Melde dich für unseren Newsletter an.

Erhalte alle infos, Aktionen und Inhalte als Erste in dein Postfach!

    TOP

    5 Minuten mit LUCIE
    KOLUMNE #5 - Unsere Gründerin Tanya aka Lucie Marshall erzählt von ihren Partyqualitäten als Mutter

    Wer ist Lucie Marshall?

    Was rettet einen im Alltag mit Kindern? Ganz genau. Der Humor. Aus diesem Grund hat unsere Social Moms Mitgründerin Tanya ihr Alter Ego „Lucie Marshall“ ins Leben gerufen. Da war ihr Sohn knapp 2 Jahre alt ist. In den Kolumnen erzählt Lucie von den kleinen und großen Desastern des Familienalltags, Schlafentzug oder Spielplatzstress – allerdings immer so, dass man einmal durchatmen kann und vor allem herzhaft lachen darf. Entweder über Lucie oder über sich selbst, oder beides, weil sie sich so ähnlich sind.

    Hier geht's zur Audio-Version der Kolumne, gelesen von Autorin Tanya Neufeldt:

    Tiefe Ausschnitte und Ginger Ale

    Meine Freundin Bella ist hochschwanger und könnte jeden Tag fällig sein. Sie sieht super aus, ihr geht es blendend. Es ist eine absolute Bilderbuch-Schwangerschaft.

    Bella und ich haben nicht nur gute Gespräche, sondern wir teilen auch eine große gemeinsame Partyleidenschaft. Mit Bella kann man richtig gut feiern, sie ist nicht kleinzukriegen und fragt noch um 4 Uhr morgens: „Und jetzt?“. Wenn sie das Wort Karneval nur hört, dann setzt sie sofort ihre rote Clowns-Perücke auf.

    Seit Sam da ist, sind meine Partynächte wesentlich weniger geworden. Es ist beschämend, aber wahr. Ich versuche das zu verleugnen, wo es nur geht. Aber Tatsache ist, dass ich von einer durchzechten Nacht eine Woche lang die Nachwehen spüre. Soviel Make-up kann ich mir gar nicht ins Gesicht schmieren.

    Hummeln im Hintern

    Seit Bella auf der Zielgeraden ist, will sie es noch mal so richtig wissen und geht jeden Abend weg. Anfang der Woche hatte ich sie auf meiner Mailbox: „Wie sieht die Woche aus? Mir fällt die Decke auf den Kopf. Gehst du mit in die Bar in der Mädchenschule? Immer nur Cafés sind auf die Dauer auch nicht zu ertragen.“

    Ich kann sie so gut verstehen. Ich war mit Sam ja gar nicht so lange schwanger. Sam hatte es eilig und kam 6 Wochen früher. Aber ich hatte ab der 30.Woche auch Hummeln im Hintern.

    Ich rufe Marc an: „Wie sieht die Woche aus? Bella will noch mal die Bars unsicher machen.“ Marc versteht sofort: „Das muss man natürlich unterstützen. Mittwoch kann ich um19h zu Hause sein. Dann könnt ihr gleich los.“

    Ich rufe Bella an: „Mittwoch kann ich.“

    Sie: „ Ja, super, ich gehe um 20h ins Theater, dann kann ich um 22h in der Mädchenschule sein.“

    Um 22 Uhr?? Das ist doch mitten in der Nacht! Oh Gott. Ich dachte, ich nehme einen Drink mit ihr um acht und liege um 22h im Bett. Hochschwangere sollen doch immer so müde sein.

    Ich schlucke, lasse mir aber nichts anmerken: „Ja, super, dann um 22h in der Mädchenschule.“ Kaum aufgelegt, blättere ich fieberhaft in meinem Kalender, ob ich vielleicht am Donnerstag irgendwann schlafen kann. Leider utopisch.

    Mittwochabend

    21 Uhr Ich liege auf der Couch und bin kurz davor einzuschlafen.

    21.30 Uhr Ich mache mir einen Kaffee, damit ich überhaupt die Strecke bis zur Bar schaffe.

    21.45 Ich schminke mich. Das habe ich das letzte Mal um diese Uhrzeit vor acht Jahren gemacht.

    Plötzlich wird mir schlagartig klar: Das ist der Zustand, den mir alle während der Schwangerschaft prophezeit haben: „Wenn du Mutter bist, dann wird die Couch dein bester Freund. Auch du, liebe Lucie, wirst verlottern.“ Mist, das darf auf keinen Fall jemand erfahren. Wie hat sich das überhaupt eingeschlichen? Ich wähle den extra roten Lippenstift.

    Um 22 Uhr sitze ich an der Bar und könnte mit dem Kopf auf der Theke einschlafen. Trotz lauter Musik. Um mich herum unglaublich gestylte Menschen in 70er Jahre Paillettenkleidern mit wahnsinnigen tiefen, sexy Rückenausschnitten. Ich komme mir in meiner Jeans mit Glitzertop und Highheels total underdressed vor. Soll ich mich noch mal umziehen? Aber wenn ich einmal zu Hause bin, dann gehe ich nicht noch mal vor die Tür. Ich bleibe sitzen.

    Bella kommt strahlend und vor allem total wach an. Wahnsinn. Sind das die Hormone? Vielleicht sollte ich einfach noch mal schwanger werden? Dann hätte ich wenigstens ein paar Monate lang noch mal so einen Energie-Booster.

    Sie bestellt Ginger Ale, ich denke: “Alkohol muss mich retten, sonst halte ich nicht durch.“

    Die erste Stunde ist herrlich, wir quatschen und lästern wie in alten Zeiten, ich bin nach einem halben Glas Wein total betrunken, was mich aber nicht davon abhält ein zweites zu bestellen.

    Bella ist quietschfidel, ab 23 Uhr baue ich sekündlich ab. Und ich kann mich noch nicht mal an einer Zigarette festhalten … in solchen Momenten hasse ich das Rauchverbot. Woher kommt denn nur dieser Ehrgeiz so zu tun, als ob ich noch 20 bin und ohne Kind? Im Moment habe ich allerdings keinerlei Kapazität über diese Frage nachzudenken. Ich muss ja schließlich aufrecht sitzen, ohne zu sabbern.

    Stattdessen kippe ich lieber das zweite Glas Wein runter. Alkohol soll doch wach machen. Die traurige Realität ist aber, dass Bella dank Ginger Ale immer wacher wird, während ich mich kaum mehr auf dem Barhocker halten kann. Aber ich gebe nicht klein bei und mobilisiere noch mal die allerletzten Energiereserven. Habe ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank? Warum tue ich so, als ob ich bei den Bundesjugendspielen sei und es um den ersten Platz geht? Was will ich denn hier wem beweisen?

    Endlich!

    Um 1 Uhr sagt sie: „Na, wollen wir mal langsam gehen?“ Gott sei Dank! Ich stehe kurz vor einem Kreislaufkollaps. „Wie du magst,“ sage ich ganz locker. Wobei mir das Sprechen mittlerweile wahnsinnig schwer fällt. Sie hüpft elfengleich ins Taxi, ich habe keine Ahnung, wie ich es nach Hause schaffe.

    Endlich liege ich im Bett. Marc murmelt: „War’s schön?“ Ich bin am Ende: „Mann, hat die ein Durchhaltevermögen. Ich wollte mir bloß nicht die Blöße geben und vor einer Hochschwangeren nach Hause gehen.“ Und falle sofort in einen traumlosen Tiefschlaf.

    P.S.

    Heute Morgen kommt eine SMS von Bella: „Schöner Abend. Sorry, dass ich so früh gegangen bin. Aber ich hatte plötzlich tierisch Hunger.“ Ich bin ein Wrack.

    Click here to bookmark this
    Are you sure want to unlock this post?
    Unlock left : 0
    Are you sure want to cancel subscription?