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    MOTHER.NOW

    Einfach Ruhe bewahren
    10 Strategien gegen den Ärger und das Chaos im Familienalltag mit deinen Kindern

    Kinder sind großartig. Sie sind süß, witzig, schmusig, sehen beim Schlafen aus wie Engel, machen lustige Gesichter und sagen naiv-schlaue Sachen. Kinder sind einfach toll. Und manchmal gehen sie einem so wahnsinnig auf den Sack. Wir haben 10 Strategien gegen den Ärger zusammengesucht – davor, während und danach.

    Es war ein Glück, so kurzfristig einen Kinderarzttermin zu bekommen, und ich will alles daran setzen, nicht zu spät zu kommen. Dass mein Kind gerne trödelt, hatte ich mit einberechnet. Dass es aber nun, zehn Minuten vor Termin, nun doch UNBEDINGT den anderen Pulli anziehen will, ist mir einfach zu viel. Ich raste aus. Ich schreie mein Kind an. Und im selben Moment ärgere ich mich mehr über mich selbst als über das trödelnde Kind mit dem eigenen Kopf. Aber es ist zu spät. Die Tränen fließen. Ich kann meine eigenen grade noch zurückhalten. 

    Mit Sicherheit kennst du ihn auch – den Ärger, gepaart mit Ungeduld. Du kennst die Wut, die hochkocht, das Unverständnis und die Schwierigkeit, in bestimmten Situationen die Nerven zu behalten. Aber es gibt Strategien, die helfen. Kannst du dir gerade nicht vorstellen? Dann probiere unsere Tipps doch einfach mal aus. 

    10 Ideen für ein Familienleben ohne Ärger

    1. Selbstfürsorge (präventiv)
      Der beste Präventions-Tipp überhaupt. Das, was oft als Egoismus missinterpretiert wird, ist eben einfach nur die Sorge für sich selbst: genügend schlafen, sich Auszeiten gönnen, Dinge für sich tun, Stressabbau, Sport – all die Dinge, die uns selbst gut tun, helfen uns, ausgeglichen zu bleiben. Es ist doch eigentlich so einfach.
    2. Fokus auf das Kind (präventiv)
      Oft kommt der Ärger, weil einfach zu viel los ist und weil man an zu vielen Dingen gleichzeitig rummacht. Es hilft, den Fokus komplett auf das Kind zu lenken, wenn das Kind dran ist – auf dessen Tempo, dessen Bedürfnisse. Es ist eine harte Übung in Entschleunigung. Aber sie hilft.
    3. »Das ist nicht mein Kind!« (in der Situation)
      Stellt euch vor, es wäre nicht euer Kind, das gerade den Saft verschüttet hat, sondern das Kind eines Freundes. Wie würdet ihr mit diesem Saft-GAU-Verursacher umgehen? Übertragt diese (freundliche) Reaktion auf euer Kind. (Und nur am Rande: Warum ist man immer am strengsten mit denen, die man am meisten liebt?)
    4. Objektivieren (in der Situation)
      Zugegeben, das ist schon hohe Schule, aber: Wenn die Wut hochkocht, versuchen, sich selbst objektiv und von außen zu betrachten. Zu denken, man stünde unter Beobachtung. Tut man ja auch – unter der des Kindes. Das lässt ganz kurz die Ratio aufblitzen und verleiht ein Stück soziale Kontrolle.
    5. Reinschreien (in der Situation)
      Was wir unseren Kindern empfehlen, hilft auch uns Erwachsenen. Wenn der Schrei schon in der Kehle sitzt: in ein Kissen oder einen Eimer schreien. Löst den Druck und ist sogar ein bisschen lustig.
    6. Safeword (in der Situation)
      Von den Bloggerinnen bei Kleinstadt (www.kleinstadt.ch) stammt der tolle Tipp, mit dem Kind ein Safeword auszumachen. Wenn die Kacke anfängt zu dampfen, entrüstet sich das Kind mit »Aber ich bin doch nur ein Kind!« – was die Perspektive der (in der Regel) überreagierenden Eltern wieder geraderückt.
    7. Rausgehen (in der Situation)
      Wenn gar nichts mehr geht und die Wut wie eine Wand vor einem steht, hilft nur eins: sich rausziehen. Kurz weggehen, den Blick verändern, durchatmen (hilft auch in Erwachsenen-Konflikten Wunder). Wenn die Möglichkeit noch gegeben ist, dem Kind kurz Bescheid sagen (hier kann man auch den dringenden Toilettengang vorschieben, damit sich das Kind nicht verlassen fühlt).
    8. Nachbesprechen (danach)
      Wenn ein Partner da ist (und vielleicht in der Situation sogar mit dabei war), lohnt sich das offene und kritische Gespräch, wenn die Wogen geglättet und man selbst wieder aufnahmefähig ist. Ein guter Freund sagt: »Wut verstellt den Blick und lässt keine sinnvolle Selbstwahrnehmung zu. Hier muss die Fremdwahrnehmung greifen.« Durch Spiegelung eines Partners, der am selben Strang zieht, kann man sich für künftige entsprechende Situationen wappnen.
    9. Bewusstsein (präventiv, in der Situation, danach)
      Ein großes Wort mit vielen Bedeutungen. Hier meint es: sich bewusst werden, dass das Kind in der Regel nicht gegen einen ist oder absichtlich gegen einen agiert, sondern dass das Kind jetzt gerade ein Bedürfnis hat, das stark ist. Das hat mit dem Kind selbst zu tun. Und in der Regel wenig mit uns. Und persönlich werden sie meist erst als Teenager.
    10. Inneres Yoga (in der Situation)
      Oder einfach nur Durchatmen. Wenn es brodelt in einem, sich kurz innerlich zurückziehen, atmen, bis zehn zählen, innerliches Yoga machen (beispielsweise zehn Obstsorten im Geiste aufzählen, die mit F beginnen) und den Geist ins Hier und Jetzt zurückbringen.

    Bei all der Präventiv-, Ablenkungs- und Unterdrückungsarbeit solltest du aber nicht vergessen: Wut ist okay! In der Psychologie gibt es die These, dass Wut an sich gar kein Primär-Gefühl, sondern immer nur ein Symptom für etwas anderes ist: Trauer, Ungeduld, Enttäuschung.

    Im Nachgang und in einer ruhigen Minute lohnt es sich, darüber nachzudenken, warum man sich in einer Situation so geärgert hat. Küchenpsychologisch gesprochen: Meist steckt ja etwas anderes dahinter als das Thema selbst, worüber man sich gerade ärgert. Warum nervt es dermaßen, dass das Kind immer schmatzt beim Essen? Sind das die überhöhten Ansprüche, denen man selbst schon als Kind ausgesetzt war, denen man auch als Elternteil gerecht werden will? Oder geht es darum, die eigene Machtposition zu manifestieren? Oder erinnert einen das Geräusch einfach an damals, als man beim Tauchen plötzlich diesen Fisch um Badeanzug… – aber lassen wir das. Aber die Übung gilt auch umgekehrt: Warum hat das Kind gerade so reagiert, dass wir wütend geworden sind? Warum tanzt es aus der Reihe? Was steht wirklich dahinter?

    VON MIR FÜR DICH

    Und nochmal: Wut ist gut. Und sie tut auch gut. Und es ist auch völlig okay, einem Kind zu zeigen, dass man wütend ist. Jeder Mensch hat Grenzen, wir alle erreichen sie ein- oder tausendmal. Niemand ist unfehlbar. Das Wichtigste dabei, wenn die eigene Wut das Kind überschüttet: erklären, was passiert ist und sich danach entschuldigen. Nicht mit »das kommt nie wieder vor« (das wäre nämlich gelogen), sondern mit »es tut mir leid, aber mir war das gerade etwas zu viel«. Denn so ist es: Manchmal ist es einfach gerade etwas zu viel. Und dann muss dieses Zuviel raus. Am besten in den Eimer.

    Photo by Jamie Street on Unsplash

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