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    Meningokokken B Impfung
    Warum wird sie nicht empfohlen? Wie wichtig ist sie?

    Ob man sein Kind impfen lässt oder komplett gegen Impfen ist, ist in Deutschland immer noch ein großes Thema. Aber auch bei klaren Impfbefürwortern herrscht in manche Fragen noch Unsicherheit. Immer wieder hört man von dramatisch verlaufenden Meningokokken B-Ansteckungen, die Eltern ängstigen. Die Meningokokken B-Impfung zählt aktuell noch nicht zu den Impfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden. Dennoch raten viele Kinderärzte zu einer Impfung.

    Was passiert durch eine Infektion mit Meningokokken im Körper? Welche Meningokokkenvarianten gibt es? Soll eine Impfung durchgeführt werden und welche Nebenwirkungen kann diese haben?

    Was sind Meningokokken? 

    Meningokokken sind Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen können. Durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise durch Husten oder Niesen, wird der Erreger übertragen. Man unterscheidet verschiedene Serogruppen der Meningokokken: die Bakterienunterarten A, B und C. In Deutschland erkranken jährlich rund 700 Menschen an einer Infektion, hauptsächlich verursacht durch die Serogruppe B, gefolgt von der Bakterienuntergruppe C.

    Wie wirkt sich eine Infektion auf den Körper aus? 

    Besonders gefährlich sind die Bakterien des Meningokokkenstammes für Kleinkinder unter 5 Jahren und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. In diesem Alter können die meisten Erkrankungen beobachtet werden, auch wenn die Gesamtzahl der Erkrankungen insgesamt rückläufig ist. Die Bakterien verursachen eine Hirnhautentzündung, die mit hohem Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteife einhergehen. Ebenso kann bei der Infektion mit diesen Bakterien eine Blutvergiftung auftreten, das Risiko für Spätschäden oder einen tödlichen Ausgang ist hoch.

    Was empfiehlt die STIKO? 

    Die Ständige Impfkommission entwickelt Impfempfehlungen für Deutschland. Berücksichtigt werden dabei nicht nur der Nutzen einer Impfung für den jeweils einzelnen Menschen, sondern auch der Gesamtnutzen für die Bevölkerung. Kriterien hierfür sind zum einen die Unbedenklichkeit und Verträglichkeit der jeweiligen Impfstoffe, zum anderen das individuelle Verhältnis von Nutzen und Risiko. Eine Impfempfehlung wird von der STIKO auch meist dann ausgesprochen, wenn bestimmte Infektionskrankheiten eine Epidemie zur Folge hätten. Bezüglich der Meningokokken empfiehlt das Gremium eine Impfung gegen den Bakterienstamm C, nicht aber gegen die Untergruppe B, obwohl diese Erreger häufiger zu Infektionen führen.

    Warum ist dies so? Ein Grund dafür ist, dass es für die Erreger der Serogruppe B bis zum Jahr 2013 noch gar keinen Impfstoff gab. Weiterhin muss eine Impfung im öffentlichen Interesse liegen, damit sie von der STIKO empfohlen wird: Die Impfung schützt den Einzelnen vor Erkrankung und verhindert gleichzeitig, dass sich der Erreger weiterverbreiten kann. Dies wiederum schützt die Personen, die selbst nicht geimpft werden. Dieser Wirkmechanismus und der damit angestrebte „Herdenschutz“ ist bei der Meningokokken B-Impfung jedoch noch unklar. Ein weiterer Grund dafür, warum die Impfung noch nicht auf der Empfehlungsliste steht. Unklar ist auch noch, ob der Impfstoff alle Stämme der B-Variante abdeckt und wie lange der Impfschutz anhält. Diese Faktoren müssen alle noch genauer untersucht und geklärt werden, bevor eine Impfempfehlung gegen Meningokokken B ausgesprochen wird.

    Soll ich mein Kind trotzdem gegen Meningokokken B impfen lassen? 

    Diese Entscheidung ist einzig und allein den Eltern überlassen. Der Impfstoff ist zugelassen und verfügbar. Trifft die Infektion dein Kind, so kann dies schlimme Folgen haben, auch wenn die Erkrankung relativ selten ist. Hier sollten sich Eltern selbst hinterfragen, was ihnen wichtiger ist: das relativ geringe Risiko einer Erkrankung eingehen oder besser gleich von Anfang an vorbeugen, damit eine Infektion gar nicht erst entstehen kann. Bisher erstatten nur wenige Krankenkassen die Impfung bis zum Alter von 24 Monaten als freiwillige Extraleistung. Es lohnt sich jedoch auf jeden Fall dort nachzufragen. In der Regel müssen Eltern in der Arztpraxis in Vorleistung gehen und die Impfung erst einmal bezahlen. Die Kosten für den Impfstoff belaufen sich auf um die 100,- Euro, dazu kommen die Kosten für die Verabreichung der Impfung durch den Arzt. Am besten du erkundigst dich im Vorfeld bei deiner Krankenkasse, ob diese die Kosten für die Meningokokken B-Impfung übernimmt.

    Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung auftreten? 

    Wie jede Impfung kann auch die Impfung gegen Meningokokken B verschiedene Impfreaktionen zur Folge haben. Dazu gehören: 

    • Leichtes Fieber und Gliederschmerzen
    • Die Injektionsstelle wird rot und schwillt etwas an, das Kind empfindet einen Druckschmerz
    • Kopfschmerzen, Unruhe und Schlafstörungen
    • Durchfall und Erbrechen

    In der Regel beeinträchtigen solche Impfreaktionen, wenn sie überhaupt auftreten, das Befinden eines Kindes nur leicht. Die Beschwerden verschwinden meist drei Tage nach der Impfung wieder. Sollte es nach der Impfung zu einer allergischen Reaktion, Nackensteifigkeit, Sehstörungen oder Ohnmachtsanfällen kommen, bitte sofort den Kinderarzt aufsuchen! Dies sind jedoch seltene Nebenwirkungen der Impfung. Lass dich vor der Impfung von deinem Kinderarzt genau aufklären und beraten!

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