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    Warum ist es so wichtig, Grenzen zu setzen?
    Kinder brauchen Grenzen. Ist das wirklich so? Und wenn ja, wie und wann setze ich sie? 

    Kindern Grenzen aufzuzeigen, kann mitunter auch sehr nervenaufreibend sein. Wer mag schon Grenzen, wenn die Ungeduld, die Fantasie und die Möglichkeiten so grenzenlos scheinen? Aber kurz vorweg: Ja, Grenzen sind tatsächlich sehr wichtig. Und nein, du bist keine schlechte Mutter, wenn du deinem Kind einfach mal eine Grenze setzen musst oder ´Nein` sagst. Und auch wenn deine Kinder Meister darin sind, auszutesten, wie weit sie gehen können, bedenke immer, dass sie dies tun, um sich in die noch unbekannte Welt einordnen zu können. Pädagogin Janine Klumper hilft uns, den richtigen Rahmen zu finden.

    In den ersten Lebensmonaten eines Kindes ist es fundamental wichtig die Bedürfnisse nach Schutz, Nahrung und Zuneigung eines Kindes bedingungslos zu befriedigen. Nicht nur, damit Kleinkinder überhaupt überleben können, sondern auch, damit sie sich sicher fühlen und ein (Ur)Vertrauen in die anderen Menschen aufbauen können.

    Kinder brauchen einen festen Rahmen in ihrer Entwicklung und ihrem Alltag. Erst dann fühlen sie sich sicher und geborgen. Auch wenn ihnen das manchmal nicht so vorkommt, tun wir ihnen damit tatsächlich einen Gefallen. Mit Grenzen zeigst du deinem Kind eine Richtung, in die es gehen kann. In der es sich ausprobieren kann und Erfahrungen sammelt, sich aber gleichzeitig sicher fühlen kann.

    Erst nach und nach lernen Kinder, dass andere Menschen auch Bedürfnisse haben oder Dinge gefährlich sein können und es (daher) Grenzen gibt.

    Das heißt: Kinder müssen lernen, ihre Bedürfnisse aufzuschieben, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen und die Grenzen anderer und auch eigene Grenzen zu respektieren. Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich, sondern kann mitunter ein langer Weg sein. Aber Konsequenz wird sich hier auf jeden Fall auszahlen. 

    Warum Grenzen setzen?

    Hier ein paar Gründe, warum Grenzen so wichtig sind:

    • Grenzen bieten Schutz. Bei fehlenden oder ungenügenden Grenzen sind Kinder gefährdet sich selber oder jemandem anderen zu schaden. Sie können je nach Alter noch nicht abschätzen was Folgen ihrer Handlungen sein können.
    • Grenzen geben Halt und Sicherheit. Mit Grenzen weiß dein Kind, dass es sich auf dich verlassen kann. Du bist im richtigen Moment da, um die Verantwortung zu übernehmen und zu reagieren.
    • Grenzen sind wichtig, um eure Ordnung zu Hause zu klären. Spielzeiten gehören genauso wie das Aufräumen zum Alltag. Auch zeitliche Grenzen, wie das Schlafengehen am Abend werden durch Regeln verbindlich und helfen im Alltag.
    • Grenzen zeigen den Handlungsspielraum auf (von hier bis hier hast du Freiraum, ab hier bestimme ich). Dadurch bekommen Kinder eine Orientierung im Leben und wissen in welchen Bereichen sie sich ausprobieren können.

    Wie setzt man Grenzen?

    Grenzen müssen altersentsprechend gesetzt werden. 

    Niemand lernt etwas, wenn er nicht auch selber Erfahrungen machen kann oder ausprobieren darf. Umso älter dein Kind wird, desto weiter solltest du die Grenzen legen. Gib deinem Kind zunehmend Verantwortung, so dass es neue Erfahrungen machen kann. Zeig deinem Kind, dass du ihm auch mehr Freiheiten zutraust. Das wird es stärken.

    Grenzen sollten individuell zu den Kindern passen

    Jedes Kind ist anders, daher sollten auch die Grenzen auf das jeweilige Kind abgestimmt werden. Nicht alle Sechsjährigen Kinder zeigen die gleichen Persönlichkeiten oder haben das gleiche Selbstbewusstsein. Daher solltest du immer auf dein Kind und euren Tagesablauf schauen und euch nicht mit anderen Familien vergleichen. Inspiration ist gut, aber macht euch das Bild im eigenen Zuhause. Wo braucht dein Kind Regeln und Grenzen? Womit kommst du gut klar und wann wird dir etwas zu viel? Oder auch, wann wird es deinem Kind zu viel? Grenzen können auch zum eigenen Schutz vor Überforderung für die Kinder gelten.

    Eltern müssen Widerstand aushalten

    Natürlich wird der Punkt kommen, an dem sich dein Kind gegen diese Grenzen wehren wird. Es wird darüber meckern, sich auch mal körperlich wehren, weinen und sogar auch mal dagegen verstoßen. All das musst du aushalten, besser standhaft bleiben. Dein Kind macht etwas ganz Normales. Es testet sich aus, es testet auch dich aus und muss auch diese Erfahrungen sammeln können. Hierüber lernen Kinder wie weit sie gehen können. Sie testen dich nicht aus, weil sie dich als Mutter schikanieren wollen, sondern einfach, weil sie etwas anderes wollen als du. Manchmal völlig nachvollziehbar. Dabei ist es wichtig, dass du das Verhalten deines Kindes und seine Emotionen und Ablehnungen nicht persönlich nimmst. Du musst die Frustration und Wut des Kindes ein Stück weit auch einfach aushalten (können). Auch wenn es manchmal sehr schwer ist.

    Manchmal sind Eltern ihren Kindern gegenüber nicht mehr klar genug, weil sie Angst vor einer schlechten Stimmung oder sogar Angst haben, die Liebe des Kindes verlieren zu können. Auch das ist nachvollziehbar, macht es deinem Kind aber nicht leichter. Wenn das geschieht, dann verlieren Eltern mit der Zeit jedoch die Glaubwürdigkeit in der Erziehung, geben dem Kind nicht mehr den nötigen Rahmen und letztlich auch zu wenig Halt.

    „Liebe geben heißt auch Halt und Grenzen bieten.“

    Perspektivenwechsel können helfen

    Kindern handeln immer ihren Bedürfnissen entsprechend. Wenn du als Mutter das Bedürfnis bzw. den Wunsch oder das Anliegen deines Kindes anerkennst, kann es dir helfen das schwierige (trotzende, wütende) Verhalten deines Kindes besser zu verstehen und auszuhalten.

    Wenn du siehst, wie legitim der Wunsch deines Kindes im Grunde ist, kannst du deinem Kind auch besser verständlich machen, warum es trotzdem nicht so geht, wie es möchte. Du wirkst deinem Kind gegenüber sehr viel authentischer. Du verstehst es und das wird dein Kind merken. Auch wenn es seine Reaktion nicht sofort stoppen kann, wird es ihm helfen, damit umzugehen und deine Entscheidung schneller zu akzeptieren.

    Geh ins Gespräch mit deinem Kind

    Erkläre deinem Kind, warum du an dieser oder jener Grenze festhalten möchtest. Natürlich kannst du nicht erwarten, dass dein Kind deine Ansicht auch versteht oder sogar damit einverstanden ist.
    Aber Erklärungen ermöglichen deinem Kind längerfristig Lernprozesse. Es kann sich auf dich, deine Verhaltensweisen aber auch auf Regeln und Grenzen im Familienalltag einstellen. Kinder erleben die Welt und viele Dinge des Alltags im Laufe ihrer Entwicklung zum ersten Mal. Erlaube ihnen die Zeit, mit den Eigenarten des Lebens umzugehen.

    Mein Tipp an dich:

    Die Zeit des Grenzen Austestens kann anstrengend sein. Bleib dennoch stark und selbstbewusst. Du kennst deine Kinder am besten, möchtest dass es ihnen gut geht und ihnen nichts zustößt. Bleib bei deinen Gedanken, Regeln und Ansichten. Lass dich nicht verunsichern, egal wie stark der Wind dir manchmal entgegen kommen wird.

    Atme tief durch, versuch deine Kinder zu verstehen. Und auch Kompromisse sind keine Rückschläge, sondern immer nur Gespräche und ein aufeinander zukommen. Und das ist es doch, was wir trotz aller Regeln und Grenzen möchten.

     

     

    Zum Weiterlesen: Was ist denn eigentlich Erziehung genau – und muss sie überhaupt zwingend sein? Und wie sieht denn nun gute und schlechte Erziehung aus oder gibt es die gar nicht?Wer mehr über „Die Sache mit der Erziehung“ lesen möchte, kann hier klicken.

     

     

    Photo by Kelly Sikkema on Unsplash
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