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    Mensch, ärgere dich nicht
    Denn damit schaden wir vor allem uns selbst. Nele Kreyssig rät, die eigene Einstellung, statt andere ändern zu wollen

    Hand auf’s Herz, wie oft ärgerst du dich über etwas, spulst dich innerlich hoch UND weißt eigentlich unterbewusst schon, dass das hier alles gar nichts bringt ausser schlechtes Adrenalin plus gleichnamige Stimmung?! – Zu oft?! Dann sei beruhigt, du bist damit nicht allein. Trotzdem wollen wir genau damit jetzt Schluss machen. Denn sich zu ärgern, bringt niemandem etwas, sondern schadet vor allem nur einem: Dir selbst. Lass uns also aufhören, uns das Leben selbst schwer zu machen.

    Wir wissen ja, der erste Schritt zur Besserung ist immer Einsicht & Erkenntnis. Und damit starten wir genau jetzt und zwar mit Coach und Autorin Nele Kreyssig. Im Frühjahr 2020 erschien ihr erstes Buch „Warum es Bullshit ist, andere ändern zu wollen“ – wenn das nicht mal vielversprechend klingt!


    Genau deshalb haben wir Nele Kreyssig bei unserem 3. Für Sie College am 2. Dezember um 17:30 Uhr zum Thema „Die Kunst der Gelassenheit“ mit an Bord. Unsere Speakerinnen verraten dort, wie wir Gelassenheit finden können und uns nicht mehr mit nutzlosem Groll das Leben versauern. 

    Hier verrät Nele Kreyssig schon mal ein paar Tricks und Tipps für ein gutes Vorgehen in Sachen Ärger. Danach verstehen wir uns selbst nicht nur besser (1. Schritt), sondern können vielleicht auch schon innerlich intervenieren (2. Schritt), wenn wieder zu viele Socken nicht nur für äußere Unordnung, sondern auch innere Unruhe sorgen. Und wenn uns am Ende immer noch ein kleiner Schritt zu unserer Gelassenheit fehlt, sehen wir uns im Für Sie College wieder, wo Nele uns dann den hoffentlich letzten Schritt in die Richtung zu mehr Gelassenheit und weniger Ärger zeigt.

    „Man muss sich nicht über andere ärgern“

    Hach, wäre es nicht schön, wenn der Göttergatte, die Mutter, die Kinder und der Chef genau so wären wie man selbst? Wenn alle stets genau so handeln würden, wie wir es uns vorgestellt haben? Keine Streitereien mehr, keine nervigen Auseinandersetzungen. Tja, aber so einfach ist es eben nicht. Wie wir in Konflikten trotzdem gelassen bleiben können, erklärt uns Nele.

    „Konrad Adenauer hat einmal gesagt: „Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind. Andere gibt es nicht.“ Ich teile Konrad Adenauers Ansicht absolut. Das Problem ist nur, dass wir seinen Rat nicht befolgen. Wir meinen zu wissen, was gut und richtig ist und wie die Dinge zu laufen haben. Danach bewerten wir das Verhalten unserer Mitmenschen. Das führt zu Konflikten und Schuldzuweisungen wie: „Du bist schuld an unserem Beziehungs-Aus. Hättest du dich anders verhalten, wäre das nicht passiert!“ Hätte mein Sohn heute Morgen seine Socken in den Wäschekorb geworfen, hätte ich keine schlechte Laune gehabt. Also will ich natürlich sein Verhalten ändern", so startet Nele ins Thema.

    Ohne Regeln funktioniert das Zusammenleben nicht, funktioniert Gemeinschaft nicht. Die Frage ist doch vielmehr: Was passiert wirklich, wenn wir uns über die herumliegenden Socken aufregen?

    Den Sohn juckt das wohl eher nicht. Er nimmt dann wahrscheinlich die Socken und räumt sie weg. Aber du hast den Schaden. Du hast dich geärgert, hast deinen Blutdruck hochgejagt, vielleicht hat dir die Sache sogar den Tag vermiest, weil du ständig wieder darüber nachgedacht hast: „Wieso ärgert er mich bloß immer so?“ Wie sollte ich mich in Zukunft stattdessen verhalten? Frag dich mal, ob du dich da emotional so reinschmeißen willst.

    Wenn man spürt, dass der Ärger in einem hochsteigt, hilft es, einmal tief durchzuatmen. 

    Das klingt so banal, verschafft uns aber zwischen Reiz (Socke) und Reaktion (Wut) Zeit, unser Gehirn einzuschalten, um dann bewusst zu sagen oder zu denken: 

    „Stopp! Ich will mich jetzt nicht aufregen. Das bringt sowieso nichts außer Streit.“

    Gesünder klingt der Weg allemal. Kurt Tucholsky hat einmal gesagt: „Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nutzen.“  Nicht falsch verstehen, der Sohn soll seine Socken wegräumen. Die Frage ist nur, ob es für so eine Aufforderung unbedingt Emotionen wie Wut braucht. 

    Das passive „ES“

    Zu unserem Sprachgebrauch gehören Sätze wie: ES ärgert mich, dass du immer… was auch immer. Die Frage ist: Was ist dieses ES? Das klingt so passiv. Die Wahrheit ist doch: ICH ärgere mich. Ich habe dafür eine Lösung. Ich sage: Wir können uns den ganzen Tag ärgern, müssen es aber nicht!

    Außer tief durchzuatmen: Welche Tipps gibt es noch für mehr Gelassenheit, wenn andere mal wieder nerven? 

    Für ihr Buch hat Nele eine Art Erste-Hilfe-Kasten für Ärger-Alarm entwickelt. Ihr Lieblings-Tipp, wenn wir verärgert auf das Verhalten anderer gucken, ist, sich zu fragen: Habe ich vielleicht auch nervige Seiten? 

    Schreibe vorher eine Liste, auf der du ehrlich notierst, was andere an dir hin und wieder auch stören könnte. 

    Was können wir noch tun? Wenn du spürst, dass der Ärger kommt, rufe dir sich drei bis fünf Eigenschaften in Erinnerung, die du an der Person, die dich gerade nervt, magst. So schaffst du es vielleicht, dass der Ärger verebbt, bevor er richtig da war. Und vielleicht kannst du dem Verhalten, das dich eben noch zu ärgern drohte, nun sogar liebevoll entgegensehen. 

    „Grundsätzlich aber finde ich es wichtig, immer wieder hinzugucken: Was ist das für ein Mensch? Was hat er für eine Geschichte? Welche Talente, Stärken und Schwächen machen ihn aus? Sehe ich ihn als Ganzes, reagiere ich vielleicht beim nächsten Mal anders. Das wäre mein Herzenswunsch für unsere Gesellschaft!" gibt uns Nele mit auf den Weg.

    Alle Infos zum FÜR SIE College powered by SOCIAL MOMS:

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