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    Kinderbetreuung im Ausnahmezustand
    Tipps für kreative Betreuungslösungen in Zeiten des Corona-Virus

    Die Kitas und Schulen sind geschlossen, das öffentliche Leben steht nahezu still. Durch die Corona-Pandemie kommt auf viele Familien eine bislang nicht dagewesene Herausforderung zu. Die Maßnahmen der Regierung sind notwendig und absolut alternativlos. Das betrifft uns alle. So fragen wir uns täglich: Wie sollen wir das nur schaffen? Familienhelferin und Pädagogin Christine Foetzki gibt Tipps, wie wir mit kreativen Lösungen durch schwierige Zeiten kommen.

    Krisenmanagement

    Als Familienhelferin bin ich Expertin im Krisenmanagement von Familien. Es ist mein Job, dann einen kühlen Kopf zu bewahren und kreative unkonventionelle Lösungen zu entwickeln, wenn alle anderen verzweifeln, sich empören oder schlicht überfordert sind. Wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, habe ich in den letzten Tagen mit vielen Eltern gesprochen und sie beraten. Meine Familien“ sind individuell und genauso unterschiedlich sind die Ideen, Ratschläge und Entlastungsmöglichkeiten, die wir gemeinsam entwickelt haben.

    Kreativität ist gefragt

    Es gibt keine Formel, die wir einfach anwenden können und die für alle gleichermaßen gut funktioniert. Auch in der Krise reagiert jede Familie anders, und die ganz normalen Schwierigkeiten im Alltag lösen sich ja auch nicht einfach in Luft auf, nur weil jetzt alle daheim bleiben müssen. Ich habe also keine allgemeine Lösung für jede/n persönlich, aber ich kann verschiedene Vorschläge und Beispiele vorstellen. Werdet kreativ und findet eure ganz eigenen Wege im Umgang mit dieser besonderen Situation.

    Ihr seid nicht allein

    Die Kita oder Schule ist ja für alle Kinder geschlossen. Auch die anderen Eltern stehen vor der Frage, ob und wie sie ihre Erwerbsarbeit weiter verrichten können. Solidarisiert euch, vernetzt euch, unterstützt einander. Wenn fünf Mütter und Väter sich zusammentun und jede/r jeweils einen Tag pro Woche zu Hause bei allen Kinder bleibt, dann können die anderen vier arbeiten gehen. 

    Wichtig: Bitte beachtet jedoch unbedingt, dass dies nur mit Kindern geht, die sich bereits vorher regelmäßig getroffen haben, beispielsweise Kindern aus einer Schulklasse.

    Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, sollten neue Sozialkontakte möglichst vermieden werden, um keine neuen Infektionsketten zu schaffen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass Arbeitgeber lieber nur einen Tag auf ihre Mitarbeiter/innen verzichten als die ganze Woche. Sogar wenn ihr längst im Home Office seid, sind private Verabredungen mit anderen Eltern hilfreich, denn konzentriertes Arbeiten und Kinderbetreuung gleichzeitig, das ist schwierig und eigentlich nicht zu schaffen. Versucht dabei nur so viele Kontakte wie wirklich nötig und so wenig wie möglich zu vereinbaren.

    Auch wenn wir alle in einem Boot sitzen: Jede Familie ist anders und jede Lösung ebenso

    Natürlich könnt ihr die Betreuung der Kinder auch mit dem Partner teilen. Dann ist eine/r drei Tage zuhause und zwei Tage im Office und umgekehrt. Oder ein Elternteil ist vormittags bei den Kindern und das andere nachmittags; vielleicht ist ein wöchentlicher Wechsel möglich. Besprecht eure Ideen mit eurem Arbeitgeber. Was am besten zu euch, eurem Partner, eurem Kind und eurem Job passt, lässt sich nur individuell aushandeln. Fakt ist allerdings auch, dass die Berufstätigen im Bereich der kritischen Infrastruktur nun Priorität haben. Statistisch gesehen sind im Gesundheitswesen überwiegend Frauen beschäftigt – so müssten wohl jetzt überwiegend die Männer bei den Kindern zuhause bleiben.

    Vielleicht ist das die lang ersehnte Gelegenheit, Überstunden abzubummeln. Glücklicherweise gibt es eine Notbetreuung, wenn beide Elternteile in der kritischen Infrastruktur tätig sind, also Ärzte, Pflegekräfte, anderes Personal im Gesundheitssektor, Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz, sowie Justiz- und Maßregelvollzug. Informiert euch unbedingt bei eurer Kita und Schule, ob ihr die Notbetreuung nutzen könnt.

    Einer allein erziehenden Mutter, die weder ihren ganzen Jahresurlaub aufbrauchen kann, noch sich eine unbezahlte Freistellung leisten kann, habe ich geraten, mit der Chefin zu besprechen, dass sie ihre Arbeitsstunden pro Tag reduziert. Aufgrund des hohen Krankenstands ist das ein möglicher Kompromiss, es fällt nicht noch eine Arbeitskraft aus. Die Mutter arbeitet dann z. B. nur vier statt acht Stunden – und ihr Sohn ist wenigstens nur vier Stunden allein zuhause. Das schafft ihr 11-jähriges Kind nämlich schon.

    Einer anderen Mutter, auch allein erziehend, habe ich vorgeschlagen, sich nach einer privaten Betreuung in der Nachbarschaft umzuschauen. Die älteren Schüler/innen (ab 16 Jahren) sind doch auch alle zuhause und freuen sich vielleicht über Beschäftigung und einen kleinen Zuverdienst.

    Lösungen im Kleinen suchen

    Manche Arbeitgeber können auch einen Raum zur Verfügung stellen, in dem die Kinder der Beschäftigten dann abwechselnd von diesen betreut werden. Wenn jede/r noch ein Spiel oder Spielzeug mitbringt, lässt sich diese Notbetreuung bestimmt ganz gut realisieren. Aber auch hier gilt es, keine abteilungsübergreifenden Notgruppen einzurichten, sondern Lösungen im Kleinen zu suchen, nämlich unter den Kolleg/inn/en, die auch außerberuflich in Kontakt stehen.

    Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen

    Für uns alle muss klar sein, dass wir für diese herausfordernden Zeiten auch besondere Maßnahmen und unkonventionelle Absprachen brauchen. Es handelt sich dabei um Notlösungen. Bei der Arbeit bleibt vielleicht einiges liegen, aber die Hauptsache ist, dass das Notwendige und Dringliche erledigt werden kann. Auch für die Kinder und ihr Recht auf Förderung und Schulbildung gilt, dass die Betreuung und Beschulung daheim sich nicht an den Maßstäben des normalen Unterrichts messen lassen kann – muss sie auch gar nicht! Setzt euch nicht unter Druck, sondern setzt Prioritäten. Entscheidet verhältnismäßig. Aber vor allem schützt euch, eure Familien und alle anderen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

    Photo by Alexander Dummer on Unsplash

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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