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    Geschwister – ein Geschenk für’s Leben
    Jedes Kind ist anders. Jedes Kind braucht eine andere Begleitung und doch profitieren Kinder von den Vorteilen Brüder oder Schwestern zu haben, sagen die Experten

    Na wie ist das bei euch zuhause? Habt ihr mehrere Kinder und erlebt Innigkeit und Streitigkeit zwischen den Geschwistern quasi Hand-in-Hand? Bei der Vorstellung von einer Familie mit mehreren Kindern, haben wir alle sicherlich nicht vorrangig ans Streit schlichten gedacht. Aber wieso, nimmt es doch immer wieder einen Teil des Tages ein? Und gibt es überhaupt den einen richtigen Weg, wie wir mit Reibereien umgehen?

    Geschwister sind Konkurrenten und Verbündete gleichzeitig. Und gerade deshalb lehren sie sich so viel für’s Leben. Und bei allen Querelen, überwiegen doch die Vorteile anderer Kinder, denen man sich sehr verbunden fühlt (müssen natürlich nicht leibliche Geschwister sein!). Wie wir darauf kommen? Wir haben Experten, die es wissen müssen gefragt. Zu dritt haben sie ein Buch darüber geschrieben: „Geschwister eine ganz besondere Liebe“ von Familienberater Dr. Jan-Uwe Rogge, Zukunftsforscherin Alu Kitzerow und Theologe und Kunsthistoriker Konstantin Manthey. Sie erklären uns heute wovon Geschwister besonders profitieren, welche Nachteile es auch gibt, ob Konflikte überhaupt vermieden werden können und wie und ob wir allen gerecht werden können..?

    Welche Vorteile hat es Geschwister zu haben? Welche Nachteile gibt es?

    Alu Kitzerow: Geschwister sind die besten Streittester, die man sich wünschen kann. Wenn man mit Geschwistern aufwächst, dann hat man oft die Möglichkeit die eigene Konfliktfähigkeit wirklich auszutesten und du hast die Möglichkeit mit jemanden in einer Generation Dinge zu teilen. Die Nachteile sind: Es gibt immer einen Kampf um die Aufmerksamkeit der Eltern und es gibt auch jemanden, die/der einen vermeintlich ziemlich gut kennt.

    Was überwiegt also und wie stark?

    Alu Kitzerow: Die Vorteile von Geschwistern oder eben anderen Kindern (siehe sämtliche mögliche Familienkonstellationen) denen man sich stark verbunden fühlt, überwiegen auf jeden Fall. Die Teamfähigkeit wird in jeder Form von sozialer Interaktion trainiert und gestärkt, das hat viele Vorteile.

    Können diese Themen von der Erziehung der Eltern beeinflusst oder gar ganz vermieden werden?

    Jan Uwe: Können Konflikte vermieden werden? – Nein! Aber Erziehung kann sich auf die Konfliktlösungen auswirken. Je eigenverantwortlicher sie zwischen Kindern gesucht und gefunden werden, umso selbstbewusster werden Kinder, je mehr sich Eltern einmischen, umso schärfer können Konflikte ausarten. Kinder müssen streiten lernen – wo sollten sie es sonst lernen!

    Das Thema Konkurrenz, Rivalität, Eifersucht wird im Volksmund immer wieder mit Geschwistern in Verbindung gebracht. Was ist da denn nun wirklich dran?

    Jan Uwe: Wir sprechen von Rivalität, aus dem Lateinischen „riva“, der Bach. Bewohner am Bach nennt man „rivalis“, also Rivalen. Sie leben am Fluss, müssen miteinander leben, miteinander auskommen. Das geht nicht ohne Konflikte, ohne Auseinandersetzungen. Verbundenheit und Abgrenzung sind die Pole, zwischen denen sich Geschwisterbeziehungen entwickeln.

    In der Gesellschaft bestehen einige Mythen zu „Nestäckchen“, Sandwichkindern“, etc. Was wird genau behauptet und wie hoch ist deren Wahrheitsgehalt?

    Konstantin Manthey: Sandwichkindern wird oft die Rolle der Vergessenen zugeordnet, dabei ist doch eigentlich beim Sandwich der beste Belag in der Mitte : ) An diesem Bild ist also nichts dran. Sandwichkinder sind geborgen, werden geliebt und zeigen sich oft als kommunikationsstark in Richtung der Älteren und der Jüngeren in einer Familie.

    Verbundenheit, Geborgenheit, Sicherheit sind sicher einige positive Faktoren von denen Geschwister profitieren. Was haben sie denn außerdem für Vorteile in Sachen „Bildung von Sozial Kompetenz“?

    Jan Uwe Rogge: Kinder können vor allem etwas lernen, was für die Ausbildung sozialer Kompetenzen wichtig ist: Das lernen die Kinder von- und miteinander. Das kommt in den letzten Jahrzehnten zu kurz: Alles läuft über wohlmeinende Erwachsene. Kinder lernen von Kindern Neugierde, Kreativität, Forscherdrang, Anarchie, aber auch Solidarität und Gemeinsinn. Geschwister sind Banden, die gut für sich sorgen.

    Ist es Eltern möglich, jedes Kind gerecht – also genau nach seinen Bedürfnissen – zu behandeln?
    Und spielt eine 100%ige Gerechtigkeit überhaupt eine Rolle?

    Konstantin Manthey: Es gibt keine 100% Gerechtigkeit. Wichtiger als der Ruf nach Gerechtigkeit ist zu schauen wer gerade welche Bedürfnisse hat? Eine Gleichmacherei hilft niemandem. Alle Menschen sind unterschiedlich, alle. Es ist wichtig immer wieder zu schauen, was wer gerade benötigt und wie man die Kinder vielleicht an das gleiche Ziel bringen kann.
    Unser Bild dafür ist eine hohe Mauer, eine gleiche Anzahl Kisten und drei unterschiedlich große Kinder. Es gilt also zu überlegen wie jedes Kind individuell über die Mauer schauen kann. Nicht jedes Kind kann die gleiche Anzahl Kisten bekommen, sondern man muss als Eltern nachdenken wie viele Kisten jedes Kind benötigt, um dann über die Mauer schauen zu können.

    Bei der Planung von weiteren Kindern, stellen sich Eltern häufig die Frage, kann ich allen gerecht werden? Was antwortest du?

    Alu Kitzerow: Nachdem wir drei Kinder durch echt stürmische Jahre gebracht haben, antworte ich: Vergiss es! Warum solltest du das wollen? Jedes Kind braucht etwas anderes, jedes Kind kann ein Sorgenkind sein. Lies unseren Ratgeber, wir helfen dir ein bisschen mit einfachen Ritualen und Ideen durch diesen Wahnsinn, der euch Eltern dann die nächsten Jahre begleiten wird. : )
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