedanken dennoch im Hinterkopf, dass dein Kind in der Kita so viel Neues erfahren hat, dass es mitunter am Nachmittag nicht immer gleich aufnahme- oder belastungsfähig ist, wie an anderen Tagen. Biete deinem Kind Optionen, frage direkt, ob es eine kleine Ruhepause, gerne auch mit Kuscheln oder einem Buch, möchte oder ob ihr noch gemeinsam etwas unternehmen wollt. Ab diesem Punkt wirst du als Mutter dann dein Kind wieder am Besten lesen können und kannst so sehen, was es nun braucht. Manchmal reicht es auch, den Nachhauseweg etwas in die Länge zu ziehen und einfach noch eine weitere Runde mit dem Kinderwagen durch die Gegend zu fahren. Nicht jeder Nachmittag muss noch zusätzlich mit Terminen, Kursen oder Spielbesuchen vollgepackt werden.

    Ruhezeiten schaffen

    In einer Welt voller Reize bleiben Ruhezeiten mit am Wichtigsten für Kinder. In dieser Zeit lernen und entwickeln sich Kinder genauso viel weiter, wie in den Momenten in denen sie etwas aktiv erleben. In den Pausen kommen sie selbst zur Ruhe, können Energie auftanken und Kraft sammeln für weitere Erlebnisse. 

    Nicht vergessen 

    Sei deinem Kind auch hier ein Vorbild. Kinder orientieren sich immer an ihren Eltern. Daher ist es auch als Erwachsener wichtig, sich nicht durchgängig mit Dingen zu beschäftigen, sondern auch einfach in Ruhe den Moment zu genießen und sich Zeit zu nehmen. 

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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