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    GUT ALLEINERZIEHEND
    Kolumne #2 - Wie man die richtigen Freundschaften erkennt und warum man manche einfach beenden muss

    Unsere Autorin Silke Wildner ist alleinerziehend. „Na und!” wird sie dir jetzt sagen. Denn sie mag es überhaupt nicht, von anderen oder sich selbst in die Opferrolle gepresst zu werden. Alleinerziehend zu sein, ist nicht einfach. Aber das ist Muttersein generell nicht. Jede Frau hat die Möglichkeit, aus ihrer Situation das BESTE zu machen. Wie man das schaffen kann, verrät uns Silke regelmäßig in ihrer SOCIAL MOMS Kolumne. Heute geht es um den Wert von Freundschaften und um das Netzwerk, das jeden stützen kann.

    Ein guter Freund oder eine Freundin – das ist viel wert. Denn Freunde agieren oft schneller und unaufgeregter als die Mitglieder der eigenen Familie. Als ich einmal mit Sommerreifen im Spätherbst vom Schnee überrascht wurde, bat ich lieber einen guten Freund um Hilfe. Bei meinen Eltern hätte ich mir erstmal einen Monolog über meine Leichtsinnigkeit anhören können. Dass das Mist war, wusste ich schon während ich mit meinem Auto in den Straßengraben rutschte.

    Tipp 1: So erkennst du gute Freundschaften

    Wie findet man eigentlich eine gute Freundin? So genau wissen wir das gar nicht. Fakt ist, dass unsere Beziehungsmuster nicht nur bei der Partnerwahl, sondern auch bei der Auswahl unserer Freunde eine wichtige Rolle spielen. Diese Muster sind in uns über Jahre entstanden und durch unsere Kindheit, das Elternhaus und das soziale Umfeld geprägt worden. Daher teilen wir mit unseren Freunden oft die gleichen Werte, Vorlieben und Interessen und befinden uns in einer ähnlichen Lebenssituation.

    Sich gegenseitig guttun. Darum geht’s.

    Die beste Basis für eine richtig gute Freundschaft erkennst du daran, dass ihr euch einfach nur gegenseitig guttut. Ihr helft euch, genießt die gleiche Wellenlänge und fühlt euch durch den anderen anerkannt und wertgeschätzt. Keiner hat das Gefühl „zu wenig“ zu bekommen oder „mehr als der andere“ haben zu wollen. Es gibt keine Vorteile oder Nachteile der Freundschaft.

    Der Satz „Geteilte Freude ist doppelte Freude“ bringt das sehr schön zum Ausdruck. Der Wert dieser gewinnbringenden Freundschaft liegt aber noch weit über 1+1=2. Das Ergebnis kann locker 4, 8 oder sogar 100 sein!

    „Mit dem besten Freund zu reden, ist besser als jede Therapie.“

    Tipp 2: Wann du eine Freundschaft beenden solltest.

    Leider herrscht nicht in jeder Freundschaft so ein wunderbar ausgewogenes Verhältnis. Aber auch das ist uns oft gar nicht so bewusst, weil sich die Freundschaft vielleicht im Laufe der Jahre verändert hat oder wir uns selbst verändert haben.

    Eine ungleich gelagerte Freundschaft kann auch durch unsere Beziehungsmuster entstanden sein. Denn wenn diese Muster ungünstig geprägt worden sind, dann ziehen wir nicht unsere Wunschvorstellung von einer guten Freundin an, sondern jemanden, der besser zu unserem inneren Plan passt.

    Des einen Freud ist des anderen Leid

    Ist es dir schon mal passiert, dass sich eine Freundin dir gegenüber rücksichtslos und nicht sehr empathisch verhalten hat? Wenn das einmal passiert, ist das noch kein Grund die Freundschaft zu beenden, sondern eher das Gespräch zu suchen. Aber wenn es zur Regel wird, dass deine Freundin immer das Vorzugsrecht möchte, dann ist diese Freundschaft kein Gewinn.

    Mir selbst ging es jahrelang so mit meiner „besten“ Freundin. Ich dachte immer, wir sind wie Pech und Schwefel. Aber mittlerweile weiß ich, dass diese Freundschaft nicht auf Gegenseitigkeit beruht hat, sondern meine Freundin immer die „Bessere“ sein wollte – egal um was es ging.

    Alles, was dir nicht gut tut, kann weg

    Heute weiß ich, dass diese Freundschaft durch mein damals angeknackstes Selbstwertgefühl entstehen konnte. Der Leitsatz meiner Eltern, mich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, hat das Übrige dazu beigetragen, dass ich den Kürzeren zog. Ich machte gute Miene zum ungerechten Spiel und war einfach froh, eine Freundin zu haben.

    Aber irgendwann stieß mir diese Freundschaft bitter auf. Es fühlte sich einfach nicht gut an, immer hinten anzustehen und so stellte ich sie auf die Probe. Und da erkannte ich das Ungleichgewicht, das sich wie ein roter Faden durch unsere gemeinsame Zeit zog. Das war für mich der Grund, diese Freundschaft zu beenden und ich habe es bis heute nicht bereut.

    Halte daher nicht aus Angst vor dem Alleinsein an Freundschaften fest, die nicht gut für dich sind. Denn solche Freundschaften brauchst du nicht – sie verhindern außerdem, dass du bessere Freunde finden kannst. Werde dir der Mechanik eurer Freundschaft bewusst und dann entscheide selbst, welche Freundschaft du brauchst und in welchem Umfang. Und alles, was dir nicht gut tut und dich zu viel Energie kostet, kann weg.

    Aber wie geht denn jetzt so ein Schluss machen?

    Freundschaften enden nur selten mit einem großen Knall. Die Freundschaft mit meiner „besten“ Freundin ging mit einem halbherzigen „Wir sehen uns“ nach einem missratenen gemeinsamen Skiurlaub auseinander. Keine hat sich mehr bei der anderen gemeldet.

    Es gibt keinen Grund, warum man „Schluss machen“ sollte. Denn wenn Freundschaften eh schon nicht so prickelnd für eine Seite sind, dann sucht man eher die Flucht im Ausweichen oder sich nicht mehr melden. Und irgendwann ist dann ein entsprechender Zeitraum verstrichen, der klar macht, dass die Freundschaft nicht mehr sehr eng ist.

    Die Worte „Du bist nicht mehr meine Freundin“ kennt man eher aus Kindergarten und Schule. Mit dem Hintergrund, dass sich die Kinder dort täglich sehen und ohne die Verbalisierung sonst nicht aus der Freundschaft raus kommen bzw. ihren Standpunkt klar machen können. Bei Partnerschaften ist es das gleiche. Das schleicht sich nicht einfach aus 😉

    Tipp 3: Keine Angst vor Veränderungen

    Nichts ist so sicher wie die Veränderung. Das gilt auch für Freundschaften, wie ich gerade wieder gemerkt habe. Denn während ich diese Zeilen schreibe, ist mir bewusst geworden, dass viele meiner alten Freundschaften eigentlich nur noch auf dem Papier existieren.

    Zu meiner bis dato besten Freundin habe ich in letzter Zeit kaum noch Kontakt. Irgendwie ist uns die Basis abhanden gekommen. Unsere Lebensläufe sind nicht im Gleichklang geblieben und wir haben uns in unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt.

    Aber das ist für mich gar nicht schlimm. Es ist gut, dass wir Freundschaften nicht für immer konservieren können. Denn das hieße auch, dass wir uns selbst konservieren und nicht verändern dürften. Wir könnten keine neuen Lebenswege einschlagen und neue spannende Menschen treffen.

    Daher möchte ich dich dazu ermutigen, neuen Menschen die Tür zu öffnen, statt dich hinter alten Gardinen zu verstecken. Zeige wer du wirklich bist und öffne dich selbst nach außen. Präsentiere nicht nur den perfekten Schein von dir, sondern deine wahre Persönlichkeit. So kannst du überall neue Leute finden, die so viel besser zu dir passen, als die krampfhaft aufrechterhaltene Freundschaft aus deiner Jugend. Auf die Freundschaft!

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    Unser Redaktionsteam schreibt über alle Themen, die dich als Mama, Schwangere, Partnerin, Ehefrau, Freundin, Alleinerziehende oder einfach nur als Frau interessieren. Wenn dir ein Inhalt fehlt oder du selbst über etwas schreiben willst, deine Geschichte erzählen möchtest oder uns einfach eine andere Perspektive geben will, schreib uns an redaktion@mother-now.de.de

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