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    Diversität im Kinderzimmer
    Pädagogin Sophie erklärt, mit welchen Spielideen du dein Kind vorurteilsfrei erziehen und einen offenen Umgang fördern kannst

    Deine Kinder lernen in ihrer Kita, Hort, Schule und privaten Umgebung die Vielfalt der Kulturen und allgemeine Unterschiedlichkeiten der Menschen kennen und sie sind von Anfang an Teil ihres Alltags? Wie wundervoll und vor allem wertvoll für ihr sich entwickelndes Weltbild, dass sie prägen und wahrscheinlich ihr Leben lang begleiten wird. Doch auch wenn du und deine Familie keine besonders vielfältige Umgebung haben, kannst du für Diversität und Inklusion im Leben deines Kindes sorgen, in dem du selbst eine offene und tolerante Verhaltensweise vorlebst, aber auch auf viele Kleinigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und deinen Kindern achtest und diese berücksichtigst.

    Sophie Blume ist Pädagogin und Mutter. Ihr ist besonders wichtig ihre Kinder zu empathischen und starken Menschen zu erziehen. Vorurteilsbewusstsein spielt dabei eine zentrale Rolle und Sophie verrät uns, worauf es besonders ankommt.

    Spiel erklärt die Welt

    Etwas, das unsere Kinder auf ihrem Weg zum größer werden ebenso wie Literatur begleitet, sind Spielzeuge. Kinder erklären sich durch das Spiel die Welt. Sie beobachten beim Spielen aufmerksam die Personen in ihrem Umfeld und lernen dabei sich selbst zu beobachten.

    Daher ist es, wie auch bei den Kinderbüchern, wichtig, dass auch bei der Wahl der Spielzeuge die Möglichkeit für eine diverse, also vielfältige Spielumgebung geboten wird. Dieses Bild der unterschiedlichen Puppen ist also nur der Versuch diese Umgebung in einer Sparte zu veranschaulichen.

    Nehmen wir also einmal das Beispiel der Puppen, dann ist es sicher nicht notwendig, zehn verschiedene Puppen Zuhause zu haben, für einen Kindergarten aber unbedingt empfehlenswert, denn in Bezug auf die vorurteilsbewusste Erziehung, ist es wichtig, dass sich die Kinder im Spielzeug und ihrer Umgebung wiederfinden und mit Diversität und so auch Inklusion in Kontakt kommen.

    Verschiedene Hautfarben, Menschen mit Brille, Menschen mit Beeinträchtigung, Jungen, Mädchen und all das, was man dazwischen fühlen kann, unterschiedliche Körperformen und Größen, alte und junge Menschen, sowie der Kontakt zu anderen Sprachen und Kulturen. All diese Themen geben Kindern die Möglichkeit die Vielfältigkeit unserer Menschheit in ihr Spiel zu integrieren, sich damit auseinander zu setzen und empathisch mit ihr umzugehen. Außerdem lädt dieses Spielzeug zu Gesprächen ein und klärt spielerisch Fragen.

    Der eigenen Identität bewusst werden

    Wichtig ist also erstmal den Kindern die eigene Identität bewusst werden zu lassen und sie zu stärken, indem wir uns mit bereits gemachten Erfahrungen und der eigenen Familienkultur beschäftigen. Dazu eignet sich das Sichtbarmachen der eigenen Familie durch ein großes Foto auf Augenhöhe der Kinder.

    Vielfalt im Kinderzimmer

    Anschließend sollten Kinder Erfahrungen mit Vielfalt machen können, indem sie sie aktiv und bewusst erleben. Dazu eignen sich für Zuhause diese Materialien, die ihr unter „diversity Spielzeug“ finden könnt:

    • Figuren mit verschiedenen Hauttönen
    • Verschiedene Familienkonstellationen und Beeinträchtigte Menschen als Spielfiguren und in Büchern
    • Bildkarten, die jeweils die Muttersprache, als auch eine Fremdsprache aufweisen
    • Bücher in anderer Sprache, am besten einer, die wir Eltern lesen können
    • Musik und Speisen aus verschiedenen Kulturen
    • Karten, um zu lernen Gefühle zu benennen, denn Gefühle sind unmittelbar an die eigene Identität und Selbstwahrnehmung gekoppelt und diese immer auch an die Bezugsgruppen des Kindes
    • Hautfarbenstifte
    • Pflaster in verschiedenen Hautfarben, so können wir mit unseren Kindern ins Gespräch darüber gehen
    • Hautfarbene Knete in unterschiedlichen Hauttönen
    • Bücher die das Thema Flucht aufgreifen
    • Geschichten und Bücher über Homosexualität
    • Bücher über das Thema Gender, also die soziale oder psychologische Seite des Geschlechts einer Person

    Grundbaustein: Werte

    Neben all diesen Möglichkeiten Diversität bzw. Inklusion ins Spiel und Erleben der Kinder zu inkludieren, ist es wichtig, unsere eigenen Werte zu kennen. Uns als Eltern mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen und uns zu informieren, in den Austausch zu gehen und zuzuhören, um zu herauszufinden, welche Werte uns wichtig sind und warum.

    Wenn wir uns reflektieren und kritisch in unser Denken und Handeln abtauchen, können wir herausfinden, wann wir Rechtfertigungen benutzen, um die Folgen von Diskriminierung abzuschwächen. Wir müssen unseren Kindern nämlich deutlich zeigen wo unsere Grenzen hinsichtlich dieses Themas sind. Und dass wir für Gerechtigkeit einstehen. Denn nichts tun und zusehen, zeigen eben auch eine klare Haltung, die unsere Kinder wahrnehmen und als gängiges Verhalten adaptieren, bis sie sich selbst mit dem Thema auseinandersetzen können.

    „Denn nichts tun und zusehen, zeigen eben auch eine klare Haltung.“

    Gerechtigkeitsgefühl entwickeln

    Kinder ab etwa vier Jahren können unfaires Verhalten erkennen, aber sie benötigen unsere Unterstützung und Informationen. Wir können ihnen helfen sich auszudrücken, ihre Gefühle zu benennen. Und wir können mit ihnen Worte finden, damit sie erklären können, was in ihnen vorgeht, wenn sie ausgelacht, geärgert oder gehänselt werden. 

    Worte, der Schlüssel für Gefühl und Mitgefühl

    Worte sind also der Schlüssel zu unseren Gefühlen und zu Mitgefühl für andere Menschen. Wenn ich meine eigenen Gefühle kenne und sie benennen kann, dann kann ich emphatischer mit anderen Menschen und ihren Gefühlen sein. Dieses emotionale Verständnis entwickelt sich erst, doch es ist die Grundlage für eine vorurteilsbewusste Haltung.

    Damit Kinder sich als fähig und solidarisch mit anderen erleben können, weil sie sich für einen anderen Menschen oder ein Thema einsetzen, ist es von großer Bedeutung ihnen beizustehen und sie zu unterstützen.

    Wenn ein Kind also mit einer Ungerechtigkeit auf euch zukommt, dann tut sie nicht einfach ab, sondern geht mit dem Kind ins Gespräch. Wir kennen es alle „Jetzt musst du schon wieder petzen kommen…?!“ oder „Ach das war doch nicht so schlimm.“ oder „Das hat er/sie doch gar nicht so gemeint.“ Solche Aussagen entmutigen und Gefühltes wird in Frage gestellt. Das verwirrt Kinder, denn sie fühlen Ungerechtigkeit, aber es wird ihnen ein anderes Gefühl zurückgesendet.

    #empowerment

    Es geht also um die Stärkung der Kinder und dafür müssen sie die Erfahrung machen, dass es sich lohnt, wenn sie kritisch sind, hinterfragen und gegen Ungerechtigkeiten aktiv werden.
    Lohnen im Sinne von: Meine Stimme wird gehört, mein Gefühl war nicht falsch und wird ernst genommen und besprochen. So kannst du deine Kinder nicht nur im Bereich Diversität und Inklusion stark machen.

     

    Passend zu dem Thema Inklusion hat unsere mother.NOW Pädagogin Mona Kino die Leserfrage beantwortet: „Wie kann ich meinem Sohn beibringen, dass die Menschen verschieden sind, man das aber nicht laut kommentieren muss?“. HIER geht’s direkt zur Antwort.

     

    Foto: Sophie Blume privat

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