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    MOTHER.NOW

    Ein Gespräch zum Weltfrauentag
    Weltfrauentag – Grund zum Feiern? - Die Kolumne der SOCIAL MOMS Gründerinnen Tanya und Camilla

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    Heute ist Weltfrauentag! Yippieh yeah! Oder warte mal. Ist das überhaupt ein Grund zum Feiern? Denn wieso ist es eigentlich nicht total selbstverständlich, dass jeder Mensch – unabhängig seines Geschlechts – die gleichen Rechte besitzt? Warum muss man eigentlich darüber sprechen, geschweige denn es feiern? 

     

     

    Die Vereinten Nationen haben ihn 1975 als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau UND den Weltfrieden auserkoren und richteten erstmals zum Internationalen Frauentag am 8. März eine Feier aus. Wir müssen uns den Tag also mit dem Weltfrieden teilen – kein Wunder, dass es so langsam vorangeht – an beiden Fronten.

     

    Oder sind wir im 21. Jahrhundert nun endlich wirklich gleichberechtigt? Also, nüchtern betrachtet würden wir sagen: Es ist noch relativ viel Luft nach oben. Aber bevor wir davon anfangen und schlechte Laune bekommen, sollten wir erstmal aufs Positive schauen.

    Der Mann ist Herr im Haus – auch wenn er ausgezogen ist. Nicht mehr!

    Kaum vorstellbar, aber vor gar nicht so langer Zeit musste die Ehefrau ihren Mann noch um Erlaubnis bitten, arbeiten gehen zu dürfen, und der Mann durfte den Arbeitsvertrag seiner Frau ohne ihr Wissen einfach kündigen. Kann man sich gar nicht mehr vorstellen, oder? Tatsächlich wurde dieses Gesetz erst 1977 geändert, das sind nur 43 schlappe Jahre. Gefühlt stammt das Gesetz allerdings aus der Steinzeit. Die Bayern schossen mal wieder den Vogel ab – denn dort mussten Lehrerinnen wie Priester im Zölibat leben. Entweder sollten sie ihr Leben ganz und gar der fremden Brut widmen oder eben der eigenen. Dazwischen gab es nichts. 1957 wurde das Gesetz dann aufgehoben.

    Bis 1997 – ja, wie reden über gerade mal 23 Jahre – war Vergewaltigung in der Ehe kein Straftatbestand. Auch wenn das Ehepaar getrennt lebte. Noch Fragen?

    In Unternehmen ist alles besser. Oder so.

    Naja, nicht wirklich. 2004 schaffte es die erste Frau in den Vorstand eines börsennotierten Unternehmens. Seitdem ist nicht sooo irre viel passiert – mittlerweile liegt der Anteil von Frauen in DAX Unternehmen bei 14,5 %. Man muss aber auch Mitleid haben: Es ist ja auch schwer, den Platz zu räumen, auf dem man es sich Jahrhunderte lang so bequem gemacht hat. Das ist wie ein gut eingesessener Ohrensessel – wieso sollte man den denn teilen wollen? Und weil das so schwer ist, wäre es sicher mehr als sinnvoll, für einen gewissen Zeitraum die Frauenquote einzuführen. Manchmal muss man die Menschheit zu ihrem Glück zwingen. Also, vor allem die Männer. Oder um Frau von der Leyen zu zitieren: „Erst wenn es ebenso viele durchschnittliche Frauen in Führungspositionen schaffen wie Männer heute, haben wir die Gleichberechtigung erreicht.“ Humor hilft der Wahrheit auf die Sprünge.

    Und jetzt zum Tagesgeschäft

    Über abstrakte Strukturen zu sprechen, ist das Eine. Aber was können wir denn im Alltag tun, um die Gleichberechtigung voranzutreiben? In welchen Bereichen können wir aktiv mitwirken? Camilla wurde neulich gesagt, dass sie ja so froh sein könnte, „einen modernen Mann“ an ihrer Seite zu haben – da wäre sie fast Amok gelaufen. Warum nennen wir Männer, die ihre Verantwortung für Familie, Kinder und Haus zu 50 % annehmen „modern“? Sollten wir das nicht eher als „normal“ titulieren? „Camilla hat einen normalen Mann zuhause.“ Mag sich etwas seltsam anhören. Vermutlich wäre das Gespräch auch relativ schnell vorbei. Also, untermauern wir mit solchen Ausdrücken wie „modern“ nicht einfach nur den Status quo und bringen gar nichts nach vorne?

    Müssen wir jetzt alles gendern?

    Tatsächlich beeinflusst die Sprache unser Denken. Wenn wir von Sportlern oder Vegetariern reden, dann denkt das Gehirn an Männer. Aber ist es sinnvoll, überall immer explizit ein „ – in“ dranzuhängen? Die männliche Form markiert »Männer als Norm«, die weibliche Form kodiert »Frauen als Abweichung«, sagt Susanne Günthner, Germanistin und Sprachwissenschaftlerin. Sollten wir nochmal drüber nachdenken. Da haben es die Skandinavier und Engländer ein bisschen leichter, bei denen sieht man nicht auf den ersten Blick, welches Geschlecht der oder die Handelnde hat.

    Eine Plattform nur für Frauen?

    Wenn man Tanya vor ein paar Jahren gesagt hätte, dass sie mal eine Plattform für Frauen gründen würde, dann hätte sie wahrscheinlich erstaunt gesagt: „Häh? Wieso denn? Der Mix macht es doch!“ Stimmt ja eigentlich auch.

    Nur ist die Realität einfach noch nicht da angelangt. Denn, solange Frauen nur für 41 % ihrer Arbeit bezahlt werden (ach, das bisschen Haushalt), während Männer für mehr als 80% ihrer Arbeit vergütet werden und solange der Paygap bei 21 % liegt – so lange, gibt es noch was zu tun. Aber um mit etwas Positivem zu enden: Deutschland hat das bisher weiblichste Kabinett aller Zeiten mit knapp 44% Frauenanteil und die Zahl der männlichen Erzieher hat sich seit 2009 verdreifacht. Gleichberechtigung geht nämlich in beide Richtungen, sie soll ein Dialog und kein Monolog sein!

     

    „Jedes Mal, wenn eine Frau für sich aufsteht, steht sie für alle Frauen.“. Und das ist der Grund, warum wir hier jeden Tag aufstehen, mit unserem Team, zu dem zwei Männer gehören – um unser aller Stimmen lauter zu machen. Und wenn es richtig gut läuft, dann können wir uns irgendwann umbenennen in „Social Parents“. Aber bis dahin zitieren wir Zsa Zsa Gabor:

    „Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf zu nehmen.“

    In diesem Sinne einen schönen internationalen Weltfrauentag – lasst uns gemeinsam Anlauf nehmen.

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