Melde dich für unseren Newsletter an.

Erhalte alle infos, Aktionen und Inhalte als Erste in dein Postfach!

    TOP

    5 Minuten mit LUCIE
    KOLUMNE #12 - Tanya aka Lucie Marshall spricht über ihre mütterliche Kaffeesucht

    Wer ist Lucie Marshall?

    Was rettet einen im Alltag mit Kindern? Ganz genau. Der Humor. Aus diesem Grund hat unsere Social Moms Mitgründerin Tanya ihr Alter Ego „Lucie Marshall“ ins Leben gerufen. Da war ihr Sohn knapp 2 Jahre alt ist. In den Kolumnen erzählt Lucie von den kleinen und großen Desastern des Familienalltags, Schlafentzug oder Spielplatzstress – allerdings immer so, dass man einmal durchatmen kann und vor allem herzhaft lachen darf. Entweder über Lucie oder über sich selbst, oder beides, weil sie sich so ähnlich sind.

    Hier geht's zur Audio-Version der Kolumne, gelesen von Autorin Tanya Neufeldt:

    Der feine Unterschied: Sehr müde oder Zombie-müde

    Da Sam Vieles ist, aber kein guter Schläfer, weiß ich was es heisst, müde zu sein und sich durch den Tag zu hangeln und jede Kaffeeplörre mitzunehmen, nur um die Grundfunktionen aufrechtzuerhalten.

    Allerdings hatte ich sehr erfolgreich verdrängt, dass es einen Unterschied gibt zwischen „sehr müde“ und „Zombie-müde“.

    Sam hat sich am letzten Wochenende irgendeinen Magen-Grippe-weiß-der-Henker-was-Virus geholt. Er kotzt, schläft und ist wahnsinnig schlecht gelaunt. Am Dienstag wacht er um 4 Uhr morgens auf und seine erste Frage lautet: „Wann stehe wir auf, Mama?“ Ich glaub, ich steh im Wald. Ich bin gestern erst um 1 Uhr im Bett gewesen und fühle mich, als hätte mein Kopf gerade erst das Kissen berührt. Hat er seine Krankheit so schnell überwunden? Und warum ist Marc an solchen Tagen eigentlich immer auf Dienstreise?

    Um 4.38 Uhr hat er mich dann soweit

    „Mama, wir stehe auf, aba andere Menshe nich. Die haben keine Kinder.“ Besser hätte ich es auch nicht zusammenfassen können.

    Während er hellwach ins Wohnzimmer hüpft – in der sich auch unsere Küche befindet, stoße ich von einem Türrahmen zum nächsten, wie eine raffiniert gespielte Snookerkugel mit mehreren Spins! Ich bräuchte mindestens einen Kaffee, um überhaupt den Weg ins Wohnzimmer zu finden.

    Endlich in der Küche angekommen, versuche ich mich soweit wach zu kriegen, dass ich es schaffe einen Kaffee zu machen. Ich habe diese kleine Kaffeemaschine, die man mit Wasser und Kaffeepulver füllt und dann auf den Herd stellt. Während ich versuche alles in der richtigen Reihenfolge zusammenzuschrauben, höre ich Sam aus dem Wohnzimmer trällern: „Mama, machst du mir auch eine Kinder-Kaffee?“ „Ja“, erwidere ich reflexartig, aber allein diese kurze Antwort bringt mich schon vollkommen aus der Bahn und ich fange noch einmal von vorne an, die Kaffeemaschine zusammenzubauen.

    Endlich habe ich es geschafft und der Kaffeekocher plus Milchschäumer stehen auf der Herdplatte. Ich starre die Milch an, damit ich in meinem Nebel bloß nicht vergesse, sie von der Platte zu nehmen. Geschafft, sie ist nicht übergelaufen. Nur seltsam, dass der Kaffee noch nicht fertig ist. Kaum ist die Frage in meinem Kopf, hat sie sich auch schon wieder in Luft aufgelöst.

    Ich schäume die Milch auf und frage mich, warum ich soviel gemacht habe. Ach ja, Sam wollte ja einen Kakao. Ich schäume weiter. Wo ist eigentlich mein Kaffee? Und warum riecht es hier so streng? Scheiße, der Kaffeekocher kokelt vor sich hin. Ich hatte das Wasser vergessen. Und genau an diesem Beispiel kann man sehr schön den Unterschied zwischen „sehr müde“ und „Zombie- müde“ erörtern. Denn im Zustand von „sehr müde“ schafft man es noch, Kaffee zu machen (zumindest nach ein paar Anläufen), aber im Zustand von „Zombie-müde“gelingt auch das nicht. 

    „Und das ist ein großes Dilemma oder sagen wir lieber ein Paradoxon, wenn man eigentlich einen Kaffee bräuchte, um Kaffee zu machen."

    Eigentlich bräuchte man einen Notfallknopf direkt neben dem Bett, der groß und rot blinkt, damit man ihn auch im Schlaf-Delirium findet. Und dann fliegt einem wie durch Wunderhand ein perfekt temperierter, leckerer, frisch gebrühter Milchkaffee ans Bett. Ist das nicht DIE perfekte Businessidee. Eventuell nicht der Moment, um über Businessideen nachzudenken, wenn du es noch nicht mal schaffst, dir einen Kaffee zu kochen. Aber auch der Gedanke verweilt nicht lange…

    Um mal wieder aus einem von Sams Lieblingsbüchern zu zitieren: 

    „The morning did not go well, the afternoon was worse.“

    Ich hatte den ganzen Tag Proben für eine Moderation, die minutiöse Abläufe hat. Ihr könnt euch vorstellen, wie das lief: „Habe ich das nicht schon gesagt?“ „Nein, Lucie hast du nicht!“, „Warte mal, soll ich nach links oder nach rechts?“ „LUCIE, du bleibst da stehen!!!!!“ und so weiter.

    Um 19.30 Uhr krieche auf allen Vieren ins Bett. Mir ist schlecht, ich sehe rosa Pferde, die mit mir reden wollen. Sam legt sich neben mich. „Mama, könne wir noch ein Buch lese?“ Er ist im Vorteil. Er hatte einen Mittagsschlaf. „Mach was du willst, ich muss schlafen“, antworte ich (zumindest glaube ich das), noch bevor ich in einen komaähnlichen Tiefschlaf sinke.

    Liebe Mamas von Kindern, die diese unmöglichen Zeiten favorisieren, liebe frisch gebackenen Mamas von Babys, die Schlaf total überbewertet finden, liebe alleinerziehenden Mamas (ich verstehe nicht, wie ihr das schafft und ziehe mehrmals täglich den Hut vor euch!) IHR ALLE HABT MEIN VOLLES MITGEFÜHL!

    Ich werde zusehen, dass ich hier nicht mehr soviel über mein – ja, im Vergleich lächerlichstes – Schlafdefizit motze. Denn jetzt erinnere ich mich wieder: Es gibt einen Unterschied zwischen „ sehr müde “ und „ Zombie-müde “. Schlafraub ist nicht umsonst eine der wirksamsten Foltermethoden. Neben Tropfen auf dem Kopf oder Salz an den Füßen und eine Ziege daneben.

    In diesem Sinne: Happy Week euch allen und schlaft gut!

    P.S. Ein Tipp für alle Mütter die Kinder haben, die seit Tag 1 quasi durchschlafen: Freut euch! Aber behaltet es bitte für euch…

    Click here to bookmark this
    Are you sure want to unlock this post?
    Unlock left : 0
    Are you sure want to cancel subscription?