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    Die ICSI-Methode – Schwanger mit künstlicher Befruchtung
    Was du über dieses Verfahren der künstlichen Befruchtung sowie Chancen und mögliche Risiken der Kinderwunschbehandlung wissen solltest

    Du und dein Partner habt vielleicht schon eine lange Zeit des Hoffens und Bangens hinter euch. Du bist bisher leider noch nicht schwanger geworden und mittlerweile wisst ihr vielleicht sogar schon die Gründe. Ihr habt euch für eine künstliche Befruchtung entschieden und nun stehen euch verschiedene reproduktionsmedizinische Verfahren zur Auswahl. Eine Methode ist die sogenannte Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Wie genau läuft es ab und was kostet es? Was sind die Chancen und Risiken? Für welche Paare eignet sich diese Methode? 

    Was genau ist die ICSI und wie läuft sie ab? 

    Dieses Verfahren wird in der Reproduktionsmedizin mittlerweile häufiger angewendet als die In-Vitro-Fertilisation. Bei einer intrazytoplasmatischen Spermieninjektion wird eine einzelne Samenzelle des Mannes mit einer ganz feinen Nadel in die entnommene Eizelle der Frau eingeführt. Der gesamte Vorgang geschieht außerhalb des Körpers und wird mikroskopisch kontrolliert. Vor der ICSI ist eine Stimulation der weiblichen Eierstöcke nötig. Wenn genügend Eibläschen vorhanden sind, kann der Eisprung durch eine Hormongabe ausgelöst werden.

    Zwei Tage danach werden die Eierstöcke punktiert und die Eibläschen mit einer dünnen Nadel unter Narkose durch die Scheide entnommen. Am Tag der Entnahme muss entweder frisches oder tiefgefrorenes Sperma bereit liegen. Anhand der Spermienqualität wird ausgesucht, welches Spermium sich besonders eignet, um es mittels ICSI in die Eizelle einzubringen. Nach der Injektion kommt die befruchtete Eizelle für zwei Tage in den Brutschrank und wird beobachtet. War die Injektion erfolgreich und die Eizelle entwickelt sich weiter, so wird sie nun in die Gebärmutter eingepflanzt. Nun musst du leider fünf Wochen warten, bis der Schwangerschaftstest zeigt, ob die ICSI erfolgreich war und sich eine Schwangerschaft eingestellt hat.

    Für wen eignet sich die Methode? 

    Diese Methode eignet sich besonders für Paare, bei denen die Fruchtbarkeit des Mannes stark eingeschränkt ist, das heißt, wenn nur wenige und/oder schlecht bewegliche Spermien vorhanden sind. Die Mediziner können aus dem vorhandenen Ejakulat gezielt das Spermium aussuchen, das qualitativ am besten beschaffen ist.

    Sind im Ejakulat des Mannes gar keine Samenzellen vorhanden, können diese auch direkt durch einen operativen Eingriff aus den Hoden entnommen werden. Die Methode eignet sich sehr gut bei älteren Paaren oder wenn eine idiopathische Sterilität vorliegt. Das heißt, wenn die Ursache der Unfruchtbarkeit nicht geklärt werden konnte. In diesen Fällen wird die ICSI auch öfter angewendet als die Methode der In-Vitro-Fertilisation.

    Welche Erfolgsaussichten hat sie? 

    Da bei dieser Methode nur eine einzige Eizelle und ein einziges Spermium ausreichend sind und diese mikroskopisch zusammengeführt werden, stehen die Chancen auf Erfolg sehr gut. Über 70 Prozent der Eizellen werden durch die ICSI befruchtet und können in die Gebärmutter übertragen werden. Wurde die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter gebracht, so steht die Chance auf eine Schwangerschaft bei 15 bis 20 Prozent.

    Was kostet eine ICSI? 

    Die Kosten einer ICSI liegen zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Darin enthalten sind sämtliche Kosten, wie die Stimulation der Eierstöcke, Punktionen, Spermienaufbereitung, der Transfer der befruchteten Eizelle, verschiedene Medikamente und Ultraschalluntersuchungen. Insgesamt drei ICSI-Behandlungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen bezuschusst.

    Welche Risiken sind damit verbunden? 

    Wie bei jedem körperlichen Eingriff bestehen auch bei der Methode der ICSI gewisse Risiken. Die gefährlichste akute Komplikation bei der Frau ist, dass es zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommen könnte. Flüssigkeit aus den Blutgefäßen kann dadurch in den Bauchraum gelangen, was Spannungsgefühl und Schmerzen verursachen kann. Die größte Gefahr hierbei ist das Eindicken des Blutes, was mit dem Risiko einer Thrombose oder Embolie verbunden ist. Statistisch gesehen tritt bei einer von 200 Punktionen das Überstimulationssyndrom auf, das Risiko ist also relativ gering.

    Lasst euch Zeit für eure Entscheidung und informiert euch immer genauestens über Chancen und Risiken einer Kinderwunschbehandlung. Versucht auch, verschiedene Szenarien zu Ende zu denken und euch im Klaren zu sein, dass Versuche, die nicht erfolgreich verlaufen, mit sehr viel Tränen verbunden sein können. Daher solltet ihr euch einen Arzt eures Vertrauens oder eine spezialisierte Kinderwunschpraxis aussuchen, wo ihr euch gut aufgehoben und beraten fühlt. 

     

    Vielleicht interessiert dich auch die Geschichte von Thorsten. Nach acht künstlichen Befruchtungen und einer Fehlgeburt durchlaufen er und Tanja den Adoptionsprozess, bis es endlich so weit ist: Sie werden Eltern eines Mädchens. Darüber hat er ein Buch geschrieben und für uns einen tollen Artikel. Einfach hier klicken und ihr gelangt direkt dorthin.

     

     

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