Melde dich für unseren Newsletter an.

Erhalte alle infos, Aktionen und Inhalte als Erste in dein Postfach!

    TOP

    Wann ist der richtige Zeitpunkt für das zweite Kind?
    SOCIAL MOMS Co-Founder Camilla hat ihn gefunden und teilt ihre Erfahrungen mit uns

    Die Frage, wann der richtige Zeitpunkt für das zweite (dritte, vierte..?) Kind ist, stellen sich viele junge Eltern. Manche haben auch ganz konkrete Pläne, die nach dem ersten Kind über den Haufen geworfen werden, weil alles eben doch anders ist und läuft als geplant mit Kind, oder weil die Natur die Planung einfach durchbricht. Dennoch hat jeder ein Gefühl dafür oder eine Wunschvorstellung und im Idealfall ist man sich mit dem Partner dabei relativ einig. Trotzdem gibt es Für und Wider für kleine und große Altersabstände zwischen den Geschwisterkindern. Camilla erzählt aus ihrem Leben.

    Ich bin seit sechseinhalb Jahren Mutter. Und seit etwa sechseinhalb Jahren werde ich regelmäßig gefragt, wann das nächste Kind kommt. Ich hatte ungefähr eine Kulanz-Zeit von vier Wochen, bis mir diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde. Noch mitten im Wochenbett, mit geschwollenen Brüsten, weil das Stillen nicht klappte, keiner Schlafphase, die länger als zwei Stunden anhielt und dann so eine Frage? Absurd. Gut, seitdem ich meinen Sohn vor fast drei Jahren bekommen habe, werde ich das natürlich nicht mehr gefragt – dafür wird mir regelmäßig die Dritte-Kind-Frage gestellt…  

    “Auch ich bin gut darin so dämliche Fragen zu stellen!

    Jetzt sollte ich an dieser Stelle natürlich der Fairness halber erwähnen, dass ich selbst verdammt gut darin bin, so dämliche Fragen zu stellen. Das gehört irgendwie dazu. Aber natürlich kam ich damals auch nicht umhin, mir meine eigenen Gedanken zu machen, wann denn eigentlich der richtige Zeitpunkt für ein zweites Kind ist!? 

    Kurze Abstände im Umfeld – trotzdem warteten wir

    Um mich herum haben die meisten Mütter, die im selben Jahr wie ich zum ersten Mal Mutter wurden, bereits schnell das zweite Baby bekommen. Doch bei uns ist da irgendwie nicht so schnell das Bedürfnis da gewesen. Natürlich gab es immer den Gedanken, dass da irgendwann noch mal ein Kind kommen soll – oder auch zwei. Aber die ersten drei Jahre waren wir so happy mit einem Kind, dass wir einfach noch nicht an dem Punkt waren zu sagen „So, los geht‘s!“.

    Die berufliche Situation spielt eine Rolle

    Selbstverständlich spielen da auch sehr viele andere Faktoren rein, zum Beispiel, dass wir beide selbstständig waren und keine richtige Babypause – sprich entspannte Elternzeit aus der Festanstellung heraus – machen konnten.

    Es spielte für uns aber auch eine große Rolle, dass unsere Tochter ein sehr sensibles Kind ist und wir wollten ihr diese lange Zeit auch die Aufmerksamkeit geben, die sie in unseren Augen gebraucht hat. Das war zumindest unser Empfinden zu dieser Zeit und deshalb fühlte es sich alles so richtig an.

    Es gibt Vorteile von eher gleichaltrigen Geschwistern

    Am häufigsten hörte ich zu dieser Zeit die Ratschläge „Lasst Euch bloß nicht zu lange Zeit!“ oder  „Am besten in einem Rutsch!“. Klar, wir kannten all die Vorteile, wenn die Kids nah beieinander sind:

    • Die Kinder können so schön zusammen spielen
    • Sie haben zumindest in ihrer Entwicklungsstufe ähnliche Interessen
    • Einmal aus dem Gröbsten raus, wird das Leben leichter
    • Man muss nicht wieder bei Null beginnen

    So die Theorie.

    Gleichaltrige Geschwister haben auch Nachteile

    Das hört sich natürlich auch super an, aber ich persönlich sah da einfach vermehrt die Nachteile:

    • Du bist länger beruflich raus
    • Zwei Kleinkinder rauben Dir den letzten Nerv, weil wahrscheinlich alle Schlafphasen antizyklisch verlaufen
    • Im ersten Jahr steht die Partnerschaft zu 100 Prozent hinten an, weil Du nur damit beschäftigt bist die Kids zu organisieren und zum Arbeiten kommt man so gut wie gar nicht mehr.

     

    Ok, da male ich jetzt natürlich den Teufel an die Wand. Aber ehrlich: Ein kleines Kind ist (mehr oder weniger) easy zu händeln, zwei kleine Kids sind eine ganz andere Herausforderung. Ich sehe das tagtäglich bei vielen Freundinnen, die echt am rudern sind, weil sie zwei Minis zuhause haben. 

    “Der größere Altersabstand ist viel entspannter für die Eltern!”

    Tja, jetzt zum größeren Altersabstand. Ich kenne auch hier alle Hinweise, dass wenn die Kids zu weit voneinander entfernt sind, wir zwei Einzelkinder aufziehen. Doch von vielen Eltern habe ich gehört, dass das auch super ist, denn so hat man ein großes Kind, das bereits mithelfen kann.

    Aber stimmt das wirklich?

    Ich habe mich allerdings immer gefragt, ob das wirklich so viel einfacher ist!? Schließlich werden mit steigendem Alter die Ansprüche auf Nachmittags- oder Wochenendaktivitäten größer und ich kann jetzt aus Erfahrung sagen: Einem Schulkind und einem Kleinkind zur selben Zeit wirklich gerecht zu werden, ist auch gar nicht so leicht…

    Andererseits ist es schon schön, wenn man das große Kind auch mal nachmittags bei Freunden abgeben kann, um sich dann auf das kleine Kind zu konzentrieren, oder?

    Letztendlich hat die Gesamtsituation entschieden

    Wenn ich ganz ehrlich bin muss ich wohl eingestehen, dass ich, wäre ich weiterhin in einer Festanstellung gewesen und hätte mir ohne Probleme eine Auszeit nehmen können, auch schon früher ein zweites Kind bekommen hätte. Aber ich bin nun mal wie ich bin – und meine zweites Baby war nun mal lange Zeit das Mummy Mag. Und das zu stemmen war schon mit nur einem Kind eine große Herausforderung.

    Ich habe mir ehrlich gesagt nicht zugetraut, noch mehr unter einen Hut zu bekommen. Also lieber eins nach dem anderen und mit voller Konzentration. Sozusagen. Denn heute teile ich mich mehr auf denn je. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben – ich für meinen Teil kann das nur bestätigen.

    Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht

    Aber um jetzt auch einmal die eigentliche Frage zu beantworten: Den richtigen Zeitpunkt gibt es im Grunde nie. Er ist einfach dann, wenn es passiert. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Es gibt wohl wieder nur den Moment, an dem man sagen kann „Ab jetzt ist ok!“ und dann schaut man einfach mal. Bei uns war dieser Zeitpunkt gekommen, kurz bevor unsere Tochter drei Jahre alt wurde – und schwupps, neun Monate später war unser Sohn da. Es war perfekt. Für uns. Und jeder soll bitte sein eigenes „perfekt“ finden – ohne dass einem ständig Argumente für den richtigen Zeitpunkt um die Ohren fliegen.

    Foto: Corinna Keiser

    Click here to bookmark this
    Are you sure want to unlock this post?
    Unlock left : 0
    Are you sure want to cancel subscription?