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    Sollen wir unser Kind taufen lassen?
    Was spricht eigentlich gegen eine Taufe? Was dafür? Und wie gläubig sollten Eltern sein?

    Sollen die Eltern entscheiden, ob das Kind getauft wird oder sollte gewartet werden, bis das Kind sich selbst entscheiden kann? Und wie gläubig sollten die Eltern sein, um diesen Schritt zu gehen? Reicht es aus, an Weihnachten in die Kirche zu gehen? Was geschieht bei einer Taufe eigentlich, was für andere Möglichkeiten gibt es und was muss man beachten? Priska Lachmann, Theologin, freie Journalistin, Autorin und Bloggerin holt dich je nach Überzeugung ab und bringt Licht ins Dunkle.

    Taufe ist eine höchst individuelle Entscheidung. Ob man diese Entscheidung als Erwachsener für sich selbst treffen möchte, oder für die eigenen Kinder, ist ebenfalls privat. Ich persönlich habe mich mit 14 Jahren taufen lassen. Ich wollte es aus freien Stücken, es war mir sehr wichtig und ein „öffentliches Bekenntnis meines Glaubens“. Zwei meiner drei Kinder sind als Kleinkinder getauft worden. Ich habe lange überlegt, mich lange mit dem Taufverständnis beschäftigt und dann mit meinem Mann gemeinsam diese Entscheidung getroffen. 

    Was die Taufe betrifft, gibt es meistens drei verschiedene Überzeugungen:

    Als Erstes nennen wir die Befürworter. Sie glauben an den christlichen Gott und für sie ist es eine Herzensüberzeugung, ihr Kind taufen zu lassen. Sie freuen sich, dass ihr Kind durch die Taufe in den kirchlich – kulturellen Rahmen gehoben wird, mit allen Werten, Ritualen und Krippenspielen, was tatsächlich sehr schön ist. 

    Dann gibt es die Zweifler. Wer sich irgendwo dazwischen sieht, beginnt Fragen zu stellen: Was wäre, wenn mein Kind nicht getauft wird? Darf es dann trotzdem beim Krippenspiel mitmachen? Würde es schaden, mein Kind zu taufen? Und was, wenn mein Kind das später doof findet, getauft worden zu sein?

    Und als drittes gibt es die Taufgegner. Wer nicht an Gott glaubt, muss sein Kind auch nicht taufen lassen. Aber vielleicht ist die Mutter oder der Vater des Kindes gläubig? Dann bedarf es auch hier einer ausgewogenen Entscheidung. Was spricht überhaupt gegen eine Taufe?

    Das evangelisch-lutherische Taufverständnis:

    Eltern treffen in Verantwortung gegenüber ihren Kindern die Entscheidung, diese im Glauben aufwachsen zu lassen und sie in der Kirche als Glaubensgemeinschaft zu integrieren. Taufe ist gleichzeitig auch eine Zusage der Gnade und Liebe Gottes. Dazu werden mindestens zwei Paten benannt, die das Patenkind bis zur Konfirmation begleiten. Beide Paten müssen einer evangelischen Kirche zugehörig sein.

    Mit der Konfirmation bestätigt das Kind seinen Glauben und die Taufe. In den neuen deutschen Bundesländern, gibt es als Alternative eine Jugendweihe, so dass man hier tatsächlich von einer freien Glaubensentscheidung sprechen kann.

    Was aber, wenn man unsicher ist, wenn man als Eltern gar nicht in der Kirche ist und sein Kind trotzdem teilhaben lassen möchte?

    Eine Taufe ist IMMER möglich, in manchen Kirchen auch dann, wenn die Eltern selbst kein Kirchenmitglied sind. Sie ist aber auch nicht rückgängig zu machen. Im Zweifel darf man auch ohne Taufe in den Gottesdienst gehen, an den Kirchenveranstaltungen teilnehmen und kann sich jederzeit, auch wenn das Kind groß ist, noch zu einer Taufe entscheiden. Eine Taufe kann ein Startpunkt einer Reise sein. Es kann ein „Ja“ sein zu einem Weg, den man als Familie beschreiten möchte. Eine Taufe kann aber auch in späteren Jahren ein eigenes Glaubensbekenntnis sein, ein „Ja“ zu Gott und ist in jedem Alter, auch als Erwachsener, möglich.

    Was ist eine Nottaufe?

    Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht, wird eine Nottaufe vorgenommen. Allerdings hat sich das Taufverständnis in den vergangenen Jahren etwas geändert. Früher, im Mittelalter, ging man davon aus, dass ungetaufte Menschen, auch Babys und Kinder, im Todesfall unendliche Höllenqualen erleben müssen. Da die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war, begannen die Menschen, Neugeborene zu taufen, zur Sicherheit. 2007 entschied Papst Benedikt XVI., diese Lehre nur als theologische Meinung zu betrachten. Er selbst sei der Meinung, dass ungetaufte Kinder direkt ins Paradies kämen.

    Was sind eigentlich Taufpaten? Wie viele braucht man?

    Taufpaten sind so etwas Ähnliches wie Trauzeugen. Man benennt mindestens zwei Paten, die das Patenkind bis zur Konfirmation begleiten. Beide Paten müssen einer evangelischen Kirche zugehörig sein (oder der jeweiligen Kirche, die die Taufe für euch übernimmt). Möchte man mehr Paten haben, ist das in Absprache mit der jeweiligen Kirchgemeinde durchaus möglich. Die Paten haben die Aufgabe, das Kind im Glauben zu begleiten. Diese Aufgabe haben sie bis zum 14. Lebensjahr, bis zur Konfirmation.

    Es gibt engagierte Paten, die Geschenke machen, das Kind kennenlernen und Zeit mit ihm verbringen wollen. Nicht umsonst nennen die Kinder ihre Paten auch „Patentante“ und „Patenonkel“. Es gibt auch weniger engagierte Paten, allerdings sollte man sich daran kein Beispiel nehmen. Auch nicht getaufte Elternteile, die ihr Kind taufen wollen, dürfen selbstverständlich Paten ernennen und sind Teil der sakramentalen Zeremonie.

    Was muss beachtet werden, wenn sich Eltern zu einer Taufe entschließen?

    Die Taufanmeldung findet über das Gemeindebüro eurer Kirchgemeinde statt. Für die Anmeldung braucht ihr u.a. die Geburtsurkunde und die Patenbescheinigungen. Die Paten bekommen diese Bescheinigungen ebenfalls im Gemeindebüro ihrer jeweiligen Kirchgemeinde.

    Mit dem Pfarrer führt ihr ein Taufgespräch. Er wird euch alles erklären, aber auch eure Intention hinterfragen.

    Ihr braucht einen Taufvers, den findet ihr in der Bibel. Ihr dürft ihn frei wählen, er muss aber aus der Bibel sein. In den Psalmen gibt es viele wunderschöne, passende Verse.

    Für die Taufe braucht euer Kind eine Taufkerze. Die kann man selbst gestalten, aber auch fertig kaufen.

    Elegant, aber nicht zu aufdringlich, sollte das Outfit der Eltern, Paten und Familienangehörigen sein. Bedeckte Schultern, das Kleid nicht zu kurz und der Ausschnitt nicht zu tief. Die Männer gern mit Sakko, aber ohne Schlips. Eine Taufe ist keine Hochzeit, aber auch kein Ort für Jogginghosen und Hoodie. Der Täufling kann gern in weiß gekleidet sein, das ist aber kein Muss und kann, sollte man sich unsicher sein, vorab mit dem Pfarrer abgesprochen werden.

    Alle weiteren Fragen zur Taufe werden HIER beantwortet.

    Ihr möchtet katholisch taufen? Dann schaut mal HIER.

    Photo by Josh Applegate on Unsplash

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    Die Diplom-Kauffrau mit jahrelanger Agentur- und Redaktions-Erfahrung ist Mama von 3 Söhnen und ein absoluter Sonnenschein. Ohne ihr blaues Fahrrad ist Saskia nie unterwegs und wahrscheinlich hat sie deshalb so gute Laune, weil sie die einzige von uns ist, die sich bei Wind und Wetter an der frischen Luft bewegt. Egal wie stressig und voll die Tage sind, Saskia schafft es nicht nur immer top auszusehen, sondern nebenbei auch noch uns allen Komplimente zu machen. Sie bereichert mit ihrem Spirit das Unternehmen und ist für unsere Redaktion zuständig und wer Aufmunterung braucht, der ist bei ihr genau an der richtigen Adresse.

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