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    Eines von acht Paaren ist ungewollt kinderlos
    Kinderwunsch – eine persönliche Geschichte, deren Schicksal viele betrifft

    Und wieder ’nicht schwanger‘. Viele Paare sind ungewollt kinderlos und tragen diese Hoffnung, den Wunsch, wie eine große Lücke mit sich herum. Nicht alle begeben sich nach vergeblichen Versuchen oder einer schlechten Prognose oder sogar Diagnose in eine Kinderwunsch Behandlung. Einigen scheint der Schritt vielleicht zu groß. Denn auch dort gibt es, trotz großer Erfolge, eben keine Garantie aus dem Kreislauf von Hoffen, Warten, Bangen und ja auch der Trauer, wenn es mal wieder nicht geklappt hat und die Schwangerschaft sich nicht einsetzt oder kein glückliches Ende findet, herauszukommen. Eine möglicherweise belastende Zeit für die so starken Paare, die diesen Weg gehen. Da fehlt dann nur noch die schmerzvolle Erinnerung an den unerfüllten Wunsch, wenn wieder jemand fragt: „Na, wann ist es denn soweit?

    Ein Thema bei dem extrem viele Emotionen zusammen kommen. Anna Wilken kennt sie nur zu gut. Sehr früh, mit Mitte 20, ist sie bereits Expertin für Kinderwunsch Behandlungen. Über ihr persönliches Schicksal und die Diagnose ‚Endometriose‘ und ‚unfruchtbar‘ hat sie ein Buch geschrieben: „Na, wann ist es denn so weit?“ beinhaltet nicht nur ihre ganz privaten Auf und Abs in Jahren der Kinderwunsch Behandlung, sondern auch viel Fachliches aus medizinischer Sicht von Experten. Wir haben mit Anna gesprochen. Wer ein paar Fachbegriffe googlen muss – können wir voll und ganz verstehen!

    Viele Frauen beschäftigen sich erst mit Anfang 30 mit dem Thema Kinderwunsch. Wie kommt es, dass du mit Mitte 20 schon Expertin auf diesem Gebiet bist?

    Ich glaube es sind auch viele Frauen unter 30, nur ist dieses Alter einfach in unserer Gesellschaft so etabliert. Für mich gibt es kein perfektes Alter, nur für einen selbst! Auch gibt es keinen richtigen Zeitpunkt, das habe ich mir jedenfalls irgendwann gesagt.

    Denn als ich mit 21 Jahren erfahren habe, dass ich unfruchtbar  bin, war ich nicht ganz so erfreut und eher komplett überfordert. So mit bin ich zum Experten meiner selbst geworden, weil ich mich damit beschäftigen musste, damit wir uns den Traum eines Kindes erfüllen können.

    Was ist Endometriose und wie merkt man, dass man betroffen ist? Was ist das Problem von Endometriose bei einer Schwangerschaft?

    Endometriose ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Sie ist chronisch und kann das Leben ganz schön auf den Kopf stellen. Das Problem ist, dass die Diagnose im Schnitt 6-10 Jahre dauert. Die Symptome sind sehr individuell, daher kann man kaum allgemein sagen, „wenn das und das ist, hat man Endometriose“. Es gibt viele Faktoren. Meine Ärztin sagte immer: Wenn die Beschwerden, sei es zur Periode oder Zyklusunabhängig so stark sind, dass sie einen einschränken. Man nicht zur Schule oder Arbeit kann. Freunden absagen muss, den banalsten Dingen nicht nachgehen kann – ist es nicht normal. 

    Auch die Probleme bei einer Schwangerschaft sind individuell. Wichtig ist hier auch zu sagen, dass ich keine Medizinerin bin – sondern „nur“ eine Betroffene, die viel durchgemacht hat. Informieren kann man sich sehr gut bei der Endometriose Vereinigung oder auch in meinem ersten Buch „In der Regel bin ich stark“. 

    Wenn die Eileiter durch die Endometriose nicht durchlässig sind, kann es hierbei auf natürlichen Wegen zu Problemen kommen, schwanger zu werden. Aber auch die Fruchtbarkeit kann eingeschränkt sein… die Einnistung erschwert. Es ist wie alles, sehr individuell!

    Wann habt ihr beschlossen in eine Kinderwunschbehandlung zu gehen?

    Wir haben im November 2018 mit den Kinderwunschbehandlungen begonnen. 2017 war ich erst Mals in einer Kinderwunschklinik, dort habe ich auch erst erfahren, dass es für uns wahrscheinlich nicht einfach werden wird.

    Was sind deine Erfahrungen mit Kinderwunsch Behandlungen?

    Wir haben sämtliches durch. Insgesamt 8 künstliche Befruchtungen, wo es zu 5 Embryotransferen kam. Zwei Inseminationen und etliche VOZ Zyklen, dies sind hormonell unterstütze Zyklen.

    Welche konkreten psychischen Strapazen gingen mit deinem Kinderwunsch einher? Gab es auch physische?

    Die physischen sind für mich persönlich deutlich intensiver. Ich merke, dass die Endometriose sich nicht über die ganzen Hormone freut. Auch habe ich häufig Nebenwirkungen und die ganzen Narkosen pro Follikelpunktion machen auch etwas mit dem Körper. Jeder Ultraschall ist unglaublich schmerzhaft für mich und na ja – davon gibt es einige. Aber auch psychisch ist der Kinderwunsch belastend. Immer wieder hofft und hofft man. Die Hoffnung ist schön und anstrengend zu gleich.

    Welche Message versteckt sich hinter dem Titel deines Buches?

    Für mich persönlich beschreibt er genau das Gefühl, welches ich seit Jahren habe. Ich bin unglaublich genervt, wenn ich diese Frage gestellt bekomme. Ich finde sie in vielerlei Hinsichten einfach nur unangebracht und nicht notwendig. Denn am Ende entscheidet jedes Paar für sich, wann es soweit ist. Mein Ziel ist es, die Menschen mehr zu sensibilisieren, so dass sie vorher zweimal darüber nachdenken, ob es sein muss, diese Frage zustellen.

    Was möchtest du anderen Betroffenen mitgeben?

    Das dieser ganze Weg unglaublich individuell ist und es kein richtig oder falsch gibt. Häufig wird durch die nett gemeinten Tipps auch das Gefühl vermittelt, man würde alles falsch machen. Für mich gibt es aber kein richtig oder falsch in dem Bereich – grundsätzlich nicht. Jede*r entscheidet für sich was er / sie für richtig empfindet oder nicht. 

    Auch möchte ich den Frauen / Paaren mitgeben, sich dafür nicht schämen zu brauchen. Offen über ihren unerfüllten Kinderwunsch zu sprechen, um das ganze Thema zu enttabuisieren. Das ist so unglaublich wichtig und fängt schon in den kleinen Kreisen beim Abendessen mit der Familie an.

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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