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    Wie wichtig ist Selbstständigkeit bei Kindern und wie können wir sie dabei unterstützen?
    Als Eltern zu lernen (Eigen-)Verantwortung abzugeben ist nicht immer einfach, aber entscheidend für die Entwicklung

    Es ist die Horrorvorstellung von Eltern: Ob auf dem Spielplatz, am Flughafen oder im Einkaufszentrum – Dein Kind geht verloren und du hast keine Möglichkeit es zu erreichen oder zu orten. Jeder der das einmal durchgemacht hat, weiß was das mit uns Eltern macht. Eine komplette Hilflosigkeit macht sich in einem breit mit totaler Verzweiflung und einem fürchterlichen Schmerz. Gut, wer in diesem Moment seine Gefühle unter Kontrolle hat und klar denken kann, denn das kann immer hilfreich sein.

    Sten Kirkbak ist genau das passiert. Und er hat nicht nur aus der Situation gelernt, sondern etwas entwickelt, was allen Eltern in der Situation helfen kann: Eine Smartwatch für Kinder, die auch schon für noch relativ junge Kinder geeignet ist, da sie keinen Internetzugang besitzt und deswegen keine zusätzliche Gefahr oder Risiko darstellt.

    Sten hat die Firma Xplora gegründet, die die erste zertifizierte Smartwatch für Kinder auf den europäischen Markt gebracht hat, die Familien dabei unterstützen kann, Kinder sicher in die Selbstständigkeit einzuführen und zu körperlicher Aktivität zu animieren. Denn hinzu kommt, das Kinder nie zuvor weniger aktiv waren als heute!

    Die Xplora Smartwatch kann einerseits durch die Erreichbarkeit des Kindes durch Anruf-/(Sprach-)Nachrichten, Ortung per GPS und Einrichten von Sicherheitszonen für zusätzliche Sicherheit sorgen und andererseits über den Schrittzähler, der mit der #GOPLAY-Plattform verbunden ist, Anreize schaffen, durch Bewegung draussen Coins zu sammeln, die später spielerisch eingelöst werden können. Praktisch ist außerdem, dass die Uhr sehr einfach in den Schulmodus versetzt werden kann, in dem nur SOS-Funktion und Uhrzeit-Anzeige möglich sind. 

    Wir haben mit Sten gesprochen und ihn genauer nach seinen Beweggründen gefragt und mit ihm über Erziehung allgemein, Werte und was ihm wichtig ist an seine Kinder weiterzugeben, gesprochen.

    Lieber Sten, wann und warum hast du Xplora gegründet und wie kam dir die Idee?

    "Ich habe meinen Sohn (unseren Erstgeborenen) in einem Einkaufszentrum verloren."

     

    Ich habe meinen Sohn (unseren Erstgeborenen) in einem Einkaufszentrum verloren. Er war noch zu jung, um ein Smartphone zu haben, aber in diesem speziellen Moment wollte ich ihn nur erreichen/anrufen.

    Zu dem Zeitpunkt gab es Smartphones und auch GPS-Tracker. Es gab aber weder etwas technisch ausgereiftes noch altersgerechtes. Für ein Smartphone war mein Sohn noch zu klein. Er hätte uneingeschränkten Zugang zu sozialen Medien und zum Internet; das Risiko von Cyber-Mobbing oder dem Anzeigen ungeeigneter Inhalte, war mir zu hoch.

    Also haben wir 2016 Xplora gegründet und mit der Smartwatch ein Produkt entwickelt, das für den europäischen Markt optimiert ist und sämtlichen technischen Anforderung des europäischen Datenschutzes entspricht. All unsere Produkte erfüllen somit die höchsten Sicherheitsanforderungen und sind alle DSGVO-konform. Das ist übrigens eine unserer obersten Prioritäten: Wir möchten das sicherste Produkt auf dem Markt anbieten. Denn die Sicherheit der Kinder steht an allererster Stelle.

    Was war dein Ziel?

    Ein geeignetes mobiles Produkt für Kinder zu schaffen, um mit ihren Eltern in Kontakt zu treten. Auf eine sichere Art und Weise, ohne Internet und soziale Medien.

    Daraus ist die Vision entstanden, Kindern einen sicheren Einstieg in die digitale Kommunikation und ein besseres Gleichgewicht zwischen Bildschirmzeit und körperlicher Aktivität zu ermöglichen. Unsere Vision ist es, Kinder auf der ganzen Welt erfahren zu lassen, wie ihre alltäglichen Aktivitäten die Welt positiv verändern können.

    Nicht erst seit Corona, doch dadurch auf vielerlei Ebenen beschleunigt, wachsen unsere Kinder in einer zunehmend digitalisierten Welt auf. Die Herausforderung besteht darin, dass sie trotzdem weiterhin kindgerecht aufwachsen und sich selbstständig und gesund entwickeln können.

    Kindern einen sicheren Einstieg in die digitale Kommunikation zu ermöglichen und sie vor allem dabei zu begleiten, ist besonders wichtig. Es ist auch zunehmend wichtiger, dass die Kinder selbst eine Balance zwischen Bildschirmzeit und körperlicher Aktivität finden.

    Du bist Vater von 4 Kindern im Alter von 8 – 15 Jahren. Wolltest du immer Vater werden? Bevor es dazu kam, was war deine Vorstellung von Familie & Kindern? In welcher Rolle sahst du dich?

    Ich denke, man ist persönlich nie wirklich darauf vorbereitet. 

    Natürlich wollte ich schon immer eine Familie, aber so wirklich realisiert man das erst in dem Moment, in dem man die „Nachricht“ bekommt. 

    Ich habe mir schon früh vorgenommen, „mit gutem Beispiel voranzugehen“ und so gut es geht zu demonstrieren und zu zeigen, also vorzuleben statt nur zu reden. 

    Außerdem sehe ich meine Rolle darin, meinen Kindern eine Stütze zu sein und sie zu ermutigen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, aber auch sehr ehrlich zu sein und sich einzusetzen.

    Ich sehe auch eine wichtige Rolle darin, hart für alles zu kämpfen, was ungerecht ist und was nicht fair ist. Für andere. Dafür müssen wir einstehen, koste es, was es wolle. Es ist nicht schwer, sich auf die Seite des „Starken“ zu stellen, aber es erfordert großen Mut, denjenigen zu verteidigen, der schwächer ist und vielleicht gemobbt wird. Wir sollten in allem, was wir sagen, ehrlich sein. Und wir sollten unsere Umwelt schützen und unsere Erde bedingungslos lieben. Generell ein guter Mensch sein und anderen helfen. Am Ende des Tages wird die Welt ihr Karma abgeben.

    In welcher Rolle würdest du dich im familiären Kontext heute beschreiben?

    Ich versuche mein Bestes, um nach genau dem zu leben. Allerdings ist es ein Kampf genügend Zeit zu finden. Ich denke, wie alle Eltern hat man immer diese „Schuldgefühle„, nicht so viel Zeit zu haben. 

    Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass man sich eigentlich keine komplexen Vorstellungen haben darf und nicht zu viel über alles nachdenken sollte. Am Ende des Tages geht es wirklich nur darum, Zeit zu haben und Aufmerksamkeit zu schenken. Qualitätszeit vs. Quantität. 

    Legen sie Ihr Telefon weg. Stellen sie sicher, dass sie verstehen, dass sie tatsächlich „da“ sind, zuhören und spielen.

    Wie wichtig ist in deinen Augen Selbstständigkeit für Kinder und ihre Entwicklung?

    Ich denke, das ist eines der wichtigsten Dinge, die wir lernen können. Zu viele Menschen im Allgemeinen haben Angst vor allem, was außerhalb der Box ist. Ermutigen sie Ihre Kinder, alles zu tun, was außerhalb der Box ist. Solange sie ihnen – brutal ehrlich – sagen, was es erfordern könnte. 

    Erlauben sie ihnen, zu erforschen, zu testen und lehren sie ihnen den Wert von Vertrauen. Lehren sie ihnen, dass, wenn sie tun, was sie sagen, und sie ihnen vertrauen können, sie diese Unabhängigkeit auch ausbauen können.

    Würdest du sagen, dass Kinder heute insgesamt unselbstständiger sind als früher? Wenn ja, woran liegt das?

    100%!

    Mein ältester Sohn ist jetzt 15 Jahre alt. 

    Und er hat 3 Jahre als „Zeitungsjunge“ Zeitungen ausgetragen, samstags und sonntags. 

    Er hat seinen eigenen Food-Blog und importiert T-Shirts aus China und verkauft sie. 

    Ich höre jede Woche andere Eltern sagen „wie kriegst du ihn dazu, meine Kinder spielen nur und versuchen so wenig wie möglich zu tun“. 

    Also, ich denke, es ist darauf zurückzuführen, dass ich, als er zum ersten Mal sein Interesse daran gezeigt hat, sein eigenes Geld zu verdienen und sein eigenes Geschäft zu gründen, zu 100 % engagiert war und alles versucht habe, um ihm zu helfen. Je mehr er sah, dass er es schaffen konnte, desto mehr wuchs er auch als Person, d.h. als Selbständiger.

     

    Die Voraussetzung von Selbstständigkeit bei Kindern sind Eltern, die Verantwortung und Eigenverantwortung an sie übergeben. Wie sieht genau altersgemäße Eigenverantwortung aus? Was ist beispielhaft altersgemäß in deinen Augen? Und hängt dies wirklich nur vom Alter ab oder vielmehr vom Entwicklungsstand und auch dem Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Eltern?

    Die bereits genannten Ausführungen machen das für mich sehr einfach. 

    Natürlich gibt es Themen, die vom Gesetz her altersgerecht sind. Das sollten wir unterstützen. Außerhalb davon ist es einfacher, wenn du lernst, Kind, wenn du tust, was du sagst, und ich dir vertrauen kann, ist es einfacher für mich/uns, das, was du tun darfst, zu erweitern. An dem Tag, an dem du dieses Vertrauen brichst, fangen wir wieder bei Null an. 

    Auf dieselbe Weise müssen sie als Elternteil immer konsequent sein. Sie müssen auch hinter ihren eigenen Worten stehen (im Guten wie im Schlechten).

    Zu oft sehen wir, dass Erwachsene auch in diesem Punkt versagen. Auf diese Weise wird es für Kinder sehr schwierig, es auch andersherum zu akzeptieren. Und zu diesem Thema Entschuldigung sagen. Wie oft haben sie sich eigentlich schon bei ihren Kindern entschuldigt, wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben? Die Erklärung, ich habe einen Fehler gemacht, es war nicht das Richtige, und ich entschuldige mich (denn, auch Eltern können Fehler machen..) ist wichtig und konsequent.

    Wie bewertest du die Wichtigkeit von körperliche Aktivität bei Kindern heutzutage, vor allem vor dem Hintergrund einer zunehmenden Bildschirmzeit in den Kinderzimmern?

    10 von 10.

    Was meinst du: Ab welchem Alter ist ein Handy oder Smartphone sinnvoll? Wie handhabt ihr das in der Familie bei euren Kindern?

    Auch hier ist es individuell. 

    Wenn sie sich an die Regeln halten, nicht zu viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen und aktiv bleiben, unterstütze ich das Durchschnittsalter in ganz Europa, das bei etwa 10 Jahren liegt. 

    Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Xplora.
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