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    GUT ALLEINERZIEHEND
    Kolumne #4 - Eine Trennung mit Kind löst die unterschiedlichsten Ängste aus. Das kannst du dagegen tun!

    Wie machen das eigentlich Alleinerziehende? Eine Frage, die du dir bestimmt auch schon mal gestellt hast, wenn dir schon im Familiengefüge die Aufgaben von Kinderbetreuung und -zuwendung, Geld verdienen, Haushalt, Familienmanagement & Co über den Kopf wachsen. Denn der Tag hat nur 24 Stunden. Und eine Person kann an einem Tag nicht genauso viel leisten wie zwei. Alleinerziehende müssen also doppelt ran! Klar, dass die Vorstellung einer Trennung nicht nur Ängste, sondern sogar Existenzängste hervorrufen kann. Noch dazu, wenn frau sich vielleicht durch den Löwenanteil an Kinderbetreuung in eine (finanzielle) Abhängigkeit begeben hat. SOCIAL MOMS Kolumnistin Silke Wildner ist alleinerziehend. Sie hat all diese Ängste erlebt und Wege gefunden, damit umzugehen. Fürchtet euch nicht..!

    Die Vorstellung von dem Partner verlassen zu werden oder sich selbst zu trennen, weil die Beziehung festgefahren ist, ist ein Thema, das Müttern Angst macht. Ganz besonders mit kleinen Kindern wird sich an das Bild der heilen Familie geklammert und das Schreckgespenst „Trennung“ verjagt, sobald es im Kopf rumgeistert.

    Aber das alleine schützt leider nicht vor einer Trennung. Und so bricht sie dann herein, die große Angst. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Die Angst kroch mir in den Nacken, als mein Mann sich plötzlich von mir trennte. Aus der Traum vom Familienglück mit Mama, Papa und zwei kleinen Kindern.

    Meine Welt lag von einer Sekunde auf die nächste in Scherben. Nichts war mehr so, wie es kurz zuvor noch war. Alle Sicherheiten und Vereinbarungen lösten sich in Luft auf und ich war in meinen Grundfesten erschüttert.

    Denn anders als noch zu kinderlosen Zeiten geht mit dem Familienleben eine ganz andere Verantwortung für alle Familienmitglieder einher – ganz besonders für die Kinder. Es werden Aufgaben verteilt und oftmals finanzielle Abhängigkeiten geschaffen zum Wohle der Familie. Fällt dies alles weg, steht man gefühlt vor dem NICHTS.

    Wie sollte ich das alleine mit zwei kleinen Kindern schaffen? Ohne Hilfe, ohne Partner und ohne zweites Gehalt? Da waren sie – die Ängste.

    Angst vor Armut

    Da überfiel mich die Angst, zukünftig in Armut leben zu müssen. Würde ich fortan auf staatliche Hilfe angewiesen sein? Was steht mir eigentlich zu und wo muss ich was beantragen?

    Das sind übrigens die Fragen, die viele frisch Getrennte in meiner Facebook Gruppe „Gut alleinerziehend“ stellen. Die Trennung raubt ihnen die finanzielle Sicherheit. Denn während der Partnerschaft verlässt frau sich gerne auf den Mann als Ernährer der Familie und verdient selbst oft nur ein Zubrot (auch dank Steuerklasse 5!).

    Daher lösen die Finanzen nicht nur Angst aus, sondern sorgen auch für hohen mentalen Stress. Denn positive Finanz-Vorbilder für Alleinerziehende findet man in den Medien nicht. Leider!

    Aber die gibt es! Ich kenne mittlerweile sehr viele alleinerziehende Mütter, die finanziell eigenständig sind. Mich eingeschlossen. Heute habe ich keinen Angst mehr vor Armut. Das liegt aber nicht an einem phänomenalen Gehalt in Vollzeit mit Ganztagskinderbetreuung, sondern an meiner Finanzstruktur. Das Wissen dazu habe ich mir in den letzten Jahren dank „Madame Moneypenny“ aufgebaut und für mich angepasst. Ich brauche keinen neuen Partner, um über die Runden zu kommen und sorge schon heute für das Alter vor. 

    In gewisser Weise hat mich die Trennung und die Angst vor der Armut dazu gebracht, mir über mein Geld und meine Altersvorsorge Gedanken zu machen und Lösungen zu finden, statt weiterhin auf den Faktor „Mann“ zu setzen.

    Angst vor der Einsamkeit

    Diese Angst kommt direkt nach dem Finanzschock. Denn mit der Trennung platzt auch die romantische Seifenblase vom Gemeinsam-alt-werden und man steht in Liebesdingen wieder am Anfang. Allerdings mit Handicap: Denn man hat ein oder mehrere Kinder. Wer will einen da schon haben?

    Diese Gedanken gingen auch mir durch den Kopf. Besonders in der Trauerphase wäre es schon schön gewesen einen Verbündeten zu haben, an dessen Schulter man sich einfach ausweinen kann.

    Aber an Dating mit einem Säugling war nicht zu denken. Stillend zum gemeinsamen Abendessen einladen? Außerdem hatte ich gerade einen großen Vertrauensbruch erlebt. Wie sollte ich da jemand „Fremden“ vertrauen?

    Da fiel mir ein Buch über das innere Kind in die Hände. Ich las es und lernte, dass das beste Mittel gegen Einsamkeit der Kontakt zum eigenen, inneren Kind ist. Man kann Einsamkeit sozusagen selbst „heilen“. Man braucht keine Liebe von außen, wenn man die Liebe zu sich selbst wiederfindet.

    „Allein sein zu müssen, ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“

    Zitat von Hans Krailsheimer

    Angst, nicht mehr dazuzugehören

    „Gleich und gleich gesellt sich gern“ – das ist die Formel für viele Freundschaften. Aber was passiert nach einer Trennung? Wenn man plötzlich nicht mehr das Vorzeigepaar mit Kind und Eigenheim ist? Eben noch begehrte Gäste beim Nachbarschaftsfest und dann?

    Ja – dann hat dein Lebensweg einen Abzweig genommen und die Basis für Freundschaften kräftig durchgeschüttelt. Ich wollte das zunächst nicht wahrhaben, aber ich konnte irgendwann auch nicht mehr so tun, als sei alles beim Alten geblieben. Die „Luxus“-Probleme meiner verheirateten Freundinnen berührten mich nicht mehr. Zuhause bleiben oder arbeiten? Ich hatte keine Wahl. 

    „Daher hat auch keine meiner Freundschaften aus der Ehe überdauert." 

    Meine Lebenserfahrung hat sich verändert. Aber das hat mich nicht einsam gemacht, sondern hat neue Freundschaften entstehen lassen.

    Angst, keine Zeit mehr zu haben

    Man muss kein Mathe-Genie sein, um herauszufinden, dass eine Person an einem Tag nicht genauso viel leisten kann wie zwei. Für Alleinerziehende bedeutet der Wegfall des Partners aber mehr Arbeit pro Tag, denn zusätzlich zur unbezahlten Haus- und Care-Arbeit kommt noch die Erwerbsarbeit hinzu.

    Daher betreiben sehr viele Alleinerziehende anfangs einen großen Raubbau an ihrer Zeit und sparen alles ein, was der eigenen Entspannung dient. Ich war da keine Ausnahme. Denn die Aufgaben werden einfach nicht weniger und es gibt immer etwas zu tun.

    An dieser Stelle ist Umdenken gefragt. Denn wer darauf hofft, dass irgendwann alles erledigt ist und er sich dann endlich Zeit für sich einräumen kann, der ist auf dem Holzweg. Dieser Zeitpunkt kommt einfach nicht und irgendwann macht dir deine Gesundheit einen Strich durch die Rechnung.

    Die Lösung lautet daher: Du bist der Dreh- und Angelpunkt deiner Familie, weil ohne dich geht gar nichts. Daher ist alles, was deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden dient, täglich auf die To-Do-Liste zu setzen! 

    „Nur wenn es dir gut geht, bleibst du stark und dann geht es auch deinen Kindern gut." 

    Über den guten Umgang mit Angst

    Wie du siehst, sind die Ängste alle berechtigt und gar nicht so weit hergeholt. ABER: Angst ist kein Stopp-Schild und bedeutet auch nicht „Bitte wenden“. Angst ist im Grunde nur ein Warnhinweis, um dich vor eventuellen Gefahren zu schützen.

    Das heißt aber nicht, dass die angedeuteten Gefahren zu 100 Prozent eintreffen werden. Bewerte die Angst daher nicht zu hoch, prüfe den Inhalt und setze deinen Weg fort, wenn du zu dem Schluss kommst, dass keine Gefahr für Leib und Leben besteht.

    Denn die Angst schießt schnell über das Ziel hinaus und macht aus einer Mücke einen Elefanten. Sie möchte uns klein halten und uns in der Komfortzone einkuscheln, wie damals, als wir in unserer kindlichen Fantasie die schrecklichsten Monster im Dunklen gesehen haben. Aber da sind keine Monster und du musst auch nicht zitternd unter der Decke liegen bleiben in der Hoffnung irgendjemand würde die Schreckgespenster verjagen.

    Biete der Angst die Stirn und dränge sie Schritt für Schritt zurück. Dabei wirst du etwas Wundervolles feststellen: Die Ungetüme werden immer kleiner, je näher man ihnen kommt – bis sie sich schließlich ganz in Luft auflösen. Und dann wirst du merken, dass hinter der Angst nicht der Abgrund auf dich wartet, sondern die Freiheit wohnt. 

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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