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    Hilfe, ein Kind ertrinkt!
    Warum Wasser für Kinder so extrem gefährlich ist, worauf du achten solltest und wie du im Notfall helfen kannst

    Mal schnell das Kind in der Badewanne sitzen lassen und die Wäsche aufhängen oder an der flachen Badestelle mal ohne Schwimmflügel spielen lassen: Die Gefahren des Wassers sind schnell unterschätzt. Ertrinken gehört bei Kindern zu den häufigsten Todesursachen. Wir möchten dir mit diesem Beitrag keine Angst machen, sondern dir wichtige Möglichkeiten der Unfallprävention zeigen. 

    Warum Kinder meist lautlos ertrinken

    Immer wieder liest man Schlagzeilen, das Kinder in einem belebten Schwimmbad oder einem Badestrand ertrunken sind. „Warum hat denn niemand gehört, dass die Kinder um Hilfe gerufen haben?“, fragt man sich intuitiv. Dafür gibt es eine medizinische Erklärung. Wenn Kinder im Wasser die Kontrolle verlieren, dann zieht sich durch den Schock die Stimmritze zusammen. Außerdem verfallen sie häufig in eine Art Schreckstarre und werden dadurch handlungsunfähig. Sie rudern nicht mit den Armen, strampeln nicht mit den Beinen und machen auch nicht durch auffällige Bewegungen auf sich aufmerksam.

    Der Totstellreflex: Gefahren lauern schon bei 4cm Wassertiefe

    Drei Minuten Unaufmerksamkeit reichen aus, damit ein Kind in der Badewanne mit nur wenigen Zentimetern Wasserhöhe ertrinken kann. Der Grund dafür ist der sogenannte Totstellreflex. Das Kind kommt in Kontakt mit Wasser, erstarrt vor Angst und kann den Kopf nicht mehr aus dem Wasser heben. Diese Situation kann jederzeit und überall eintreten – in der knöcheltiefen Pfütze, im Plantschbecken, am Ufer eines Badesees. Bereits nach 2 bis 3 Minuten unter Wasser erleidet das Kind meistens schwere geistige Schäden, nach 5 Minuten ist das Leben nicht mehr zu retten.

    Woran erkenne ich einen Ertrinkungsnotfall bei Kindern?

    Kinder äußern sich im Notfall nicht so wie Erwachsene beispielsweise durch Rufen oder Winken. Ein Zeichen für eine Notfallsituation kann sein, dass das Kind den Kopf stark überstreckt, um Nase und Mund über Wasser zu halten. Bei größeren Kindern wirkt es oft so, als würden sie tauchen wollen. Wenn du eine solche Situation beobachtest, dann sei besonders aufmerksam und behalte das Kind so lange im Auge, bis die Situation geklärt ist.

    Im Bett ertrinken: Das zweite Ertrinken oder trockene Ertrinken

    Das trockene oder sekundäre Ertrinken ist eine reale Gefahr für Kinder, die von Eltern rechtzeitig erkannt werden muss. Wenn ein Kind beispielsweise von einer Wasserrutsche in ein Becken fällt, kurz unter Wasser ist und versehentlich Wasser einatmet, dann gelangt dieses Wasser durch die Luftröhre in die Lunge. Es entsteht ein Sauerstoffmangel und das Kind kann bis zu 24 Stunden nach dem Badevergnügen nachts im Bett ertrinken bzw. durch das Wasser in der Lunge ersticken.

    Das sind die Anzeichen von trockenem Ertrinken:

    • Atembeschwerden und flache Atmung
    • Wiederholtes Husten
    • Erbrechen
    • Angelaufene Lippen
    • Blasse Haut
    • Extreme Müdigkeit
    • Verhaltensauffälligkeiten wie extreme Unruhe

    Wenn diese Symptome nach einem Tag in Spaßbad auftreten, dann solltest du unbedingt schnellstmöglich einen Arzt oder den Notdienst aufsuchen.

    Erste-Hilfe-Maßnahmen: So hilfst du deinem Kind im Notfall

    Wenn dein Kind im Wasser in eine Notfallsituation gerät, dann versuche umgehend, nach Hilfe zu rufen. Kinder sind leichter aus dem Wasser zu ziehen, weil sie nicht die Kraft haben, stark um sich zu schlagen. Nachdem das Kind an Land ist, kannst du Folgendes tun, bis die Retter da sind:

    • Kind immer wieder laut ansprechen und es bei Bewusstsein halten
    • Vorsichtig den Kopf des Kindes überstrecken und Atmung kontrollieren
    • Bei vorhandener Atmung Kind in die stabile Seitenlage bringen
    • Bei Atemstillstand: Mund-zu-Mund-Atmung
    • Bei Herzstillstand: Herdruckmassage (30 x Herzdruckmassage, 2 x Beatmen)

    Tipps zur Vermeidung von Badeunfällen

     

    Kind nie unbeaufsichtigt lassen

    Die wichtigste Regel, wenn dein Kind am oder im Wasser spielt ist, dass du es niemals aus den Augen lässt. Eine kurze Ablenkung durch ein Telefonat reicht aus, damit sich das Kind in eine Gefahrensituation begibt.

     

    Absperrungen sind nicht sicher

    Eine Wasserstelle ist durch einen Zaun oder eine Plane geschützt? Kinder sind Meister darin, solche Hindernisse zu überwinden. Auf Absperrungen ist kein Verlass – in der Nähe eines Wassers solltest du dein Kind immer im Blick haben.

     

    Mangelnde Schwimmroutine berücksichtigen

    Auch wenn dein Kind mit 6 Jahren schon einige Schwimmkurse absolviert und sogar das Seepferdchen bekommen hat: Kindern fehlt die Schwimmroutine. Es können jederzeit ungeplante Situationen entstehen, wie beispielsweise der Kontakt mit einer Feuerqualle oder ein Beinkrampf, durch die dein Kind in Gefahr gerät.

     

    Schwimmkurse absolvieren

    Je früher dein Kind das Schwimmen lernt, desto sicherer kann es sich später im Wasser bewegen. Die Experten der DLRG raten unbedingt dazu, den Kindern das Schwimmen nicht selbst beizubringen, sondern sich dafür an Schwimmtrainer zu wenden.

     

    Nicht auf Schwimmflügel verlassen

    Auch wenn dein Kind im Schwimmbad Schwimmflügel trägt, bieten diese keine Sicherheit vor dem Ertrinken. Kinder mit Schwimmhilfen an den Armen können leicht mit dem Kopf nach vorne kippen, in die beschriebene Schockstarre verfallen und ertrinken.

     

     

    Hier findest du weitere Tipps als Video, wie z.B. Erste Hilfe bei Fremdkörperaspiration bei Kindern

     

    Photo by Raphaël Biscaldi on Unsplash

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