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    Stadt oder Land – Wo wollen wir leben?
    Realitätscheck: Lebt es sich mit der Familie auf dem Land wirklich so viel idyllischer als in der Stadt? 

    Auf der anderen Seite der Wiese ist das Gras viel grüner… ja, so ist das wohl, wenn sich Städter das Landleben in idyllischsten Farben ausmalen. Die Frage: “Wo wollen wir als Familie leben?” stellen sich vor allem Paare, die Nachwuchs planen oder schon mit ihren Kindern in der Stadt wohnen. Ist es eine Option, mit der Familie aufs Land zu ziehen? Die eine richtige Antwort darauf, wo du mit deiner Familie besser lebst, gibt es wohl nicht. Da es dazu die unterschiedlichsten Ansichten, Argumente, Bedürfnisse und viele Pro & Contras gibt, zeigen wir in einer kleinen Serie “STADT vs LAND” ganz verschiedene Meinungen aus der SOCIAL MOMS Community. 

    Den Anfang macht Lisa Harmann. Sie hat den Schritt vor sieben Jahren gewagt, mit Mann und drei Kindern von Berlin ins Bergische bei Köln zu ziehen. So entstand auch ihr Blog „Stadt Land Mama“, den sie heute noch mit Katharina Nachtsheim schreibt, die mit der Familie in Berlin geblieben ist. Eine in der Stadt, die andere auf dem Land. Hier schreibt Lisa ehrlich, wie es ihr mit dem Umzug ging – und welche Schatten die ländliche Idylle auch werfen kann. 

    Idylle Land!?

    Ach, Wälder und Wiesen und Baumhäuser und Haustiere – so stellten wir uns das vor sieben Jahren vor, als wir mit unseren Kindern – damals 5 und 3 und 3 Jahre alt – aus unserer Vierzimmerwohnung an einer mehrspurigen Straße in Berlin wegzogen – aufs Land. Auf den Hof, auf dem auch ich schon groß geworden war, mit Schweinen und Eseln und Miniponys, mit Oma und Opa und Cousinen, Tanten und Onkeln. Ein Großfamilienidyll mit Familienessen immer donnerstagsabends um Punkt 19 Uhr. Das wäre doch auch toll für unsere Kinder, dachten wir. 

    Die Realität – Einsamkeit im Eigentum

    Und landeten in der Realität. Denn bis dahin hatte ich meine Nachmittage auf Spielplätzen verbracht, hatte dort andere Mütter und ihre Kinder getroffen, war im ständigen Austausch. In der Stadtwohnung hielten wir uns im Grunde nur nachts auf. Kein Eigentum, einfach ein Miet-Exemplar, quasi bedeutungslos. Auf dem Land fanden wir erstmal keinen Kitaplatz, auf den Spielplätzen war niemand – denn hier hatte jeder eine eigene Rutsche plus Schaukel im Garten. Klar war es süß, dass sie beim Bauern nebenan die Lämmer mit Fläschchen füttern durften. Aber Monat für Monat wurde ich einsamer, vermisste meine Berliner Gang. Traf ich auf Elternabenden mal andere Eltern ging es oft um die neue Heizung, Wandfarbe oder Tapete, weil ja hier alle Eigentum hatten. 

    Multikulti – Fehlanzeige

    In Berlin hatten wir zwar Lärm und Dreck und Verkehrschaos, aber dafür eröffnete immer mal wieder ein neuer Laden, es waren Leute auf den Straßen, es gab die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Berufen. Zu Anfang waren mir die Menschen auf dem Land viel zu zufrieden, viel zu angekommen, nicht mehr auf der Suche. Die Kinder hatten auch gar keine Lust, Baumhäuser zu bauen – so ganz ohne Kumpels. Wo waren die eigentlich alle? Ach ja, in ihren eigenen Gärten! 

    Wald und Wiese bindet dich vor allem an eins – DAS AUTO!!!

    Natürlich war es toll, dass wir ein Trampolin in den Garten stellen konnten, dass da ein Fußballtor war – aber das große süße Idyll stellte sich eben nicht gleich von Anfang an ein. Weil MIR das Trampolin nicht reichte. Und das Fußballtor eben auch nicht. Nun wohnen wir am Wald, ein gutes Stückchen vom Dorfkern entfernt. Ohne Auto kommt man nirgends hin. Auch abends nicht übrigens, wenn man mal ausgehen will. Die Restaurants sind weit entfernt und Babysitter müssen geholt und gebracht werden – wenn man überhaupt jemanden findet. Ich hatte mich in Berlin auf dem Fahrrad mit Anhänger fortbewegt – oder mit der Bahn, nun also: ein Auto, in dem ich zum Muttitaxi mutierte – wieder allein, ohne andere Eltern. 

    Tiere, Familie, Sternenhimmel, ja – Selbst- und Eigenständigkeit der schon großen Kinder (und Mütter), nein

    Und so wunderbar wir uns dann auch einlebten, so viele neue Freunde dazu kamen, so viele Grillabende wir auf Terrassen unter dem Sternenhimmel saßen (ja, so kitschig ist es dann doch manchmal), so sehr wir das Leben mit Oma und Opa und den vielen Tieren genießen und die gute Luft und den fantastischen Blick ins Tal genießen, so neidisch blicke ich eben auch manchmal auf meine alten Berliner Freunde, deren Kinder genauso alt sind wie unsere – und deswegen nachmittags schon allein zu ihren Hobbys fahren. Mit dem Fahrrad oder der Bahn oder zu Fuß oder mit dem Roller. Nachmittags haben diese Eltern jetzt alle frei oder können arbeiten, während ich von Fußballplatz A zu Leichtathletik B zu Klavierunterricht C fahre, obwohl die Kinder eigentlich schon groß sind. Ja, auch das gehört zum so genannten „Landidyll“ dazu. 

    Pro und Contra halten sich dann die Waage, wenn die Stadt nicht weit entfernt liegt…

    Es hat eben alles einfach seine guten und seine schlechten Seiten. Das Gras ist eben nicht immer grüner auf der anderen Seite. Es schmeckt nur etwas anders. Ich finde es wunderbar, dass die Kinder hier in der Natur aufwachsen können – und dass Köln eben nicht weit entfernt ist und ich jederzeit Menschen und Straßenlärm und Vielfalt einatmen kann, wenn mich mal wieder die Stadt-Sehnsucht packt. Denn ich brauch zum Glücklichsein einfach beides: die Stadt und das Land.  

    Photo by Annie Spratt via Unsplash.

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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