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    Die CORONA (Beziehungs-) KRISE
    Diese Tipps helfen euch als Paar, auch in Turbulenzen ein Team zu bleiben

    Zu viel Nähe bringt plötzlich Distanz. Ängste, Druck und neue Aufgaben schaffen zusätzliche Spannungen. Wahrscheinich ist diese wertvolle Familienzeit nicht gleichzeitig auch die Hochphase unserer Beziehung. Mehrfachbelastungen, fehlender Freiraum oder auch Monotonie stellen uns als Eltern, aber auch als Paar, hart auf die Probe. Tatjana Rosenberg-Helmke ist systemische Einzel-, Paar und Familientherapeutin und selbst Mama eines 1,5-jährigen Mädchens. Sie hat in ihrer täglichen Arbeit gerade mit vielen Paaren und Familien zu tun, die vor enormen Herausforderungen stehen und unterstützt diese bei all ihren Themen und Anliegen. Für SOCIAL MOMS dröselt sie hier noch einmal auf, was gerade eigentlich in unserer Beziehung passiert, wie wir aus den Turbulenzen gestärkt und vor allem als Team herauskommen und wie Distanz plötzlich wieder Nähe schaffen kann. 

    Corona- endlich bist Du da! Zu Beginn der Corona-Krise hat sich vielleicht der eine oder andere von uns gedacht: „Na endlich! Eine Auszeit“ „Endlich mehr Zeit für die Familie“ „Endlich kann ich und können wir für einen Moment aus dem Hamsterrad aussteigen und nur für uns sein“. An dieser Stelle war uns vielleicht noch nicht bewusst, dass es sich bei dieser Auszeit um Wochen und Monate handeln wird. Dabei verhält es sich ähnlich wie mit Urlaub. Wir freuen uns über eine Auszeit. Aber wieso können wir uns auf diese Auszeit und auf die viele Zeit mit der Familie so freuen? Ein wichtiger Aspekt dabei ist: Es hat ein Anfang und ein Ende, welches uns bekannt ist. Doch was passiert mit der Auszeit, die kein Ende in Sicht stellt? Die Unsicherheit nistet sich ein und der Genuss geht langsam in Frust über. Das ist ganz normal, weil wir Menschen nun mal so sind wie wir sind. Wir brauchen Sicherheiten, Orientierung, ein Anfang und ein Ende.

    In der aktuellen Situation geht es zurecht viel um Eltern und ihre Überforderung im Elternsein. Es geht um Kinder und darum, dass sie wenig Gehör bekommen. Aber was ist mit unseren Partnerschaften? Was macht Corona mit uns als Paar? Denn wenn wir mal genauer hinschauen, ist die Partnerschaft, das Paar-Sein der Ursprung jeder Elternschaft und der Ursprung unserer Kinder.

    Aktuell befinden wir uns zwischen Homeoffice, Homeschooling und Homekita. Uns sind also 8 Arme und 3 Köpfe gewachsen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Wenn wir richtig gut organisiert sind, dann erstellen wir Woche für Woche einen Familienplan und reichen uns als Eltern gegenseitig die Klinke in die Hand. Abends wenn alle Bäuche vollgeschlagen und die Kinder im Bett sind, reicht unsere Kraft womöglich nur noch, um uns auf die Couch zu bewegen und die Fernbedienung zu betätigen oder ein Buch in die Hand zu nehmen bis wir kurze Zeit später todmüde ins Bett fallen. Früher haben wir uns abends noch angeregt unterhalten bei einem Glas Wein und uns gegenseitig von unserem Tag erzählt. Heute haben wir uns nur noch wenig zu sagen, außer: „Kannst Du mich morgen bitte eine Stunde eher ablösen, weil ich ein wichtiges Zoom-Meeting reinbekommen habe?“

    So schwer es auch ist, ist es enorm wichtig, in jeder so aussichtslosen und schwierigen Situation nach dem Fünkchen Positivem zu suchen. Lasst uns das jetzt mal im Ansatz versuchen.

    1. Wow! Ihr seid ein großartiges Krisenteam! Um das herauszufinden braucht es eine Krise. Also danke Corona, dass Ihr das jetzt wisst. Wenn es hart auf hart kommt, dann könnt ihr es zusammen wuppen. Ganz nach dem Motto: „Wenn wir das schaffen, schaffen wir alles!“
    2. Krise als Chance sehen: Vielleicht gab es vor Corona etwas, was nicht optimal in euerer Paarbeziehung gelaufen ist. Jetzt habt ihr die Chance das Buch neu aufzusetzen und gemeinsam zu spinnen, wie es nach Corona gut oder gar besser weitergehen könnte.
    3. Legt nicht alles auf die Goldwaage. Es heißt zwar, wenn wir unter Stress stehen oder wütend sind, dann sagen wir Dinge, die wahr sind und erst dann ans Tageslicht gelangen, aber ich bin da etwas anderer Meinung.  Wenn wir starke Emotionen wie Wut oder Ärger empfinden, so sind wir weniger handlungsfähig und suchen ein Ventil. Der Partner ist ein wunderbares Ventil dafür, aber die Wut gilt meist und in erster Linie nicht unserem Partner, sondern der Situation. Nur dass die Situation uns nicht den Raum gibt, unser Leiden kundzutun.

    Was können wir heute, hier und jetzt tun?

    1. Ganz wichtig: Das Eisen schmieden, wenn es kalt ist. Wenn wir innerlich explodieren, macht es nur wenig Sinn in eine Diskussion zu gehen. Um unseren Unmut zu zeigen (das brauchen wir) ist es daher hilfreich, tief durchzuatmen und so etwas zu sagen wie: „Ich habe gerade eine riesengroße Wut im Bauch. Ich gehe jetzt eine Runde um den Block und wenn die Wut weniger geworden ist, wäre es schön, wir könnten darüber reden“. Dabei bestimmt ihr den Zeitpunkt. Es dürfen auch ein paar Tage vergehen, bis das Eisen kalt ist.
    2. Magic Moment: „Verabredet Euch am Abend, wenn alles ruhig geworden ist, auf ein Glas Wein im Wohnzimmer oder auf dem Balkon. Sprecht über den Beginn eurer Liebe. Wie war das damals? Was hat Euch an dem anderen so fasziniert? Wann wusstet Ihr: „Mit diesem Menschen möchte ich mein Leben verbringen?“ usw. Versetzt Euch für einen Augenblick zurück in die Zeit, in der es nur Euch Beide gab. Diese Methode nehme ich sehr gerne in meinen Paarsitzungen. Das kann sehr belebend sein.
    3. Nehmt Euch Zeit für Euch. Es kann sehr hilfreich sein in der dieser ganzen Nähe für einen Moment auf Distanz zu gehen. Vielleicht macht ihr einen oder zwei feste Abende aus, an welchen sich jeder Zeit für sich nimmt. Sich die Zeit für einen selbst zu nehmen, kann eine Partnerschaft wieder lebendiger machen.
    4. Rituale schaffen: Womöglich hattet Ihr vor Corona schon Rituale, die ihr miteinander ausgeübt habt und die jetzt ein Stück abhanden gekommen sind. Zeit diese wiederzubeleben. Oder ihr hattet vorher keine Rituale, dann wird es Zeit welche zu schaffen. Rituale können unterschiedlich sein und sind sehr individuell zu bestimmen. Z.B. könntet Ihr Euch jeden Abend gegenseitig drei Dinge sagen, für die ihr Euch gegenseitig dankbar seid:  „Danke, dass Du Dich so gut um unsere Kinder gekümmert hast. Danke, dass Du einkaufen gegangen bist. Danke, dass Du jeden Tag aufs Neue die Kraft findest das alles mit mir durchzustehen“ uvm. Ein Ritual kann aber auch ein Kuss oder eine Umarmung vor dem schlafen gehen sein. Macht es miteinander aus. Was braucht ihr? Was würde Euch gut tun?
    5. Nimmt Euch Zeit zum Reden: Was bewegt Euch? Was macht Euch Sorge? Was fehlt Euch? Was wünscht Ihr Euch?

    VON MIR FÜR DICH

    Kinder schauen sich alles von uns ab. Wenn wir uns gut um uns kümmern, dann lehren wir unsere Kinder, wie wichtig es ist für sich Sorge zu tragen. Lasst uns für unsere Kinder als gutes Beispiel vorangehen.

    Photo by Emma Frances Logan on Unsplash

     

     

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