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    Einmal breifrei, bitte!
    Die alternative Beikost - Schauspielerin und Autorin Loretta Stern über ihre Gedanken zu Fingerfood fürs Baby

    Wenn die süßen Kleinen ins Beikostalter kommen, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Alle Ansätze haben dasselbe Ziel: die Entwöhnung von der Milch. Die einen schwören auf Gläschen, die anderen kochen alles selbst und zerkleinern es auf unterschiedlichste Art und Weise. Und dann gibt es noch die breifreie Alternative: Fingerfood, das ‘Essen der Großen’. Die Schauspielerin und Autorin Loretta Stern hat sich in ihrem Buch “Einmal breifrei, bitte!” damit auseinandergesetzt und zählt uns die Vorteile auf. Ein Auszug.

    Jedes Kind is(s)t anders!

    Jetzt also Beikost, dachte ich damals. Bisherige Stationen auf dieser erstaunlichen Abenteuerreise namens Mutterschaft, die ich vor rund fünfzehn Monaten angetreten hatte, trugen Namen wie „Morgenübelkeit“, „Toxoplasmose-Screening“ oder „anfängliche Stillschwierigkeiten“.

     

    Es mag an meinem generellen, sich in allen Lebenslagen manifestierenden Bedürfnis an profunder Hintergrundinformation liegen, dass ich auch zu diesem Thema schon über ein wenig halbseidenes Halbwissen verfügte.

     

    So blickte ich dem Beginn des von mir für die Nahrungseinführung angedachten siebten Lebensmonats meiner Tochter Karline relativ gelassen entgegen.

     

    Als dieser nun aber mit zügigen Schritten herannahte, wurde mir bewusst, dass mir gedankliche Ansätze wie „mittags mit einer Sorte Gemüsepürée beginnen“ oder „Stillmahlzeiten nach und nach ersetzen“ zwar sofort geläufig waren, aber irgendwie bei genauerer Überprüfung noch nicht konkret genug umsetzbar erschienen.

     

    Beratende Hilfe war vonnöten, und so kontaktierte ich abermals die Hebamme und Stillberaterin, die Karline und mir in der ersten aufregenden Zeit so toll zur Seite gestanden hatte.

     

    Eva Nagy schaffte es dann innerhalb kürzester Zeit nicht nur, meine diffus aufkeimenden Sorgen („Mache ich hoffentlich alles RICHTIG?“) in schwungvolle Begeisterung für das Thema zu verwandeln, sondern auch, mir eine innere Gelassenheit zu vermitteln und darüber hinaus die praktische Fähigkeit, die Nahrungsaufnahme meines Kindes entspannt mit der meinen zu verbinden.

     

    Wie genau dies vonstatten ging, und warum mein Mädchen statt eines Löffels Pastinakenbrei als erstes ein kleines Stück Butterbrot auserkor, seinen Rachenraum zu passieren, davon erzähle ich in meinem Buch “Einmal breifrei, bitte!”, das ich gemeinsam mit Eva Nagy geschrieben habe. 

    „Es gibt ihn nicht, den einen, einzigen richtigen Weg  für alle.“

    Es läge mir mehr als fern zu behaupten, dass der von uns vorgeschlagene Weg der einzig richtige und wahre sei. Ich für meinen Teil bin ihn ja selbst lediglich mit einer Probandin gegangen.

     

    Jedes Kind is(s)t anders – vielleicht hätte mein hypothetisches zweites Kind mir verärgert die feste Nahrung um die Ohren geworfen und außer Püriertem keine andere Darreichungsform akzeptiert.

     

    Da sich aber zumindest für meine Tochter Karline und mich die Selbstesser-Variante als äußerst sinnvoll und vor allem vergnüglich herausstellte und ich unterwegs erkennen musste, dass all die Anregungen, Informationen und zum Teil ganz frisch durch neue Studien belegten Erkenntnisse in Sachen Nahrungseinführung, von denen ich durch Eva und begleitende Internet-Recherche erfuhr, in keiner schriftlich gebündelten Form vorhanden waren, gibt es seit 2013 dieses kleine Brevier im Kösel Verlag.

     

    Ich hoffe, dass unsere Leserinnen es als gedankliche Anregung benutzen, als möglichen Wegweiser in Richtung deines eigenen Konzeptes im Umgang mit der sogenannten Beikost. 

     

    Meine wichtigste Erkenntnis der letzten Abenteuerjahre lautet nämlich folgendermaßen:

    Es gibt ihn nicht, den einen, einzigen richtigen Weg für alle.

     

    Aber dafür gibt es die Chance, beschwingt seinen eigenen zu suchen – und es wäre mir eine große Freude, möglichst vielen Familien dabei helfen zu können!

    Warum denn eigentlich Fingerfood?

    Wenn ich mich auf den überzeugendsten Grund für den Selbstesser-Weg festlegen müsste? 

    Käme ich in Verlegenheit.

    Weil mir zeitgleich mehrere einfallen.

    Vielleicht, dass mein Kind so von Anfang an den Vorgang „Essen“ mit allen Sinnen begreifen kann. Und versteht, dass man selbst dafür sorgen kann, dass das blöde grummelige Gefühl im Bauch weggeht.

     

    • Dass man selbst entscheiden darf, mit welchem Geschmack das vonstatten gehen darf.
    • Dass es überhaupt lauter verschiedene Geschmäcker gibt, und dass man die aufregenderweise im Mund fühlt und erlebt.
    • Dass es großen Spaß macht, diese lustigen verschiedenen Dinge und Formen und Konsistenzen, die man da angeboten bekommt, Richtung Mund zu bewegen, daran herum zu lutschen oder sie später hineinzubefördern.

     

    Dass man schon so früh einen so bedeutenden Vorgang autark ausführen und dann stolz auf und zufrieden mit sich und den eigenen Fähigkeiten sein darf.

    Die fröhlich-bunte Welt der Selbstesser

    Das waren ja schon mehrere Argumente?, höre ich euch rufen.

    Mitnichten, lediglich die Detailerklärung des ersten!

    Hier kommen erst die weiteren, die sich schon emsig in meinem Hirn aufreihen und ungeduldig auf ihren Auftritt warten:

     

    • Dass die Familie gemeinsam essen kann, oder, falls nicht die ganze Familie versammelt ist, zumindest die oder der eigentlich für die „Fütterung“ Zuständige zeitgleich speist.
    • Dass man fürs gemeinsame „Auswärts-Einkehren“ (auch bei Freunden – es geht ja gar nicht immer gleich um einen Restaurant-Besuch) keine weiteren Vorbereitungen treffen muss, nichts weiter einpacken und vor allem auch vor Ort nichts anmischen, warm machen oder ähnliches muss.
    • Dass man sich nicht sorgen muss, ob das Kind genug gegessen hat – dafür trägt es höchstselbst die Sorge.
    • Dass man auf der anderen Seite auch nicht riskiert, zu viel ins Kind „hineinzufüllen“, weil es ja selbst merkt, wann es genug hat und aufhört zu essen (und so eben auch versteht, was Sattsein bedeutet!).

     

    Habe ich fürs Erste euer Interesse geweckt? Dann wünsche ich viel Spass auf eurem eigenen Abenteuerweg durch die Nahrungseinführung. Und ob ihr nun mein oder ein anderes Buch zum Thema lest, euch von eurer Hebamme beraten lasst, auf die Expertise eurer FreundInnen vertraut oder einfach nur auf eure eigene Intuition – bleibt entspannt dabei, das ist das Wichtigste. Irgendwann wird sich auch euer Kind für Essen interessieren, und bis dahin ist es wunderbar milchversorgt, egal ob durch die Brust oder durch die Flasche. Denn nochmal: Es gibt keinen Grund, sich an irgendwelche „Fahrpläne“ oder gar Mengenangaben zu halten, es gibt keine Reihenfolge, in der verschiedene Nahrungsmittel eingeführt werden müssen und schon gar keine Fristen dafür. Aber dafür etliche Gründe, nervenschonend vorzugehen und sich selbst und dem Baby unterwegs eine schöne und unverkrampfte Zeit zu bereiten! 

    Unser Buchtipp

    Einmal breifrei, bitte! Die etwas andere Beikost

    von Loretta Stern und Eva Nagy

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    Header Foto: Photo by Colin Maynard on Unsplash

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