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    Darf mein Kind nachts bei mir im Bett schlafen?
    Zwillingsmama Katrin weiß, wie unterschiedlich Kinder sind und fragt sich, was eigentlich gegen das Familienbett spricht

    Es gibt viele Meinungen und noch mehr Stimmen zum Thema “Familienbett”. Wie du es auch handhabst oder handhaben willst, letztendlich ist doch einzig entscheidend, wie es den Beteiligten dabei geht. Zwillingsmama Katrin hat auch in diesem Bereich sehr unterschiedliche Kinder. Sie ist für sich deswegen der Frage nachgegangen: Was spricht dafür oder dagegen, den Nachwuchs im Elternbett schlafen zu lassen? Sie teilt mit uns ihre Überlegungen und Erfahrungen und spricht sich am Ende doch für das vielleicht einzig Richtige aus: Dafür, auf das Gefühl zu hören.

    Mein Sohn ist 5 Jahre alt und krabbelt jede Nacht gegen 2:00 Uhr auf Mamas Seite des Bettes. Insbesondere von der Großelterngeneration hört man zu diesem Thema gerne mal mahnende Worte. Es scheint, die generische Regel zu geben: „Kinder müssen in ihrem eigenen Bett schlafen“.

    Auch bei der jährlichen Untersuchung in der Kinderarztpraxis muss ich auf dem Fragebogen ankreuzen, ob mein Kind allein im Bett schläft oder nicht. Bei uns steht an dieser Stelle seit 5 Jahren das Kreuz bei „Nein“ und ich überlege mir gerade, ob das eigentlich schlimm ist?

    Warum kommen Kinder nachts ins Bett der Eltern?

    Bei uns ist der Alltag straff geplant. Von Montag bis Freitag ist die Zeit für Nähe am Morgen und am Abend eigentlich viel zu kurz. Kein Wunder also, dass nachts nachgetankt werden muss. 

    Es ist ganz normal, dass Kinder nachts aufwachen, denn der Schlaf verläuft zyklisch. Einige Kinder schlafen dann gleich wieder ein, so wie beispielsweise meine Tochter. Sie holt sich sogar nachts etwas zu trinken oder zieht sich um, wenn sie eingepullert hat und geht dann wieder ins eigene Bett zurück. Auch hier lerne ich wieder von meinem Zwillingspärchen: Selbst wenn Kinder schon im Embryonenstadium zusammen sind – jedes Kind ist ein Wunderwerk für sich. Mein Sohn kann eben nach seiner ersten Tiefschlafphase nicht wieder allein einschlafen und sucht meine Nähe.

    Wieso sollen Kinder so unbedingt alleine schlafen?

    Früher hieß es tatsächlich, Kinder würden nicht selbstständig werden, wenn sie im elterlichen Bett schlafen. Also folgte ich brav der erlernten Ansicht, dass Kinder zurück in ihr Bett gebracht werden und eben lernen müssten, allein durchzuschlafen. 

    Als die Gitterstäbe aus dem Kinderbettchen entfernt wurden und mein Sohn jede Nacht in Mamas Bett gewandert ist, habe ich ihn also wieder zurückgetragen. Ich bin aufgestanden, habe ihn zurück durch die Wohnung getragen und solange neben ihm gesessen, bis er wieder eingeschlafen ist. Da war dann auch für mich die Hälfte der Nacht gleich mit vorbei und oft wiederholte sich diese Szene noch ein zweites Mal. Wir haben viel ausprobiert, um die Situation zu ändern. Das Kinderzimmer wurde umgebaut, das Bett verwandelte sich in eine kleine Höhle, die ihm mehr Geborgenheit schenken sollte, wir installierten Lichtspiele und ließen leise Musik laufen. Das alles fand mein Sohn ganz nett – und blieb trotzdem nächtlicher Dauergast. 

    Was sagt die Wissenschaft dazu?

    Für diesen Beitrag habe ich ein paar wissenschaftliche Abhandlungen zum Thema gelesen. Dabei war der gemeinsame Nenner moderner Studien fast immer, dass sowohl Kinder als auch Eltern ruhiger schlafen, wenn sie die Nacht zusammen verbringen. Es gab ein paar Gegenstimmen, die Konsequenz von den Eltern forderten. Das Kind gehöre nachts ins eigene Bett, denn schließlich müssten die Machtverhältnisse eingehalten werden. Eltern machen die Regeln und Basta. Man könne sich ja schließlich nicht auf der Nase herumtanzen lassen.

    Schon evolutionsbedingt sieht es die Natur seit jeher vor, dass Eltern neben ihren Kindern schlafen, um bei Gefahren schneller einzugreifen. Zugegeben: Die Gefahren des Kinderzimmers sind im 21. Jahrhundert hierzulande überschaubar. Aber auch Mütter schlafen nachgewiesen besser, wenn sie ihr Kind in greifbarer Nähe wissen. An diesem Urinstinkt ändert auch die Meinung der westlichen Welt und der Fragebogen beim Kinderarzt nichts. Kinder und Eltern nehmen im Schlaf unbewusst die Geräusche und Bewegungen des anderen wahr und wissen: Alles ist gut. Die Wissenschaft gibt also das OK dafür, dass mein Kind auch weiterhin bleiben darf. 

    Das Kind gegen seinen Willen wieder zurück ins Bett bringen?

    Das ist für mich persönlich der ganz falsche Weg. Auf den Wunsch meines Kindes nach meiner Nähe, möchte ich nicht mit Abweisung reagieren. Vielmehr verstärkt es doch die kindlichen Ängste, wenn sie schon beim Einschlafen wissen, dass sie jetzt die ganze Nacht auf Mamas Nähe verzichten müssen. Selbst die meisten Erwachsenen schlafen doch nicht gerne allein. 

    Wann ist die Altersgrenze für das nächtliche Pilgern zu Mama?

    In einem der wissenschaftlichen Berichte habe ich gelesen, dass Kinder mit drei Jahren in eine selbstregulatorische Phase eintreten. Sie seien dann wohl theoretisch besser in der Lage, allein zu schlafen und tun dies in den meisten Fällen auch. Bei meiner Tochter hat das wunderbar geklappt, beim Sohnemann eben nicht. 

    Mein Sohn darf bei mir im Bett schlafen, so lange wie er möchte. Er kommt über den Flur getapert, schmeißt sich in mein Bett und schläft tief weiter. Auch ich wache nur kurz auf, registriere die kleinen Ärmchen und Füße in meinem Rücken und weiß: Es geht ihm gut. Und irgendwann wird der Tag kommen, an dem er einfach in seinem Bettchen bleibt – viel zu früh vermutlich. 

    Ja, mein Sohn darf auch mit 5 noch bei mir schlafen

    Wie auch bei vielen anderen Themen sehe ich das Problem gar nicht bei meinem und den vielen anderen Kindern, die sich nachts an Mama oder Papa kuscheln wollen. Das Problem sind die Erwachsenen, die überhaupt erst ein Problem daraus machen. 

    Ich möchte meinen Kindern nach Möglichkeit das geben, was sie brauchen. Das sind manchmal Grenzen und manchmal eben offene Türen. Die kleinen Füße am Rücken, die tastenden Finger, das leise Schnaufen in der Nacht mit dem Kuscheltuch vor der Nase – sind das nicht genau die Momente, an die man später wehmütig zurückdenkt?

    Photo by Isaac Del Toro on Unsplash

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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