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    Ich finde keinen Kita-Platz: Darauf solltest du achten
    Diese Tipps und Infos helfen bei der Suche nach einem Kita-Platz und bieten Ideen für Alternativen

    Man muss sich schon fast fürchten, wenn man einen Kinderwunsch hegt, dass Schwangerwerden eine wahrlich schlechte Idee sein könnte. Denn die Kita-Krise ist ein Dauerbrenner, der sowohl Eltern als auch die Politik immer wieder sehr beschäftigt. Vor allem in den Großstädten sind die fehlenden Betreuungsplätze in Kindertagesstätten ein großes Problem. Die Wartelisten sind lang, die Plätze reichen nicht aus. Eltern versuchen, ihre noch ungeborenen Kinder in unzähligen Kitas gleichzeitig anzumelden. Ende letzten Jahres fehlten in Deutschland etwa 300.000 Krippenplätze für unter Dreijährige. Fachkräftemangel im Bildungs- und Erziehungsbereich erschwert die Situation, so dass Kita-Plätze plötzlich gekündigt oder ganze Kindertagesstätten teilweise geschlossen werden müssen.

    Wie verhält es sich mit dem rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz? Wie kannst du ihn sichern? Welche Alternativen gibt es für die Kinderbetreuung, wenn du keinen Kita-Platz findest?

    Die Rechtslage und die Realität

    Kinder ab drei Jahren haben in Deutschland seit 1996 einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte. Im Jahr 2013 wurde dieses Recht ausgeweitet auf Kinder ab einem Jahr. Eltern können bei der Stadt oder der Kommune einen Antrag auf Betreuung stellen. Kann diesem nicht entsprochen werden, so haben Eltern das Recht, eine Schadensersatzklage wegen Verdienstausfall zu erheben. Mit der Wahrnehmung dieses Rechts ist Familien jedoch auch nicht wirklich geholfen, die eine Betreuung für ihr Kind brauchen.

    Unsere Tipps können teilweise helfen, schneller einen Kita-Platz zu bekommen:

     

    • Wenn du dringend einen Betreuungsplatz für deinen Nachwuchs brauchst, kannst du dich in manchen Kitas bereits vor der Geburt des Kindes auf eine Warteliste setzen lassen.
    • Manche Unternehmen haben ein gewisses Kontingent an Kita-Plätzen in der Nähe für ihre Angestellten. Erkundige dich bei deinem Arbeitgeber, ob dies der Fall ist und du so schnell an einen Betreuungsplatz kommen kannst.
    • Viele Kitas bieten Besichtigungstermine für Eltern an. Dies ist jedoch oft eine Massenveranstaltung, bei der Eltern miteinander konkurrieren. Besser ist, sich verschiedene Kitas auszusuchen und dort einen persönlichen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Individuelle Fragen können dann in Ruhe und im persönlichen Gespräch geklärt werden.
    • Scheu dich nicht, bleibe immer am Ball und hake ständig bei der Kita nach, in der du einen Platz für dein Kind haben möchtest. Da sich die meisten Eltern parallel auf mehrere Wartelisten setzen lassen, die Plätze aber nicht absagen, wenn sie in einer anderen Kita bereits eine Zusagen habe, kann es passieren, dass du genau in dem Moment anrufst, wenn ein Platz zufällig frei wird.
    • Wichtig ist es, sich über Anmeldefristen in der Wunscheinrichtung zu informieren und diese einzuhalten. Diese sind von Einrichtung zu Einrichtung ganz unterschiedlich geregelt.
    • In manchen Städten organisieren Eltern die Suche nach einem Betreuungsplatz mit Hilfe eines Gutscheins. Ablehnungen sollten daher immer schriftlich bestätigt werden. Dies dient dem Jugendamt als Nachweis, dass die Suche erfolglos geblieben ist und nimmt es in die Pflicht, dich bei der Suche zu unterstützen.
    • Jede Stadt ist anders. Erkundige dich, ob es zentrale Vergabesysteme gibt. Das bedeutet, dass du nicht selbst alle Kitas abklappern musst, sondern vom Jugendamt einen freien Platz zugeteilt bekommst.

    Was mache ich wenn es mit dem Kita-Platz doch nicht klappt?

    Bleiben alle Bemühungen bei deiner Suche nach einem Platz in der Kindertagesstätte erfolglos, so stehen dir immer noch unterschiedliche Alternativen zur Verfügung. Viele Eltern werden dahingehend kreativ und finden für sich und ihren Nachwuchs andere Lösungen.

    Tagesmütter

    Dies sind erfahrene Mütter oder Erzieherinnen, die dein Kind bei sich zu Hause betreuen. Oft nimmt eine Tagesmutter mehrere Kinder auf, die dort verpflegt werden und miteinander spielen können. Nachteil ist, dass die Kosten variieren und sehr hoch sein können. Je nach Qualifikation und Stundensatz belaufen sich diese auf Beträge zwischen 700 und 1200 Euro monatlich bei einer Betreuungszeit von 35 Stunden. Die Suche gestaltet sich auch oft schwierig, da Tagesmütter eine begehrte Alternative zur Kita sind und auch oft frühzeitig ausgebucht sind.

    Au-pair-Mädchen

    Entlastung bei der Kinderbetreuung und bei kleineren Tätigkeiten im Haushalt kann die Aufnahme eines Au-pair-Mädchens bringen. Dieses wohnt gegen Übernahme von Kost, Logis und einem kleinen Taschengeld in der Gastfamilie und kümmert sich um die Kinder. Agenturen helfen bei der Vermittlung, die Kosten sind relativ gering. Dir sollte jedoch bewusst sein, dass viele Au-pairs recht jung sind und anfangs häufig Schwierigkeiten haben, sich in die Gastfamilie und die neue Kultur zu integrieren. Auch können Sprachbarrieren die Situation oft schwierig machen, zumindest in der Anfangszeit. Eine Zweisprachigkeit kann aber auch wiederum ein Gewinn für dein Kind sein.

    Betreuung durch Großeltern oder Leihgroßeltern

    Im besten Fall hast du die Großeltern vor Ort, so dass dieser Vorteil eine große Hilfe und Entlastung sein kann. Wenn Oma und Opa noch fit sind, springen sie oft gerne bei der Kinderbetreuung ein. Einfach offen fragen und gemeinsame Zeitpläne erstellen, die sich für beide Seiten gut anfühlen. Vielleicht hast du dieses Glück leider nicht. Dann kannst du dir mittlerweile über Agenturen Leihomas und Leihopas vermitteln lassen. Sie kümmern sich gerne um Kinder und erhalten dafür eine kleine Entschädigung. Informiere dich am besten, ob es diese Möglichkeit in deiner Nähe gibt.

    Kinderhotel

    Brauchst du nur ein paar Stunden in der Woche eine Betreuung für dein Kind, können Kinderhotels eine gute Alternative sein. Die Konzepte und Preisspannen variieren hier sehr stark. In Kinderhotels können Kinder oft in einem Zeitfenster von 24 Stunden in die Betreuung gegeben werden, Eltern müssen auch nicht in dem Hotel mit übernachten.

    Elterninitiativer Kinderladen

    Dann gründe doch einfach selbst eine Kita! Ja, richtig gehört. Dieses Modell gibt es wirklich. Eltern finden sich ohne Trägerschaft zusammen und gründen, unterstützt durch unterschiedliche Förderprogramme, einen elterninitiativen Kindergarten. Sie mieten Räume, stellen Erzieher ein, einigen sich auf ein Bildungskonzept und teilen sich bestimmte Aufgaben. Hört sich nach viel Arbeit an – ist es auch. Bei einem solchen Projekt musst dir darüber im Klaren sein, dass du dich sehr stark engagieren musst und ihr nicht immer gleicher Meinung sein werdet. Auf der anderen Seite hast du die Möglichkeit, die Betreuung für dein Kind aktiv mitzugestalten und nichts dem Zufall zu überlassen.

    Elterninitiativen im Freundes- und Bekanntenkreis

    Im Prinzip ist es auch möglich, dass sich Eltern zusammenfinden und die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren. Mama A arbeitet nur nachmittags und kann mehrere Kinder vormittags betreuen. Bei Mama B läuft dies umgekehrt. Hier müssen sich jedoch Eltern finden, deren Arbeitszeiten dieses Modell zulassen, die sich gut verstehen und vertrauen. Weiterhin ist ein hohes Maß an Eigenorganisation notwendig. Aber offene Kommunikation im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft lohnt sich immer. Die meisten Eltern sitzen doch im gleichen Boot und freuen sich bestimmt, wenn die Idee von dir angestoßen wird.

     

    Wie du siehst, gibt es durchaus Alternativen zum klassischen Kita-Platz. Eltern sollten sich auf jeden Fall bereits während ihrer Familienplanung Gedanken machen, wie die Betreuung des Nachwuchses geregelt werden soll, damit frühzeitig adäquate Lösungen gefunden werden. 

     

     

    Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

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