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    5 Minuten mit LUCIE
    KOLUMNE #11 - Es ist soweit! Tanya aka Lucie Marshall stellt sich der Haustierfrage ihres Sohnes

    Wer ist Lucie Marshall?

    Was rettet einen im Alltag mit Kindern? Ganz genau. Der Humor. Aus diesem Grund hat unsere Social Moms Mitgründerin Tanya ihr Alter Ego „Lucie Marshall“ ins Leben gerufen. Da war ihr Sohn knapp 2 Jahre alt ist. In den Kolumnen erzählt Lucie von den kleinen und großen Desastern des Familienalltags, Schlafentzug oder Spielplatzstress – allerdings immer so, dass man einmal durchatmen kann und vor allem herzhaft lachen darf. Entweder über Lucie oder über sich selbst, oder beides, weil sie sich so ähnlich sind.

    Hier geht's zur Audio-Version der Kolumne, gelesen von Autorin Tanya Neufeldt:

    Das Aquarium – da waren es nur noch 6…

    Seit Wochen hängt mir Sam wegen eines Haustiers in den Ohren. „Papa hat sagt, er shenkt mir eine cat.“ Wirklich?? „Ja, Mama, wirklish und eine dog.“ Spätestens jetzt weiß ich, dass er über eine blühende Phantasie verfügt, denn Marc mag Hunde nur, wenn sie anderen gehören.

    Letzte Woche hole ich Sam von der Kita ab und er ist bester Laune: „Mama, ich habe Awarum shenkt bekomme!!“ Was ist denn ein „Awarum“? „Aquarium“, verbessert mich der Praktikant Oskar in der Kita, “Sam sagte, dass ihr euch eins kaufen wollt und da ich eins habe, das ich dringend verschenken will, dachte ich, ihr könnt auch meins haben.“ Das ist ja ganz reizend. Dass wir eins kaufen wollten, ist mir neu (und Marc bestimmt auch, er findet Fische außer auf seinem Teller völlig idiotisch), aber Sam und Praktikant Oskar sind geradezu euphorisch. „Mein Praktikum ist in zwei Wochen vorbei und dann fahre ich für 3 Monate nach Indien. Ich hatte schon Sorgen, was ich mit meinen Fischen mache, aber euch gebe ich sie echt gerne. Es sind übrigens Raubfische.“

    Auweia, Sam quietscht vor Freude: „Has du auch Waran?“, fragt er Oskar. Der verneint zum Glück. Aber was soll ich machen? Ich bin heute zu fertig und schaffe es nicht, das „Awarium“ Geschenk abzulehnen. Ich muss es nur Marc irgendwie unterjubeln. Oder ich überlasse das Sam.

    Am Samstag kommt Oskar mit Aquarium und allem drum und dran vorbei. Er baut das Aquarium in Sams Zimmer auf. Marc habe ich das Ganze als „wichtiger Schritt in der Entwicklung für Sam zum verantwortungsvollen Menschen“ verkauft. Seine Antwort war: „Aha, du konntest ihm also den Wunsch nicht abschlagen. Solange du das Aquarium sauber machst, ist mir das wurscht.“ Verflucht. Den Teil hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

    Das Aquarium ist in Sams Zimmer aufgebaut, die Pumpe gluckert vor sich hin. Hübsch sieht es ja schon aus auf dem Tischchen neben dem Bücherregal. Sam ist völlig aus dem Häuschen. Er hängt vor der Glasscheibe und tauft die Fische: „Lou, Jessaja, Lance, Mimi….“ Am liebsten würde er alle 2 Minuten das stinkende Fischfutter reinwerfen. „Die habe so hunga, Mama.“ Ich bin gespannt, wie lange der Enthusiasmus anhält. Oder wie lange die Fische mit Sam als Betreuer überleben.

    „Oskar“, sage ich, „wenn du in 3 Monaten wieder da bist und wir noch keine Freundschaft mit den Fischen geschlossen haben, haben wir dann ein Rückgaberecht?“ Oskar druckst rum: „Naja, also das können wir dann ja noch mal besprechen, aber eigentlich bin ich ganz froh, dass ich so ein schönes Zuhause für sie gefunden habe.“ Na, super.

    Noch mehr Geschenke – noch mehr Fische!

    Mein Bruder Valentin hat sich für den Nachmittag angekündigt. Am Telefon ist auch er völlig begeistert von dem Aquarium: „Das ist ja super! Ich hätte früher auch so gerne eins gehabt.“ Das war mir neu.

    Als er am Nachmittag kommt, hat er ein Mitbringsel dabei: Eine Tüte voller Guppys. Für meinen Geschmack hätte es auch Kuchen getan. Marc grinst nur: „Der Wahnsinn liegt in der Familie…“, Sam ist natürlich begeistert: „Oh, süße Babyfische!“

    Die 10 Guppys dürfen sofort einziehen. Ich mache uns erst mal einen Kaffee. Plötzlich höre ich Sam fast hysterisch schreien. Wir rennen alle los, Sam kommt uns völlig aufgelöst entgegen: „Mama, große Fische habe Babys esst!“

    Und tatsächlich es sind nur noch 6 Guppys am Leben. „Das sind ja auch Raubfische, ihr Vollhonks“, stellt Marc trocken fest, während Valentin hektisch mit dem Kescher versucht, die verbleibenden Guppys zu retten und in Sams Becher mit Apfelsaftschorle umzusiedeln.

    … macht noch mehr Aquarien..

    Nach der Rettungsaktion stellt Valentin fest: „Ihr braucht 2 Aquarien: Eins für die Raubfische, eins für die Guppys.“ „Das kannst du aber kaufen“, schnauze ich ihn an. Dieses ganze Aquarium Thema läuft ja völlig aus dem Ruder.

    Valentin fährt gleich los und kommt 45 Minuten später mit einem zweiten Aquarium zurück. Sam „hilft“ beim Aufbauen und anderthalb Stunden später ziehen die Guppys in ihr neues Zuhause. Ich fasse es nicht, jetzt haben wir ZWEI Aquarien. Und ich wollte ja eigentlich noch nicht mal eins. „Na, das läuft ja richtig gut“, schmunzelt Marc, „mit zwei Aquarien wird Sam jetzt ja noch verantwortungsbewusster. Das hält man ja kaum aus.“ Ich würde ihm am liebsten gegen das Schienbein treten.

    ..macht noch mehr Kinder..

    Die Aquarium Neuigkeiten haben sich schnell rumgesprochen und schon klingelt es an der Tür. Luis, Sams Nachbarsfreund steht mit seiner Mama vor der Tür: „Ihr habt ein Aquarium haben wir gehört.“ „Zwei“, erwidert Marc und kann sich ein Lachen nicht verkneifen, „und Lucie macht die immer sauber.“

    Sam und Luis werden vor den Aquarien geparkt und wir gehen alle in die Küche zum Kaffee trinken. Es dauert keine 15 Minuten und es ertönt ein lauter Knall aus Sams Zimmer und dann Luis und Sams Geschrei. Marc, Valentin, Luis Mama und ich spurten Richtung Kinderzimmer. Da stehen zwei kleine Jungs mit Tüchern über dem Kopf in einer etwa 80 Liter fassenden Wasserlache, umgeben von hüpfenden, um ihr Leben kämpfenden Guppys und heulen. „Was ist passiert??“, schreie ich, während Valentin und Marc versuchen, mit bloßen Händen und dem Kescher die armen Fische zu retten. „Luis und ich habe Spenst spielt und dann hat es Bumm macht.“ „Also, zwei kleine Gespenster haben das Aquarium umgehauen“, übersetzt Luis Mutter, während wir alle Decken auf den Boden schmeißen, damit unsere Nachbarn unter uns nicht gleich bei sich im Wohnzimmer duschen können.

    Eine Stunde später sitzen wir alle in der Küche. Der Boden in Sams Zimmer ist jetzt mal ordentlich gewischt, von den sechs Guppys haben nur 4 überlebt (2 landeten aus Versehen wieder bei den Raubtieren, allerdings mussten sie diese Rettung mit dem Leben bezahlen). Die vier Überlebenden schwimmen in der Salatschüssel und ich habe Valentin verdonnert, sie gleich wieder mitzunehmen: 

    „Du hast dir doch immer Fische gewünscht. Jetzt hast du welche.“

    Und während Sam und Luis zum 100. Mal erklären, dass sie „auch nicht wisse“, wie das passieren konnte, schreibe ich dem Kitapraktikanten eine SMS: „Deine Fische haben jetzt schon Heimweh. Drei Monate halten sie nicht durch. Entweder du nimmst sie mit nach Indien oder ich setzte sie in der Spree aus, dann können sie schon mal vor schwimmen.“ Mal sehen, was er antwortet.

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