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    5 Minuten mit LUCIE
    KOLUMNE #11 - Tanya aka Lucie Marshall stellt sich den Schlafproblemen ihres Sohnes

    Wer ist Lucie Marshall?

    Was rettet einen im Alltag mit Kindern? Ganz genau. Der Humor. Aus diesem Grund hat unsere Social Moms Mitgründerin Tanya ihr Alter Ego „Lucie Marshall“ ins Leben gerufen. Da war ihr Sohn knapp 2 Jahre alt ist. In den Kolumnen erzählt Lucie von den kleinen und großen Desastern des Familienalltags, Schlafentzug oder Spielplatzstress – allerdings immer so, dass man einmal durchatmen kann und vor allem herzhaft lachen darf. Entweder über Lucie oder über sich selbst, oder beides, weil sie sich so ähnlich sind.

    Hier geht's zur Audio-Version der Kolumne, gelesen von Autorin Tanya Neufeldt:

    Dunkle Grammatikwolken

    Ich sitze mit einem doppelten Espresso auf dem Spielplatz und jammere meiner Freundin Raffaella die Ohren voll: „Sam will abends einfach nicht einschlafen. Ab 19 Uhr heult er vor Müdigkeit, aber wenn’s Richtung Bett geht, dann mobilisiert er die letzten Reserven und hampelt bis 22 Uhr herum. Ich könnte WAHNSINNIG werden. Außerdem muss ich danach ja immer noch arbeiten, komme nie vor Mitternacht ins Bett und bin konstant müde.“

    Ich suhle mich in meinem Elend und bemitleide mich sehr. Raffaella schaut mich prüfend an, allerdings ohne jedes Mitleid, wie ich entdecken muss: „Aber er kann sich schon alleine die Schuhe anziehen, aufs Klo gehen, hat erkannt dass meine Frisur neu ist und liest gerne Bücher, oder?“

    Wohin will die denn? „Jaaa…“, sage ich vorsichtig.

    „Genau“, sagt sie zufrieden, „Warum hältst du die Lampe nur in die Ecke, in der es ein Problem gibt?“

    Ich schaue sie abwartend an. „Lucie, ich weiß, dass Schlafentzug nicht ohne Grund eine Foltermethode ist. Aber Sam ist dreieinhalb Jahre alt und kann schon so viel. Warum starrst du auf das, was noch nicht so gut klappt, anstatt auf das, was schon großartig läuft. Erinnere dich bitte an deine eigene Schulzeit!“

    Aha, da will die hin. Mmmh.

    Ich bin eigentlich gerne zur Schule gegangen und war in den meisten Fächern gut. Aber plötzlich war in Deutsch beim Thema Grammatik der Wurm drin und in Null-Komma-Nix war dieses Thema so aufgeladen, dass ich alleine bei dem Wort ‚Objekt’ Ohrensausen bekam. Ich konnte zwar normal schreiben, aber wenn ich den Unterschied zwischen Objekt und Subjekt erklären sollte, war mein Hirn wie eingefroren.

    Jeder schien über mein „Grammatik-Problem“ zu reden. Es wurden Unmengen an Geld, Zeit und Energie in dieses Thema gesteckt. Dass ansonsten alles glatt lief, blieb natürlich unerwähnt. Mein Selbstwert war nicht existent und wenn beim Mittagessen das Thema auf den Tisch kam, verdunkelte sich die Miene meiner Mutter und mein Magen schnürte sich zu.

    Sieh das Postive

    Eine tiefschwarze Grammatik-Wolke schwebte über meinem Leben und verdunkelte alles. Raffaella hat Recht, leider ist es mit Sams Schlaf-Thema tatsächlich ein bisschen ähnlich. Ich bekomme schlechte Laune, tiefschwarze, wenn ich nur daran denke und mutiere zur hysterischen Kuh, wenn nicht alles wie am Schnürchen läuft. Und das ist noch nett formuliert. 

    „Was will ich eigentlich für ein Kind? Eine perfekt funktionierende Maschine? Bin ich ja selbst nicht."

    Als Sam am Abend im Schlafanzug ist, hole ich einmal tief Luft und versuche die drohende Wolke wegzupusten. Ich setze mich an sein Bett und nehme Raffaellas „Taschenlampe“ in die Hand und erzähle mir und ihm, was wir schon alles hingekriegt haben. Mein Monolog dauert sehr lange und als ich fertig bin, schnarcht Sam neben mir.

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